45 mal hat sich eine Münchner Baufirma um einen öffentlichen Auftrag beworben. Nur ein einziges Mal hat sie den Zuschlag bekommen. Für die Firma liegt der Fall klar: Sie sei einfach zu teuer – und das einzig und allein, weil sie faire Löhne zahle. Tatsächlich arbeiten viele Baufirmen mit Scheinselbständigen und Schwarzarbeitern. Die Jagd nach dem billigsten Angebot lässt die Ehrlichen deshalb oft als die Dummen dastehen. Ein Skandal, den auch öffentliche Auftraggeber gerne ignorieren.




Seit vielen Jahren schon erhalten Unternehmen des Baugewerbes den Zuschlag der öffentlichen Hand, die dann Subunternehmer und sogar Subs vom Sub beauftragen. War es nicht auch das DGB Gebäude in Stuttgart, das so gebaut wurde?
Wenn der Staat und auch die Gewerkschaften diese Praxis der Vergaben an die Billigsten ausüben ohne zu prüfen, welche Löhne an wen bezahlt werden, dann bleiben die Anständigen auf der Strecke.
Gewinnmaximierung um jeden Preis ist keine soziale Marktwirtschaft, die vor längerer Zeit noch unser Land ausmachte.
Hallo Quer-Team,
gerade der öffentliche Auftraggeber hat bei seinen Auftragvergaben auf der Basis von Gesetzen und Verordnungen zu handeln, die eine Beauftragung an ein Unternehmen mit zu niedrigen Angebotspreis erst gar nicht zulassen. Es liegt gerade im Interesse des öffentlichen Auftraggebers einen Vertrag mit einem Unternehmen mit auskömmlichen Preisen zu schließen, um Nachträge, Schlechtleistung oder gar Insolvenzen zu verhindern. In meinem beruflichen Umfeld werden Angebote daher gründlich hinsichtlich der Auskömmlichkeit der Preise und somit auch der Einhaltung tariflicher Löhne bereits vor Vertragsschluss geprüft. Die Aussage, dass die Kosten für die Baustoffe gleich wären und somit nur die Löhne die Preise beeinflussen, ist nicht richtig. Unternehmen erhalten im Einkauf unterschiedliche Rabatte, denn auch bei den Zulieferfirmen herrscht Wettbewerb, der sich auf die Preisbildung auswirkt. Dazu kommen noch weitere den Preis bestimmende Faktoren, wie die Geschäftskosten der Firma und besondere, auf die Baustelle bezogene Kosten, die den Angebotspreis bestimmen. So wäre es zu vereinfacht gesagt, dass nur die Löhne den Wettbewerb der Firmen um einen Auftrag beeinflussen.
Die Kontrolle der ausführenden Baufirmen und der Einhaltung der vertraglichen Vereinbarungen auch hinsichtlich der Tarife, könnte noch effektiver gestaltet werden, wenn dafür ausreichend Personal zur Verfügung stünde. Daran mangelt es beim öffentlichen Auftraggeber und auch bei den Kontrollstellen, wie beispielsweise dem Hauptzollamt.
Mfg
In wenigen Bundesländern (z. B. Berlin) gibt es ein TARIFTREUEGESETZ. Danach wird bei Vergaben nicht der billigste Anbieter genommen, sondern der insgesamt wirtschaftlichste, der zumindest den ggfs.- bestehenden Mindestlohn einhalten muss. Bei Dienstleistungsvergaben spielen die Lohnkosten schon die entscheidende Rolle. Dass diese Tariftreue- Vergabeart in andern Bundesländern nicht gilt, zeigt, wei sehr sich sogar die öffentl. Hanfd, die mit gutem Beispiel vorangehen sollte, sich bereits dem reinen WIRTSCHAFTLICHKEITSDIKTAT unterworfen hat. Aber auch das ist ein Spiel: linke Tasche – rechte Tasche: Was bei der Vergabe eingespart wird, wird aus einem andern Budget an Sozialkosten ( Lohn-Aufstockung) ggfs. wieder ausgegeben.
Es gibt z.B. in Berlin ein TARIFTREUEGESETZ ! Danach wird von der öffentl. Hand bei Vergaben von Dienstleistungen nicht der billigste Anbieter genommen, sondern der insgesamt wirtschaftlichste, der zudem zumindest den ggfs. bestehenden Mindestlohn einhalten muss.
Bei Dienstleistungsvergaben sind dfie Lohnkosten der AN schon der wichtigste Faktor !l
Dass andern Bundesländer nicht so verfahren zeigt, wie sehr sich selbst der Staat bereits einem falschen reinen Kostendiktat unterworfen hat. Aber auch das bedeutet: linke Tasche- rechte Tasche: Was bei der Vergabe eingespart wird, wird an anderer Stelle (soziale Lohn- Austockung) ggfs. wieder ausgegeben.
Sehr überzeugend !
Das Problem in diesem unserem Lande, egal ob an der Waterkant oder in den Alpen, ist das jede Behörde meint durch stundenlanges Aktienstudium und noch nen §§ mehr einem guten Ergebnis näher zu kommen!
Das das mit der Realität am Bau soviel zu tun hat wie der ursprüngliche Sinn der Bergpredigt mit dem Verhalten von pädophilen Priestern mag einem Amtsschimmel einfach nicht in den Kopf gehen.
Er traut sich nicht aus dem Stall!
Und schaut nicht vor Ort nach dem Rechten.
Im Zweifelsfall kommt er nämlich nicht pünktlich und unverschwitzt um 16:00 Uhr nach Hause, sondern erst um 19:00 Uhr und dann noch mit Dreckklumpen an den Schuhen… das ist einfach nicht sexy!
Im übrigen hat der EuGH das Tariftreuegesetz 2008 für nichtig erklärt!
Der Staat fällt anscheinden lieber auf die Nase mit Firmen die während der Projektlaufzeit Pleite gehen (z.B. Finanzamt Schweinfurt) und besser teuer nach – wahrscheinlich rechnet sich das Geschäftsmodell einfach besser!