2011
Nov
23
avatar ADMIN Querulant

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Noch ist nicht Weihnachten, doch Geschenke gab es schon – zumindest für Amazon. Mehr als 1000 Arbeitslose wurden dem Augsburger Logistikzentrum für zweiwöchige Praktika vermittelt. Den Versandhändler haben die Päckchenpacker nichts gekostet, bezahlt hat die Arbeitsagentur. Eigentlich ist das “Einstiegspraktikum” eine Maßnahme, die Arbeitslose wieder in eine dauerhafte Beschäftigung bringen soll. Doch Amazon schließt fast nur befristete Arbeitsverträge ab. Eine zumindest fragwürdige Geschäftspraxis auf Kosten der Steuerzahler für ein Unternehmen, das 2011 einen Gewinn im mehrstelligen Millionenbereich einfahren wird.

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16 Kommentare zu „Schöne Bescherung: Steuerzahler schenkt Amazon Arbeiter“

  1. avatar evi sagt:

    Das ist eine bodenlose Schweinerei. Man sollte Amazon boykottieren.

  2. avatar Gaby sagt:

    Nicht nur Amazon macht das…

    Vor zwei Jahren hat ein Freund von uns auch ein sogenanntes Praktikum über die Arge im Großlager einer Drogeriemarktkette gemacht und durfte mehrere Wochen fast nur Müll sortieren. So stopft man Sommerlöcher.

    Im aktuellen Fall ist sogar einer meiner Bekannten bei genau diesem Projekt wieder an Arbeit gekommen. Laut seinen Aussagen wurde er auch richtig eingarbeitet. Er ist einfach nur froh, endlich wieder Arbeit zu haben.

    Ich möchte Amazon nicht in Schutz nehmen, denn ich finde diese Praktiken unverschämt! Aber es gibt wohl mehrere Großunternehmen, die sich so kostenlose Arbeitskräfte für mehrere Wochen besorgen.

    Das Problem mit befristeten Verträgen ist leider nicht nur auf diese Firma beschränkt, sondern inzwischen Alltag geworden. Leider….

  3. avatar Lothar Olly Volz sagt:

    Wenn schon im vornherein feststeht, dass diese Arbeiter gar nicht fest übernommen werden können, dann sollte das Arbeitsamt nicht auch noch stolz auf solche Aktionen sein. Eine faire Chance ist das nicht für die Arbeitslosen.

    Amazon nutzt diese Aktion doch nur, um Werbung für sich selbst zu machen.

    • avatar Rudi Lang sagt:

      Die Praktiken der firmen kenne ich gut, auch ich sollte bei Amazon mich bewerben, und bei einer Vorstellung dieser firma in Kaufbeuren teilnehmen. Ich hätte einen Arbeitsvertrag über 4 Monate erhalten, beginnend ab 1.9.2011. Aber durch eine vierstündige Fahrt wurde dies abgelehnt.
      Das Arbeitsamt zumindest in Kaufbeuren( Jobcenter ) kennt die Praktiken von Amazon

  4. avatar Feidl sagt:

    Also bei einem Unternehmen, dessen Umsatz von der Saison abhängig, sehe ich es nicht problematisch, dass ein Teil der Arbeitskräfte befristet angestellt ist.

    Das jedoch jedesmal die ersten 2 Wochen vom Steuerzahler bezahlt werden, ist nicht hinnehmbar. Allerdings ist es Aufgabe der Arbeitsagentur, zu kontrollieren, das hier der Steuerzahler nicht unnötig zahlen muss.

  5. avatar Bergkamener sagt:

    Ich habe am 27.10 2011, neben vielen Anderen, auch das Bayerische Fernsehen über diese Praxis bei AMAZON informiert.

    Danke für diesen Bericht.

    Viele Zeitungsartikel sind übrigens auch schon erschienen.

    In NRW wurde diese Praxis zumindest für November und Dezember 2011 gestoppt.

    Auch hat der Landtag NRW am 16.11.2011 zu diesem Thema getagt

    Jedoch darf hier nicht Schluß sein, diese Praxis muss gestoppt werden.

    In Werne wurden 2011 von 1794 befristeten Beschäftigten 1629 Stellen subventioniert. Für die zweiwöchige Maßnahme zahlte die Arbeitsagentur je 400 Euro.(quelle: derwesten.de)

    Wie das Thema öffentlich wurde könnt ihr hier erfahren:
    Einfach bei google “amazon versandmitarbeiter werne” eintippen: dann elo-Forum

  6. avatar M. Danke sagt:

    Die Maßnahme bei einem Arbeitgeber nach §46 Sozialgesetzbuch III ist ein legales Instrument der aktiven Arbeitsmarktförderung und wird dementsprechend bedarfsorientiert querbeet zur möglichen Integration in Beschäftigungsverhältnisse als auch zur Eignungsprüfung oder zur Kenntniserweiterung eingesetzt. Die maximale Dauer ist derzeit auf 4 Wochen festgelegt und wird vom Gesetzgeber zum 1.4.2012 vermutlich auf 6! Wochen erhöht – vom Gesetzgeber und nicht von Arbeitsagenturen oder Jobcentern! Dass Amazon dies bei der Einstellung von hunderten von Versandbeschäftigten für einen Teil beantragt (1-2, im Ausnahmefall 4Wochen)ist legitim, da eingearbeitete Kräfte in dieser Anzahl bei einer ursprünglichen Arbeitslosenqoute von knapp 5% in der Region nicht vorhanden sind. Dass nicht jeder davon übernommen wird liegt auf der Hand, weil soviel Arbeit unterjährig nicht vorhanden ist – oder kaufen sie zu Weihnachten nichts? Diesem Auftragsboom unterliegen auch andere Arbeitgeber im Handel, u. a. auch ein anderer Versandhandel, der momentan aus anderen Gründen im Gespräch ist und zur Vorweihnachtszeit ebenfalls hunderte von Arbeitnehmern befristet über Zeitarbeit rekrutiert. Des Weiteren übrigens auch alle anderen Arbeitgeber die irgendwelchen saisonalen Aspekten unterworfen sind. Fakt ist, das durch die Ansiedllung von Amazon hunderten von geringer qulaifizierten Menschen die Möglichkeit geboten wird, in befristete oder idealerweise unbefristete Arbeitsverhältnisse einzumünden, auch wenn eine Anzahl davon subjektiv oder objekltiv ungerechtfertigt nicht zum Zuge käme, was im Vorhinein nicht feststeht. Das ist das Recht eines jeden Arbeitgebers – oder hat das Bayerische Fernsehen bei Einstellungen keine Auswahlkriterien? Was ist an befristeten Arbeitsver-hältnissen schlecht – wenn keine unbefristete Alternative besteht? Und – Amazon bringt auf Grund der Bezahlung über Zeitarbeitsniveau im Helferbereich reichlich Bewegung in den Personaldienstleistungs-Markt, was den Arbeitnehmern allgemein zugute kommt. Dies alles sind Fakten, die bei seriöser Recherche ziemlich leicht nachzuforschen wären. Über die Motivation einzelner Persoren im Bezug auf Arbeitsangebote möchte ich mich nicht äußern. Mein Kommentar zu dem einseitigen, weil in meinen Augen mangelhaft recherchierten Beitrag. Ich sehe vergangene Beiträge nun in einem anderen Licht, zukünftige werde ich mir wohl ersparen, da die Vermutung der ähnlichen Berichterstattung naheliegt. Man darf und soll die Finger in die Wunden legen, wo es angebracht ist – aber, es müssen alle Fakten auf den Tisch! Ansonsten empfehle ich Dieter Nuhr, der da sagte: “Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.” Für mich die Berichterstattung fragwürdig. Es würde mich insofern nicht wundern, wenn dieser Kommentar nicht veröfféntlicht wird.

    • avatar Thorsten sagt:

      Diese Förderung soll eigentlich die Minderleistung eines noch nicht ganz Eingearbeiteten ausgleichen und dem AG ermöglichen, sich ein Bild von dessen Leistungsfähigkeit zu machen. Die im Bild gezeigten Akkordtätigkeiten (Warenetikett scannen, in Geschenkpapier packen, Pakete auf eine Transportwagen befördern etc.) scheinen mir nicht so komplex zu sein, dass man diese wochenlang erlernen muss. Ausgenommen natürlich Personen mit geistiger oder seelischer Behinderung, aber um solche scheint es ja nicht speziell zu gehen.

    • avatar Bergkamener sagt:

      Was wollten Sie uns eigentlich mit diese 36 Zeilen sagen?

      Ich versuche es mal kurz zusammenzufassen.

      1. Was Amazon macht ist legitim (§46…blabla)
      2. Sie verteidigen Saisonarbeit.
      3. Andere suchen Saisonarbeiter über Zeitarbeitsfirmen
      4. Amazon schafft Arbeitsplätze.
      5. Amazon sortiert die Guten von den Schlechten.
      6. Amazon stellt befristet ein.

      zu 1. Nicht alles was legitim ist, ist auch moralisch vertretbar. Knapp 1100 Maßnahmen bei Amazon Graben, 1629 Maßnahmen von 1794 insgesamt eingestellten bei Amazon Werne alleine 2011. Das soll so In Ordnung sein? Es zeigt eher System, Lohnkosten zu umgehen, die Einarbeitungszeit auf den Steuerzahler abzuwälzen
      zu 2. Niemand kritisiert hier Saisonarbeit!
      zu 3. Und wenn andere über Zeitarbeitsfirmen suchen, finde ich auch nicht schlimm, denn diese Mitarbeiter erhalten ihr Geld wenigstens von der ersten Minute an (über die höhe des Stundenlohns rede ich jetzt nicht)
      zu 4. Amazon schafft Arbeitsplätze. Das kritisiert auch niemand. es ist schön, wenn Arbeitsplätze entstehen. (über die Qualität rede ich jetzt nicht)
      zu 5. Das kritisiert auch niemand. Dafür gibt es ja die gesetzliche Probezeit und vor Einstellung Auswahlverfahren.
      zu 6. Das kritisiert so auch niemand, aber warum sollen Menschen die nur einen 2-3-4 Monatsvertrag erhalten auch noch vorher 2 Wochen unentgeltlich arbeiten?

      Lohnzahlung war und ist Sache des Unternehmers und auch in Zukunft so es so bleiben. Zum Testen gibt es eine gesetzliche Probezeit.

      Sie sagen es ja selbst:
      “Fakt ist, das durch die Ansiedllung von Amazon hunderten von geringer qulaifizierten Menschen die Möglichkeit geboten wird,…”

      Diese einfachen Tätigkeiten rechfertigen also eine 2-wöchige Trainingsmaßnahme?
      Mir wurde von Mitarbeitern von Amazon Werne berichtet, daß Sie nach einem Tag voll mitgearbietet haben und selbst wenn für diese Tätigkeit eine Ausbildung von mehreren Wochen notwendig wäre, wäre es immer noch Sache des Unternehmers sich seine Mitarbeiter auszubilden.

      Zudem ist es eine Schweinerei den Menschen gegenüber!
      Wer arbeitet soll auch bezahlt werden.

      Auch schaffen diese Maßnahmen keine Arbeit. Entweder es ist Arbeit da und ich stelle ein, oder es ist keine Arbeit da und ich stelle nicht ein. Die Maßnahmen verdrängen eher reguläre Arbeit. 1100 Maßnahmen a 2 Wochen bedeutet 550 Monatsgehälter, mal soeben auf dem Rücken von Arbeitslosen eingespart.

      Bei knapp 2000 Euro (inklusive Arbeitgeberantei zur Sozialversicherung), bedeutet dies eine Ersparnis für Amazon Graben von einer Million Euro auf dem Rücken jener, die es am Nötigsten bräuchten.

      Ach ja, wie ich bereits schrieb, sind diese Maßnahmen in NRW zur Zeit ausgesetzt und seltsam, aber Amazon stellt immer noch arbeitslose ein, sehr seltsam.

  7. avatar ungeheuerlich sagt:

    Das wurde auch mal Zeit, dass über Amazon ein Bericht gesendet wird. Das gebeeren der Firma ist Menschenunwürdig.

    Das fängt schon bei der Bewerbung an. Die Agentur weiß ganz genau das Amazon die Menschen ausbeutet, dieses hat mir eine Mitarbeiterin der Agentur in Augsburg bestätigt.
    Im gleich zuge hat sie sich geäußert, was sollen wir machen, uns sind die Hände gebunden, das kommt von ganz oben.
    Wenn das von ganz oben kommt, dann hat der Chef von der Agentur gestern vor der Kamera gelogen.
    Da wirbt die Agentur für Amazon mit riesen Plakate und Werbung, was die Steuerzahler bezahlen müssen.
    Praktika der Arbeitslosen, wird von dem Steuerzahler bezahlt. Amazon macht daraus einen Schenkelklopfer, weil sie ja so viel Geld Sparen.

    Auch bei den Führungsposten gehts nicht anders zu. Wenn man sich bewirbt, bekommt man eine Einladung zu einer Einführungsveranstaltung. Dort wird ein Film gezeigt, aus Leipzig, wo sich die Mitarbeiter, Intern Bienen genannt, Positiv äußern müssen.
    Danach wird ein Lächerlicher Test am Pc gemacht, eine Excelliste muss bearbeitet werden. Danach kommt dann das Gespäch, mit den angeblichen Personaler. Euforisch sagen sie einem schon vor Ort zu, man müsste nur noch ein Telefoninterview mitmachen.
    Dann kommt das Interview. Die fragen von dem Personalchef werden runtergeleiret.
    Der Bewerber hat keine Chance richtig zu Anworten. Das nenne ich mal Professionelle Führungskräfte suchen.
    Irgendwan kommt dann die Absage, per Mail.
    Für eine Weltfirma ganz schön Armseliges Verhalten.

    Auch ich habe mich danach über die Firma im Internet Informiert.

    Weil sie kein Personal bekommen, suchen Zeitarbeitsfirmen für Amazon.
    Die Stellenanzeigen sprechen schon für sich und man bekommt das Kotzen.
    Weil Amazon selber kein Personal mehr findet, schlagen sich die Zeitarbeitsfirmen drum.
    Hier ein Beispiel, was mir besonders aufgestoßen ist:

    [hier hat ADMIN Querulant hineinkopierten Copy/Paste-Inhalt entfernt. Siehe Kommentarrichtlinien. Tipp: Sie können den Inhalt statt zu kopieren in eigenen Worten zusammenfassen, wenn er für Ihren Kommentar wichtig ist. VG, ADMIN Querulant, quer-Redaktion]

    Wo gibt es den sowas, das sich auch Gruppen und Paare mit nur einer Bewerbung, bewerben dürfen?
    Was ich nicht verstehe, wieso Amazon sich so in die Negative Presse Katapultiert, wo es doch so einfach ist, mit Menschlichkeit und Atraktiven Arbeitsplatz werben könnte.
    Bis jetzt war ich bei Amazon eine guter Kunde, diese Firma werde ich ab sofort boykottieren und meine Account löschen.
    Es gibt auch noch andere Onlinehändler, die mit Sicherheit bessere Presse erfahren.

  8. avatar Reiner sagt:

    Nicht nur auf Amazon schimpfen… der ganze Staat (BRD) ist ein Irrenhaus, der sowas erst zulässt. Das Übel bei der Wurzel packen und nicht nur oberflächig angreifen!

  9. avatar martin h sagt:

    Beamte mit null Verantwortung, ist ja nicht ihr Geld. Dann wird man noch mit den Zahlen von Arbeitslosen belogen. (siehe Frau von der Leiden) Diese werden sofort in eine nutzlose Maßnahme gesteckt, das große Geld bekommt dann der Maßnahmenträger. Dieses System benutzt nicht nur Amazon, sonder viele Firmen.

  10. avatar Uli sagt:

    Wenn ein Wolf eine Herde Schafe reißt schimpft man dann auf den Wolf oder auf den Schäfer der nicht aufgepasst hat?
    Amazon macht nur das war der Gesetzgeber zulässt, wie es dabei ein paar Saisonarbeitern geht, ist einem milliardenschweren, internationalen Shardeholder-Value Konzern doch völlig egal.

  11. avatar Annasusanna sagt:

    Jemand aus meinem Bekanntenkreis hat schon im Jahr 2004 oder 2005 auf Kosten des Arbeitsamtes in einer Logistikfirma in Neufahrn “Probe gearbeitet”. Nach 3 Wochen wurde ihm mitgeteilt, er sei zu alt, könne aber gerne noch 1 Woche weiterarbeiten. Also: Der Trick von Amazon ist keineswegs neu und beim Arbeitsamt sicherlich bekannt.

  12. avatar Annasusanna sagt:

    Wäre es nicht ganz einfach: Amazon bezahlt die “Probearbeiter” ordnungsgemäß. Schließlich gibt es eine Probezeit, wie bei allen Firmen. Ist ja sowieso ganz einfach, Leute zu entlassen, das nennt man “atmende Firma”. Pervers, oder?

  13. avatar colorado sagt:

    Haha, ja genau, die vollen Abzocker.

    Ein Beispiel von Amazon:

    Amazon überweist mir einen Betrag von knapp 85 € auf mein Konto, den ich zuerst nicht bemerkt habe, weil ich im Krankenhaus lag! Dann bekomme ich laufend per Email Mahnungen und dachte, hey was wollen die von mir? Erst jetzt vor ca. 2 Wochen habe ich bemerkt, das Geld von Amazon auf mein Konto einging. Ich schrieb Amazon an, wieso das so ist und prompt habe ich heute ein Schreiben vom Inkasso-Büro. Ich soll noch zusätzlich zu dem überwiesenen Betrag knapp 70 € Inkasso- u. Kontoführungsgebühren bezahlen. Hey, in welchen Rechtsstaat leben wir und ab sofort kaufe ich bei diesem Unternehmen niemals mehr ein!

    Die Inkasso werde ich auf keinen Fall bezahlen und werde auch wenn nötig rechtlich gegen dieses Unternehmen vorgehen. Ich denke übrigens, das Inkassounternehmen ist eine Tochtergesellschaft von Amazon. ;)

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