2012
Feb
1
avatar ADMIN Querulant

Wenn Sie das Videofenster auf einem Smartphone anschauen möchten, hier entlang.

Im niederbayerischen Hohenthann hat die Schweinemast in den letzten Jahren immer größere Ausmaße angenommen: Mittlerweile kommen auf etwa 4000 Einwohner 200.000 Mastschweine pro Jahr. Damit steht der Ort beispielhaft für eine Entwicklung, die auch vor Bayern nicht Halt macht: Die bäuerliche Landwirtschaft verschwindet, Großbetriebe entstehen. Von der Politik gefördert, exportiert Deutschland billiges Fleisch bis nach Indien und China. Die Leidtragenden sind die Anwohner der Mastbetriebe – auch in Hohenthann.

Das könnte Sie auch interessieren:

39 Kommentare zu „Kritische Masse: Dorf kämpft mit Schweinemast“

  1. avatar Friedrich der Große sagt:

    Tja, die einzige Alternative ist halt, dass man die partikelemissionen misst – und zwar auch nach der UVP-Prüfungsverfahren und den Genehmigungsverfahren eine kontrollierende Begleitung der tatsächlichen Emissionen etabliert.

    Eine Datenbank ein Benchmark eine Hygienemonitoring für eine ganze Region, das wäre sicherlich zukunftsweisend und absolut sinnvoll.
    Ein Monitoring wer hat weann was und wievile an grammnegativen Partikeln, Aerosolen, usw., emtiert und diese Informationen in einer Regionalen Datenbank im Landkreis nachhaltig dokumentieren.

    Wenns dann Grenzwertüberschreitungen gibt oder geben sollte, dann sollten die Betreiber dazu verpflichtet werden, Maßnahmen wie Nasswäscher einzusetzen.
    Liebe Leute, es gibt bereits hervorragende Firmen in Bayern die das können! Sowphl im Bereich der Messtechnik als auch im Bereich der Abgasreinigung. Das wäre eine absolute Chance für Bayern sich auf diesem Gebiet weltweit eine Namen zu machen und innovative Jobs zu schaffen.

    Die EU-Gesetze gibts bereits, durchjudiziert vor dem EU>GH sind sie auch mittlwerweilen, also was hindert den Freistaat daran, dieses Konzept zu fördern und als Vorreiter aktiv zu werden?

    Andernfalls – wer will bitte der Zivilbevölkerung und den Anrainern zumuten, dass sich ein paar “Stinker” – Aufgrund mangelnder Rechtsdisziplin, eine Golden Nase verdienen und die Bevölkerung im Landkreis durch respiratorisch- wirksame Partikelemissionen diversen Krankheitsgefahren ausgesetzt wird? Stichwort E-Coli-Transfer im Dunstkreis von Megastallungen und Tierfabriken?

    Wenns Interssiert und wer weiterführende Infos haben will, der möge mir doch bitte eine Mailan den BR senden, die im Anschluß daran an meine Wenigkeit weitergeleitet werden sollte.

    Auf Euer reges Interesse freu ich mich!

  2. avatar Bottenbruch sagt:

    Wo ist das Problem? Wie viel Menschen sind durch Schweine- Fleisch gestorben oder erkrankt? Fangen wir vor unser Haustür an zu suchen. Wie viel Menschen sind
    durch Autos getötet oder was ist mit unserer Umwelt- Sprich Lebensraum
    Erde. Wenn wir das Rad zurück drehen wollen fangen wir bei uns an.
    Jetzt haben wir uns den Luxus erarbeitet sind aber zu Blöd ihn zu Nutzen.

    BMW baut Kutschen mit allen Extras.

    Wir waschen ohne Waschpulver, kein Schneckenkorn kein Rasendünger-
    kein Plastik – Kein Atomkraftwerk- Keine Autobahn- keine Skipisten keine
    Flughäfen u.s.w

    Schweine Fleisch aus Russland-Polen oder China super.

    Wir ziehen auf Land – und dann Stinkt es- typisch Deutsch
    Wir ziehen in die Stadt und dann alles zu teuer oder oder oder
    Durch Autos sterben Kinder/Menschen aber wir bauen weiter.

    Immer das Leben der Anderen.

    Wir haben in Europa auf der Welt genug Platz, warum ziehe ich nicht
    da hin?

    • avatar Friedrich der Große sagt:

      Die Schweinehaltung ist nicht das Problem, sondern die Emissionen aus den Stallungen.

      Drum sollte man mal versuchen ein “Hygiene-Monitoring” für bestimmte Regionen zu implementieren, damit die Asuwirkungen der Massentierhaltung objektiverbar – nachvollziehbar und kontrollierbar werden!!!

      Und im übrigen sollte man auch mal daruaf verweisen, dass die Qualität des Fleisch und die Produkte aus der konventionelle Landwirtschaft noch nie so hoch war wie heutzutage.
      Zudem leisten Tiergesundheitsdienste, sowie die Bauern eine absolut hervorragende Arbeit, auf die man wirklich zu Recht stolz sein darf.

      Schlimm sind halt nur die Tendenzen die Institutionelle Anleger, multimationale Lebensmittelketten und Futtermittel-Puncher, verfolgen. Dort entsteht das “Gammelfleisch”! Da gehören dringend neue Regeln für die Spekulanten her!

  3. avatar luis erhard sagt:

    toll wenn ihr den bürgermeister zu dem thema interviewt – ein blick auf die homepage der gemeinde hohenthann zeigt euch dass bürgermeister und saubauer unter einer decke stecken – saubauer ist vertreter des 2. bürgermeisters….

    tolle berichterstattung also…

    • avatar Kuhbauer sagt:

      Toller Kommentar – wer zu primitiv ist um Menschen ordentlich anzusprechen sollte hier nicht ernstgenommen werden. Und wenn dann stecken die beiden genannten nicht unter einer Decke sondern in einem Gemeinderat – und ob sich die immer so einig sind? Vielleicht sollte auf Unterstellungen verzichtet werden.

    • avatar Diagnostix sagt:

      @ luis erhard

      Wenn nun der Gemeinderat mit den “Saubauern” unter einer Decke steckt bzw. diese selbst in diesem demokratisch gewählten Gremium sitzen, dann sollte man sich schon Gedanken machen! Entweder funktioniert dann unsere Demokratie nicht und wir brauchen die grüne Ökotdiktatur, oder hier werden mal wieder die Probleme einer Minderheit zu vermeintlichen Skandalthemen aufgebauscht.
      In Zeiten der Überregulierung und Verbürokratisierung der deutschen Landwirtschaft durch oftmals fachfremde Personen kann ich mir nicht vorstellen, dass der im Beitrag gezeigte Landwirt sich auf rechtlichen Abwegen befindet. Dafür wäre das Risiko zu groß und die Rendite zu gering.

  4. avatar Günter Schanne sagt:

    Eine konsequente Anwendung der deutschen Tierschutzgesetzgebung würde die Zahl der Mastschweine rasch vermindern
    1. Beschränkung der Tierzahl entsprechend der Vorgaben in der schweinehaltungsverordnung
    2. Ein Schweineschwanz ist von Natur aus 30 -33 cm lang.
    warum haben die Schweine auf dem Foto nur Amputationsstuempfe als Schwaenze ?
    Das routinemaessige Amputieren der Ferkelschwaenze ist nach nationalem und nach europaeischem Tierschutzrecht eindeutig verboten. Warum werden diese Tierschutzvergehen vom zuständigen Veterinaeramt geduldet ? Tierquälerei ist Bei Cross-Compliance-Kontrollen zu ahnden und führt zu Abzügen bei den Subventionen..

  5. avatar Ex-Biobauer sagt:

    Bin erstaunt und positiv überrascht, dass quer dieses mal nicht wie gewohnt maßlos überzogen hat. Sonst kommt ja das übliche bio und klein alles gut – konventionel und groß pauschal schlecht. Das Fazit zum Schluss, dass die Politik falsch fördert ist aber inhaltlich falsch. Ich war 7 Jahre lang Biobauer und der Anteil der staatlichen Subventionen am Betriebseinkommen waren um ca. 60 % höher als heute da ich ein “Massentierhalter” bin. Warum habe ich wieder gewechselt? Nicht die Politik sondern der Verbraucher haben versagt. Die Forderungen des Verbrauchers bei Meinungsumfragen nach bio, und sein Einkaufsverhalten Geiz ist geil sind schizophren. Tip an die Redaktion: Nicht nur den Großraum München sehen, sondern auch den “Rest” von Bayern in der Verbrauchereinschätzung berücksichtigen.

  6. avatar Lothar Olly Volz sagt:

    Schweineställe, wie die hier im Film gezeigten, sollten ab sofort verboten werden. Nicht nur in Hohenthann, sondern weltweit.

    Die Schweine haben nicht einmal eine saubere Ruhezone, wo sie sich hinlegen könnten. Kein Stroh, nur kalter Beton mit Schlitzen, damit der Mist nicht von Hand entfernt werden muss, ekelig.

    Und das Fleisch soll schmecken?

    • avatar Kuhbauer sagt:

      Die Strohställe sind leider viel unhygienischer – und Freilandhaltung mit Drecktümpeln gehen schon mal gar nicht.
      Der Spaltenboden besteht inzwischen im Normalfall aus Gummi – und ist warm. So sauber wie hier kann man Tiere nirgends halten – gerade nicht wenn man sie von Hand misten müsste. Alternativ könnte man vielleicht Schweinewindeln entwickeln, das wäre ne Möglichkeit ;)

  7. avatar Rita Neumaier sagt:

    Wann ist ein Dorf noch ein Dorf? Doch nicht mehr, wenn es überall nach Schwein riecht. Es geht um die Verhältnismäßigkeit: In Essenbach (gleicher Landkreis wie Hohenthann) wird um den Bau eines Stalles für 200 Bio-Schweine gestritten. Dort gibt es nämlich ein sogenanntes Wohngebiet, dessen Bewohner sich nun gegen den Stall organisieren. 200 Schweine, die auf Stroh gehalten werden, stinken weniger als 2000 in einer Agrarfabrik. Von der Gülle gar nicht zu reden. Aber auch in Dörfern ohne Neubausiedlung wohnen Menschen! Keine Frage: In einem Dorf soll es Tiere geben dürfen. Allerdings nicht nur von einer Sorte und mit einer erheblichen Überpopulation. Alles andere ist Industrie und gehört nicht in Dörfer, sondern ins Industriegebiet. Sonst leidet die Daseinsberechtigung von allen, die nicht von der Schweinesubvention profitieren. Aber auch diese Menschen wollen weiterhin auf ihren Dörfern leben!

    • avatar Kuhbauer sagt:

      @Rita Neumaier:
      Genau hier liegt doch das Problem!
      Wenn man schon um den Bau eines Stalles für 200 Bio-Schweine streiten muss, dann setzen sich letzten Endes nur die weit draußen angesiedelten großen Ställe durch.
      Es reden zwar alle von der schönen Landwirtschaft wie früher – nur die Misthaufen die es vor dreißig Jahren noch in den Dörfern gab will keiner haben.
      Es reden zwar alle von der schönen Landwirtschaft wie früher – nur die Ställe und Tierhaltung die man im Bauernhofmuseum sieht wäre heute für die Bauern der erste Schritt ins Gefängnis wegen Tierquälerei.
      Es reden zwar alle von der schönen Landwirtschaft wie früher – aber auch in der Landwirtschaft bilden sich sogenannte “Cluster”, Bereiche in denen sich eine Produktionsrichtung spezialisiert.
      Und zu den Schweinesubventionen – für Schweine gibt und gab es noch nie Subventionen!
      Wenn man davon redet sollte man auch bei der Wahrheit und bei Fakten bleiben.

  8. avatar daMich sagt:

    Die so genannten Subventionen (die eigentlich Preisausgleichszahlungen dafür sind, dass der deutsche Verbraucher schön billig zu essen hat) gibt es nicht nur für große Flächen sondern für nachzu alle, da braucht man noch nicht mal etwas anpflanzen. Die beiden ehemaligen Milchbauern, die mit ihren 3 bis 13 Milchkühen hatten auch zu ihrer aktiven Zeit keinen existenzfähigen Betrieb. Was mit ihren Flächen jetzt los ist haben die beiden verschwiegen. Vermutlich wurden diese für überdurchschnittlich viel Geld an einen der “bösen” Schweinemäster verpachtet.
    So ein “industrieller” Schweinemastbetrieb mit 6.000 Mastschweinen hat eine jährliche Arbeitsbelastung von ca. 5.000 Stunden, das sind 2 landwirtschaftliche Arbeitskräfte. Ziemlich umfangreicher Industriebetrieb…
    VW verkauft pro Jahr über 8 Millionen Fahrzeuge und das ist ganz toll. Warum? Wer so viele Autos verkauft, ist auf diesem Gebiet wahrscheinlich ein Experte. Hier ist Masse gleich Klasse. Wenn ein Tierhalter nun mehr als 10.000 Schweine verkauft ist das böse Massentierhaltung. Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, ob er dann nicht auch Experte auf seinem Gebiet ist. Hier wird die Menge aber kritisch gesehen. Aber je mehr ein Erzeuger produziert desto besser setzt er sich mit dem “Produkt” (bei Tieren wohl nicht der richtige Ausdruck) auseinander. Nur wenn die Qualität stimmt, stimmt auch die Bezahlung. Der Tierhalter wird also das Wohl der Tiere als oberstes Prinzip verstehen, da er wirtschaftlich von ihnen abhängt. Nur wenn es den Tieren gut geht, geht es auch dem Tierhalter gut. Wir müssen endlich von der Einstellung weg kommen, dass eine größere Anzahl von Tieren in einem Betrieb schlecht ist. Die Qualitätsanforderungen an die Lebensmittelproduktion sind bei uns extrem hoch. Jeder will täglich essen un zwar zu einem günstigen Preis. Aber den Erzeugern wird ein negatives Image verpasst. Dabei arbeite ein Landwirt mit größerem Betriebsumfang mindestens 1,5 mal so viel wie ein Industriearbeiter. Und das bei Tierhaltern an JEDEM Sonntag, Feiertag, Weihnachten, Sylvester, Neujahr und so weiter, wo der Durchschnittsbürger auch gern mal auf der faulen Haut liegt. Vom finanziellen Risiko das mit unter existenzgefährdend sein kann will ich gar nicht anfangen.
    Ohne solche Tierhaltungsbetriebe können wir unseren Lebensstandard in der heutigen Form leider nicht mehr halten.
    Ich glaube jeder Landwirt wäre froh wenn er auch mit weniger Umfang und damit weniger Arbeit und Risiko seine Familie ernähren könnte.

  9. avatar Saudorfbewohner sagt:

    Die Berichterstattung war eigentlich ganz gut, nur sehr kurz um die ganze Thematik auf den Tisch zu bringen.
    Wenn ein “Bottenbruch” schreibt man soll halt da hinziehen wo es nicht stinkt, dann kann das nur ein Bauer sagen oder ein gedankenloser Vollchecker – wir waren schon vor den Schweinen da!!!
    Leider kann man ja nix dagegen unternehmen, angefangen beim Bürgermeister, über das Landratsamt bis hin zur Regierung, keiner ist zuständig oder kann nichts dagegen tun.
    Wer kann sich schon eine Klage gegen den Freistaat Bayern leisten?
    Ich persönlich bin auf einem Bauerndorf groß geworden. Kein Thema wenn es mal stinkt, aber wenn es von 365 Tagen, mindestens 250 Tage unerträglich ist, dann geht das über die Grenze der Belastbarkeit hinaus.
    Meiner Meinung nach war es sehr schön zu sehen, auf welcher Seite der Bürgermeister aus Hohenthann steht (das war ein Schuss ins eigene Knie).
    Es soll Bauern geben keine Frage.
    Jeder würde es so machen, man versucht doch aus allem möglichst viel Profit zu schlagen, aber irgendwann sollte von Seiten der Politik ein Riegel vorgeschoben werden, dass auch die “Nichtbauern” noch leben und atmen können.

    • avatar Kuhbauer sagt:

      Klar kann das nur ein Bauer sagen – aber es gibt glaube ich kein Dorf wo nicht die Schweine früher schon da waren.
      Nur die vielen einzelnen kleinen Betriebe wurden mit strengeren Haltungsvorschriften und den Beschwerden der Neubürger über den möglichen Gestank des Misthaufens vertrieben! Die Folge davon sind konzentrierte Entwicklungen in größere Bestände.

      10 Schweine in der herrlichen Freiland oder Strohhaltung riechen übrigens so intensiv wie 1000 Schweine im modernen Stall ;)

  10. avatar Karl Söllner sagt:

    Ich komme aus dem Landkreis Regensburg und bin Bürgermeister einer Landgemeinde, die aktuell auch gegen die Errichtung eines neuen Schweinstalls ist.
    Der Widerstand in der Bevölkerung macht sich im Kern gegen die Geruchsbelästung und anderen Umweltbeeinträchtigungen fest.
    Zu kritisieren ist die noch geltende Abstandregelung (VdI 3471), die es erlaubt größere Schweineställe nah an die Dörfer anzusiedeln. Diese Regelung ist veraltet und wir von Technokraten erstellt. Die politischen Mandatsträger und Parlamente sind in diesem Prozess nicht eingebunden und nicht beteiligt. Das muss geändert werden! Abluftreinigung wird jedem anderen emittierenden Gewerbebetrieb vorgeschrieben, bei der Landwirtschaft ist sie nur in speziellen Fällen als Stand der Technik vorgeschrieben. Auch das vertehen immer weniger Bürger. Nachvollziehbar ist es, das Fleisch soll billig sein und die Gewinn dürfen nicht beeinträchtigt werden.
    Die Geruchsausbreitung der Schweineställe erfolgt über das ganze Jahr, für den Bürger meist nicht berechenbar. Es versteht sich von selbst, dass die Geruchswelle meist zur Unzeit durchs Dorf zieht. Der Bürger kann sich nicht richtig davor schützen. Das verursacht Ärger. Durch große Schweineställe in der Nähe des Dorfes verlieren viele Grundstücke an Wert. Auch das ist eine Form von Diebstahl. Jedem Bürger wird gepredigt für sein Alter auch Eigentum zu schaffen. Das geht nicht zusammen. Aber auch die Entwicklung des Dorfes mit neuen Baugebieten ist dann nicht mehr möglich. Wer kauft Grundstücke in einem Dorf, das regelmässig mit Gestank geflutet wird? Der Wegzug von Bürger wird nicht aufzuhalten sein. Es gäbe noch mehr dazu.
    Aber auch der Landwirt ist ein Getriebener. Er befriedigt nur die Nachfrage nach billigem Schweinefleisch zur gewünschten Menge. Die Vorgaben der Politik sind hart. Nur mit Massentierhaltungsystemen sind billige Preise zu erzielen.
    Wir die Konsumenten sind nicht ganz ehrlich dieser Gesamtproblematik gegenüber.
    Deshalb ist ich mein Resümee: Bleibt es bei diesem hohen Fleischkonsum durch uns alle, dann muss die Landwirtschaft mit der Politik dafür sorgen, dass die Schweineställe größere Abstände zur Wohnbebauung einhalten müssen und die Abluft gereinigt werden muss. Der Preis würde steigen. Aber der Dorffrieden wäre wieder hergestellt.
    Karl Söllner, Bürgermeister der Gemeinde Brunn

  11. avatar bayer sagt:

    Der Bericht ist Saugut, ich hoffe zu diesem Thema wird es noch mehr Berichte geben. Fackt ist doch das heutzutage viele glauben das Schnitzel wächst im Supermarkt. Das der Schweinebraten zu Bayern gehört ist klar aber wenn wir nur die Fleischmassen betrachten die weggeworfen werden könnten wir uns viele Schweineschlachtungen sparen. Z.B. in den Gaststätten ist doch regelmäßig bei Knochenfiguranhängern und innen zu beobachten das der Braten möglichst groß sein muß um jedes Futzelchen Fett wegzuschneiden und die Hälte zurückgehen zu lassen um nicht zuzunehmen.
    Hat man schon mal daran gedacht das diese Schweine im jungen Alter ihr Leben dafür lassen müssen. Wären die Verbraucher im Umgang mit dem Lebensmittel Fleisch nicht so gedankenlos, dann wäre ein großer Teil der Mastbetriebe nicht notwendig.

  12. avatar Lauffeuer sagt:

    Irgendwann war ich mal auf der HP der CSU und las, dass ein älterer Mann mit Dr-Titel, der mir völlig unbekannt war,sich selbst und die Partei lobte. Grund: gegen den Willen der Grünen hatten CDU/CSU/SPD eine neue Bauordnung für den Außenbereich durchgesetzt. Alle Produktionsstätten dürfen nun größer sein, die Massentierhaltung samt ihren Schlachthöfen werden gefördert nach dem christlichen Motto: machet Euch die Erde untertan…
    “Unser Land” vom BR zeigte letzte Woche, wie Schweinezucht geht (Muttersäue + Ferkel).Grausam.
    Wenn einige Verbraucher wie auch ich, Ihren Konsum einschränken, bewirken wir überhaupt nichts. Es wird für den Export lustig weiter produziert. Schon faselt man von “vertical-farming” ohne Land, in Hochhäusern.
    Mir bliebt da nur noch Zynismus. Ich bin froh, der Bahre näher zu sein, als der Wiege. Ein Geflügelzüchter, der für 5 (!) Cent Gewinn pro Gockel ein Tier so malträtiert, bekommt von mir genauso wenig Achtung, wie die Poltiker in Berlin und Brüssel.

  13. avatar Herbie sagt:

    In München stinkts nach Autoabgasen, auf dem Land stinkts nach Schweinen.
    Das ist ALLES unserem ungezügeltem Konsumverhalten zuzu schreiben.
    Jeder für sich kanns ändern,
    meint Herbie

  14. avatar Ex-Biobauer sagt:

    Auch wir haben einen Hof in Dorflage. Erst später wurde eine Wohnsiedlung herangebaut, erst keine Probleme, die zweite Generation der Siedler aber ist jetzt mit Unterschriftenaktionen unterwegs. Wir hatten unseren Betrieb nicht verändert (seit 1976), aber die Wahrnehmung der Mitbürger wird anders. Vielleicht auch durch zunehmende Anzahl von Berichten wie diese. Wenn ich lange genug mitgeteilt bekomme das Massentierhaltung Tierquälerei ist und es permanent stinkt, dann glaube ich das auch irgendwann einmal. Zeitgleich wird aber bei mir versucht, noch weiter an unsere Stallungen heranzubauen. Wie paßt das zusammen? Die Frage wer zuerst da war, und ob wir ein Bauerndorf waren zählt nicht mehr. Wenn ich mich entscheide in ein Dorf zu ziehen muß ich mir über die Konsequenzen bewußt sein. Wenn ich mir eine Wohnung in München am Mittleren Ring kaufe, und anschließend den Verkehr unerträglich finde, wäre das ebenso.

  15. avatar Florian sagt:

    Ich habe nichts gegen Großbetriebe, aber ich bin der Meinung, das es für die Natur besser ist wenn wir wieder mehr auf mittelständische Viehzucht setzen. Die Regierung sollt mittelständische Betriebe und die noch vorhandenen Kleinbetriebe ebenso fördern wie die Großbetriebe. Man sollte, aber auf keinen Fall mit Gesetzen vorschreiben wie viele Tiere ein Landwirt haben darf.

  16. avatar Ulrich sagt:

    Zum Thema Emissionen bei der “Massentierhaltung” kann ich nur folgendes sagen:
    Ich bin im Raum Ingolstadt auf dem Land aufgewachsen. Dort gabs im Ort noch einige Bauern, die auf ihrem Hof ein paar Schweine, Kühe Hühner etc. gehalten haben, den Misthaufen mitten auf dem Hof. So richtig schön idyllisch, wie sich ein Städter das eben so vorstellt. Was meint ihr, wie das gestunken hat im Ort! Wobei ich sagen muß, daß mich diese Art von Gestank nicht stört. Ich hatte jedenfalls immer allergisches Asthma, Heuschnupfen usw. Und vor ein paar Jahren bin ich weiter weg in einen Ort gezogen der von Massentierhaltung sozusagen umringt ist. 2000 Milchkühe, mehrere tausend Mastschweine und mehrere Legehennenfarmen.
    Was ist passiert? Ich habe keinerlei Anzeichen von Allergien und Asthma mehr! Da scheinen die Emmissionen der Industrie im Raum Ingolstadt wohl schwerwiegender zu sein als die der Massentierhaltung, die bei uns wirklich sehr konzentriert ist. Und das Beste ist: es stinkt nicht! Im Vergleich zu meiner Kindheit auf dem Dorf mit den 10 Schweinen und 20 Kühen geht die Geruchsbelästigung gegen Null, da diese “Massentierhaltungen” mit neuen Lüftungstechniken ausgestattet sind und sehr strenge gesetzliche Vorgaben einzuhalten haben und dies auch streng kontrolliert wird.
    Unterm Strich wird alles auf den “Massentierhalter” geschoben. Schuld sind aber wir, die Verbraucher, die alles, und das auch nur billig, haben wollen. Davon schmeißt man dann auch noch die Hälfte weg, weil es ja nichts kostet. Von daher sind die Lebensmittel alle viel zu billig.
    Ein weiterer Aspekt ist, daß ein “Massentierhalter” keineswegs daran interessiert ist, daß es seinen Tieren schlecht geht. Nur ein gesunder Tierbestand mit Tieren, die sich wohl fühlen, hat dementsprechende Zunahmen und bringt Gewinn.
    Wir auf dem Dorf könnten uns zur Not auch selbst ernähren mit ein paar Schweinen, Hühnern, Kühen und Ackerbau. Aber wie sieht es mit der Stadtbevölkerung aus, die gerade diese romantisch idealisierte Bilderbuchlandwirtschaft von annodazumal fordert?

    • avatar Saudorfbewohner sagt:

      Lieber “Ulrich” – eine Spezialisierung auf dem Gebiet der Wunderheilung durch Massentierhaltung bei Allergien – ist ein interessanter Aspekt – bei mir funktioniert das leider nicht.
      Mich stört nicht die Massentierhaltung an sich, sondern das wahllose Weiterbauen.
      Wenn in einem Ort in dem der gezeigte Landwirt lebt, schon 20.000 Schweine sind und der Dörfchen aber nur 10 Häuser hat, dann denke ich, wird auch dem Dümmsten klar werden, dass dies nicht mehr der Regel entspricht.

  17. avatar Unterthanner sagt:

    Das Problem Massentierhaltung, Konsumentenverhalten etc. wurde hier genügend diskutiert.

    Über die kritische Masse, das Verhältnis der Vierbeiner zu Zweibeiner auf einem zur Verfügung stehenden, begrenzten Raum, ist nicht (ausreichend) diskutiert worden.

    Und warum? Wohl deshalb, da entweder davon profitiert und unter die Decke gekehrt wird oder „man“ nicht mittelbar betroffen ist?

    Als mittelbar Betroffener greife ich zwei Problemstellungen heraus:

    A) Geruchsbelastung – nach all meinen Recherchen ein technisch lösbares Problem. Diese dirkete Auswirkung wird die Politik bald zu entsprechenden Vorschriften zwingen.

    B) Grundwasserbelastung – hier mache ich mir die größten Sorgen.

    Wer sich hier auf den Anbau von Zwischenfrüchten herausredet, greift gedanklich viel zu kurz und macht sich eher lächerlich. Schönen Gruß auch Herr Bürgermeister.

    Ja klar. Es gibt ja Vorschriften von der Menge der Gülle im Verhältnis zur Fläche bei der Ausbringung. Und noch klarer ist es, dass die Schweinemastbetreiber, die die erforderliche Fläche in XX km Entfernung pachten, die Gülle ordnungsgemäß auch dort ausbringen. Eine Versuchung, diese „ortsnah“ zu „verwerten“, gibt es nicht.
    Alles in schönster Ordnung! Oder?

    Wer die Ironie nicht begriffen hat, sollte hier mit dem Lesen aufhören. Es wird ihm nichts bringen.

    Die Konzentration der Schweinemastbetriebe ist das wirkliche Problem. Grundwasser hat ein langes Gedächtnis, länger als es sich so mancher Grüßaugust (Dorfpolitiker) vorstellen kann. Und hier unternimmt die örtliche, regionale und überregionale Politik zu wenig. In den Menschen hier gärt jedoch das Problem (bisher eher unter der Oberfläche). Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis diese sich das nicht mehr gefallen lassen. Ich bin neugierig auf die nächste Genehmigung der Erweiterung eines Betriebes. Der quer-Bericht kam hoffentlich gerade noch rechtzeitig.

    PS: So weit weg von der Wirklichkeit ist der vorangegangene Kommentar von louis erhard mit dem „unter einer Decke stecken“ nicht:
    Es verstärken sich die Gerüchte, dass der gezeigte Landwirt bald Bürgermeister werden will, da dieser wiederum Landratsambitionen (stellvertretender Landrat ist er ja bereits) hat. Welche Auswirkungen dies haben wird, liegt auf der Hand.

    • avatar Saudorfbewohner sagt:

      Unterthanner – das ist endlich mal einer der weiß worum es hier eigentlich geht !
      RESPEKT!
      Alle reden immer von der Massentierhaltung und vom Verbraucherverhalten.
      Keiner will die Bauern weg haben bzw. wünscht sich laut “Kuhbauer” irgendwelche Misthaufen zurück.
      Es soll nur endlich mal ein Riegel vorgeschoben werden – damit auf eine gewisse Fläche nur eine begrenzte Anzahl von Schweinen gehalten werden darf.

      Und die Gülle fährt kein Landwirt bis zu 50 oder 100km weit!

      Das Grundwasser, so ist es bewiesen, wird von der Mehrbelastung der Gülle (zuviele Schweine) verseucht – das Aufbereiten soll auch von denen bezahlt werden, die es verunreinigen, nicht wieder auf den “kleinen Mann umlegen.

      Kompliment auch an Herrn Hans Weinzierl vom Zweckverband, der bringt es auf den Punkt und redet nicht wie anderen den Bauern nach dem Schnabel.

  18. avatar Huberbaierin sagt:

    Also Unterthanner ich bin auch deiner Meinung.

    der im Beitrag gezeigte Industrielandwirt hat ja noch ganz was anderes im Sinn.
    Er ist im Begriff auch in die Hühnermast einzusteigen. Und mit dem Bürgermeister im Rücken wird ihm auch dies gelingen. Na dann gute Nacht!! Aber die Begründung ist das sích der Hühnermist besser in der Biogasanlage verwerten läßt. Meine Recherche hat aber ergeben das Wiesenhof seinen Schlachthof vergrößert hat und deshalb mehr Kontingent an Hähnchen hat.

  19. avatar Frauke Schießl, Gemeinderätin und Mitglied der Bürgerinitiative gegen Schweinemast in der Gemeinde Brunn sagt:

    Ja, das Problem der Emissionen wäre vermutlich technisch auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Aber welcher Landwirt macht das schon freiwillig, solange er nicht durch Gesetze dazu gezwungen wird? Es wird höchste Zeit, dass nicht nur die Kommunalpolitiker aufwachen und die veralteten Gesetze an die veränderten Gegebenheiten anpassen!
    Noch bedenklicher erscheint mir die Gefahr, die von solchen Großmastanlagen in Form von multiresistenten Keimen (MRSA) ausgeht. Diese werden oft auch als “Krankenhauskeime” bezeichnet, wobei sich inzwischen der Verdacht zu bestätigen scheint, dass die MRSA nicht in den Krankenhäusern entstehen, sondern von infizierten Menschen dorthinein getragen werden.
    Im Umkreis von 1000 m um Großmastanlagen wurden multiresistente Keime nachgewiesen. Im Auftauwasser von Tiefkühlhähnchen wurden bei 90% der Proben diese Keime gefunden!!
    Es heißt immer, die Verbraucher müssten ihr Konsumverhalten zuerst ändern, sprich, teureres (oder kein) Fleisch kaufen, dann würde in einem nächsten Schritt immer mehr Bauern “nachziehen” und ihr Fleisch “umgebungsverträglicher” produzieren. Warum geht es nicht auch umgekehrt? Ein Blick auf die Benzinpreise zeigt, dass die Verbraucher lieber mehr zahlen, als weniger zu fahren. Meiner Meinung nach wäre es beim Fleisch genauso. Würden die Bauern gezwungen, in kleineren Ställen bessere Filteranlagen und weniger Antibiotika einzusetzen, dann würde das Fleisch mehr kosten. Die Bauern behaupten, sie würden dann nicht mehr genug verkaufen. Das glaube ich absolut nicht. Die meisten Verbraucher werden trotzdem Fleisch essen wollen und dafür auch einen höheren Preis zahlen.
    Und die anderen werden ohnehin zu Vegetariern (wenn sie es nicht schon sind) spätestens, wenn durch Filmaufnahmen, persönliche Geruchsbelästigung durch einen Großmaststall am Wohnort und Informationen über die globale CO2-Belastung durch Fleisch-Tierhaltung ein Bewusstsein für die Problematik entsteht.

    • avatar Ex-Biobauer sagt:

      Frau Schießl, die Verbraucher hätten schon immer die Gelegenheit gahabt mehr Geld für höhere Fleischqualität zu bezahlen – tun es aber nicht. Die Landwirte können nicht am Markt vorbei produzieren! Ihre Aussage zu MRSA sind falsch. Es wird zwar gerne von Seiten der Humanmedizin der Landwirtschaft in die Schuhe geschoben, aber die Resistenzen haben sie schon selbst erzeugt. Bestes Beispiel die USA. Vor 5 Jahren wurde ein Antibiotikum mit einen völlig neuen Wirkstoff auf den Markt gebracht. Dieser wurde für die Humanmedizin reserviert, und es gab keine Präparate für die Veterinärmedizin. Alleine die Humanmedizin brachte es fertig, dass bereits nach 4 Jahren 60 % der Keime resistent dagegen sind. Die gewünschten Filteranlagen würden genau den kleinen und ökobetrieben die Existenz rauben, die doch von allen so sehr gewollt sind. Denn diese Betriebe haben meist noch weniger Abstand zur Wohnbebauung und sind in der gemessenen Schadstoffkonzentration pro cbm Luft höher. Zudem ist die Staubbelastung durch Stroheinstreu deutlich höher. Und zu guter letzt: wenn der liebe Gott gewollt hätte, dass wir Vegetarier wären, hätte er uns das effektivere Verdauungssystem der Pflanzenfresser geschenkt.

  20. avatar klaus sagt:

    Biogas

    Warum kommt von quer keiner auf die Idee mal über die Nutzung von Biogas zu sprechen? Die Gülle wird NICHT mehr auf die Felder gebracht, die Nitratproblematik verschwindet von selbst, Energie wird erzeugt und sicher lässt sich dann auch die Geruchsbelastung in ein erträgliches Mass reduzieren, das Gas Klimaneutral genutzt.

  21. avatar wollteigentlichnixdazusagenaber sagt:

    bleibt einem ja nix anderes übrig. Von der Wasserversorgung Rottenburg wurde bereits ein Brunnen geschlossen wegen überhöhter Nitratbelastung. Stand noch in der gleichen Woche in der LZ, dass die Schweinehalter nicht die Verursacher sind. Eh klar, dass wohl eher die geschundenen Kreaturen in ihren Ställen dafür verantwortlich sind. Für die Kosten der Wasseraufbereitung wird ja wohl die Allgemeinheit sprich der vielgescholtene Verbraucher und somit Wasserabnehmer aufkommen müssen. Im übrigen stimmt es nicht, dass niemand bereit ist, mehr für Nahrungsmittel zu bezahlen. Verbraucher-innen, die größere Familien zu versorgen haben, können nicht nur Bio kaufen. Es gibt doch nicht nur schwarz und weiß. Hört endlich auf, die Verantwortung abzuschieben und erzeugt gesunde unbelastete Nahrungsmittel. Gebt uns bitte wieder die Möglichkeit, unsere Familien ohne schlechtes Gewissen zu ernähren. Geht es zu weit, wenn ich Landwirte über die Zuschüsse – zu leisten durch den Steuerzahler – gutgestellte Beamte nenne? Dann seid euch auch der Verantwortung bewußt und streckt uns nicht zynisch den Stinkefinger entgegen.
    Es stimmt, es stinkt unerträglich. Wie gut, sein Haus nicht in so einem Dorf zu haben. Schön, wenn wenigstens dann einer gut leben kann…
    Es geht aber nebenbei gesagt nicht nur um die Geruchsbelästigung. Selbst wenn die nicht mehr da wäre, die armen Schweine in den Stallungen hätten davon nichts.
    Jeder, der sich einigermaßen informiert, weiß doch Bescheid über Antibiotika-Überversorgung in Massentierhaltungen, Keulungen der Bestände bei Schweinepest und anderes Unerträgliches mehr. Wir müssen wieder lernen, Mensch und Tier zu achten. Dann kommen Landwirte und Verbraucher auch wieder gut miteinander aus. Und man kann auch mit etwas weniger ein gutes Auskommen haben – wie übrigens die meisten Mit-Menschen…
    Es glangt hoid sche langsam!

    • avatar Ex-Biobauer sagt:

      wollteigentlichnixdazusagenaber dann hast Du Dich leider nicht wie von Dir gefordert einigermaßen informiert. Deine pauschale Aussage “die armen Tiere” in der Massentierhaltung zeugen von Informationslücken. Die Sterblichkeits- und Krankheitsrate in der Ökoschweinehaltung ist deutlich höher als in der “Massentierhaltung”, ebenso der Antibiotikaverbrauch. Ich habe beide Seiten, öko und Konventionell erlebt und kann mit guten Gewissen behaupten, dass klein oder öko nicht tiergerechter oder tiergesünder bedeuten. Die Zusatände, die ich in meiner Ökozeit in belieferten Schweinemastbetrieben sah haben nichts mit dem zu tun, die Du gerne hättest.

  22. avatar Lauffeuer sagt:

    @ Ex-Biobauer,

    im Zigeunerbaron ist’s ja nett: der ideale Lebenszweck,zweck,zweck ist ist Borstenvieh und Schweinespeck- ist Borstenvieh und Schweinespeck…
    Aber im richtigen Leben?

  23. avatar Frauke Schießl, Gemeinderätin und Mitglied der Bürgerinitiative gegen Schweinemast in der Gemeinde Brunn sagt:

    @ Ex-Biobauer
    Klar hätten die Verbraucher schon immer freiwillig mehr für’s Fleisch zahlen können, sie hätten auch freiwillig mehr für’s Benzin zahlen können. Dazu würde aber ein Maß an Problembewusstsein und Selbstlosigkeit gehören, das nicht weit verbreitet sein dürfte. Was aber, wenn es kein billiges Fleisch mehr gibt, weil eine umweltverträglichere Produktion einleuchtenderweise mehr kostet? Das wäre meiner Meinung nach der richtige Weg hin zu bewussterem Fleischkonsum.
    Was die Keime angeht: Fraglich, ob ein Präzidenzfall aus Amerika auf die Mehrheit der Resistenzen in Deutschland übertragbar ist – aber ich kann nun zugegebenermaßen das Gegenteil auch nicht beweisen.
    Zwar ist Mitleid mit der Kreatur tatsächlich für viele Vegetarier entscheidungsentscheidend und in der Paradiesgeschichte kommt meines Wissens das Töten von Tieren nicht vor, trotzdem halte ich es für unnötig, fleischlose Ernährung mit einem Hinweis auf den “lieben Gott” zu rechtfertigen. Es stimmt auch nicht, wenn Sie behaupten, dass unser Verdauungssystem nicht für Pflanzenkost ausgelegt ist. Wir zählen zu den Allesfressern (wie auch die Schweine) und haben deshalb bei der Wahl unserer Kost einen großen Entscheidungsspielraum.
    Ich bleibe bei meiner Überzeugung, dass die Menschen in Deutschland ( Europa) in den nächsten Jahren diesen Entscheidungsspielraum ganz anders nutzen werden, als bisher. Wenn’s nach mir geht dürfen Großmastanlangen in Zukunft gern genauso selten werden wie Dienstboten, Schriftsetzer, Hufschmiede, …

    @Friedrich der Große:
    Wie geht das mit Partikelmessung und Monitoring? Wohin soll ich das Nachfrage-email an Sie schicken?

    • avatar Ex-Biobauer sagt:

      @Frauke Schießl
      Sollte es eine verbindliche umweltverträgliche Produktion weltweit geben hätten Sie recht. Aber wie wahrscheinlich ist die Umsetzung, wenn sich nicht einmal in der EU 12 Mitgliedsstaaten an das Käfighaltungsverbot bei Hühnern, und 20 Mitgliedsstaaten die neue Tierhaltungsverordnung bei Schweinen umgesetzt hat. Wir verteuern unsere Produktion und damit die Konkurenzfähigkeit und Existenzen, und die Wettbewerbsländer produzieren munter weiter und lachen sich einen über die Naivität des deutschen Verbraucher. Dem Tier selbst ist erst recht nicht geholfen, wenn jetzt statt 4 Hühner früher in Deutschland nun 6 Hühner in Polen im gleichen Käfig sitzen. Wir sind von einem Eierexportland zu einem Eierimportland gworden, mit was für einen Erfolg???
      Zur Umweltverträglichkeit bitte genaue Aussagen, denn die FAO fordert sogar zu einer intensiven Tierhaltung auf, da diese nachweislich Resourcenschonender ist – aber das haben sie sicher schon gewußt. Intensivtierhaltung ist in dieser Beziehung der Ökotierhaltung weit überlegen, und über Tierschutz brauchen wir bei den hohen Krankheits- und Sterblichkeitsrate in der Ökoschweinehaltung wohl nicht diskutieren.

    • avatar bayer sagt:

      Auch ich weiß von den Problemen in Brunn. Zu Schweinemastbetrieben möchte ich sagen sicher haben sie alle recht wenn sie sagen das heutige degenerierte Mastschwein ist in Großbetrieben besser aufgehoben als in halbgroßen Mastbetieben.
      Aber trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen das eine Einzelhaltung von drei bis vier Schweinen einen Sommer lang in jeder Hinsicht für Mensch und Tier besser ist. In den 90er Jahren als Hauschlachtung noch möglich war wurde einmal jährlich in Edlhausen ein Schwein geschlachtet welches täglichen Freigang hatte und mit Kartoffeln, Rüben (kein Soja und sonstiges Apothekenfutter) und selbstproduzierten Futter gefüttert wurde. Wenn man bei der Schlachtung mithilft kann man das Lebensmittel Fleisch ganz anders achten. Ich lasse mir es auch nicht nehmen das dieses Fleisch um ein vielfaches besser schmeckt und auch die Kinder nicht rummäkeln weil sie wissen das dafür ein Tier sein Leben lassen musste. Leider ist dies heute nicht mehr möglich. Aber bitte zu bedenken. Fleisch kommt von Lebewesen und jedes einzelne muß sein Leben dafür lassen. Tausende Tiere zu Keulen wie man Tiermassenmord ohne anschließende Verwertung auf Neudeutsch nennt ist für mich ein Verbrechen an der Schopfung.

  24. avatar Geruchskiller? sagt:

    Frage an die Landwirte hier in der Diskussion:
    Warum werden nicht mehr von den geruchskillenden “Güllezusatzmitteln” eingesetzt?
    Zu teuer? Wirkt nicht? Haben Sie es denn schon mal versucht?

  25. avatar landwirt sagt:

    Hier wird immer wegen “Geruch” und “Massentierhaltung” diskutiert, das alles halte ich für sinnlos. Jeder, der hier an den Diskussionen beteiligt ist, verzehrt oftmals die Woche über Schweinefleisch. Egal ob Schnitzel oder Schweinebraten, alles kommt vom Mastschwein. Die Schweine können ja nicht vom Himmel fallen, sie müssen ja irgendwo gemästet werden. Auf dem Teller gefällt ein Schwein jedem, nur nicht wenn es zum schlachten heranwächst. Jeder hier sollte froh sein, das es solche Leute noch gibt, die sich in diese Arbeit stürzen und die Schweine mästen.

  26. avatar Antonietta sagt:

    Über 90% der Tiere, die wir essen, kommen aus der Massentierhaltung. Dort werden sie in Käfige gepfercht oder zu Tausenden in Hallen ohne Fenster gesperrt und sie verletzen sich gegenseitig vor Panik. Viele verenden schon vor der Schlachtung. Massentierhaltung ist der pure Horror für Tiere.

Kommentieren:

Kommentare werden vor der Freischaltung geprüft. Links sind nicht gestattet. Mehr in den Kommentarrichtlinien.

 

Benachrichtigung per eMail über nachfolgende Kommentare senden. Sie können auch ohne einen Kommentar abzugeben eMail-Benachrichtigungen anfordern.