2011
Nov
16
avatar ADMIN Querulant

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Seit Jahren hält die CSU unbeirrt am Betreuungsgeld fest. Mütter sollen belohnt werden, wenn sie sich daheim selbst um ihre Kinder kümmern, anstatt sie in die Kita zu schicken. „Reaktionär!“ schimpft der politische Gegner, für die CSU gehe es nur um überholte Prinzipien. Oder ist das Betreuungsgeld doch eher Mittel zum Zweck? Denn die Vorbehalte gegen die Kita sind – wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz – auch in der konservativen Wählerschaft noch immer vorhanden. Und in 2 Jahren geht es für die CSU wieder um die absolute Mehrheit in Bayern.

Hinweis: Wir merken u.a. an den Kommentaren unter diesem Beitrag, dass die ursprüngliche Überschrift “Die Mär von der bösen Kita” die Diskussion in eine falsche Richtung lenkt. Wir fragen uns vielmehr, warum die CSU sich so vehement für das Betreuungsgeld einsetzt. Überschrift und Ankündigungstext wurden aus diesem Grund aktualisiert.

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34 Kommentare zu „Betreuungsfall Herdprämie: Wieso will CSU das Betreuungsgeld?“

  1. avatar Reinhard sagt:

    Ab 2013 soll jedem Kind von Geburt an ein Recht auf einen öffentlichen Betreuungsplatz zugesprochen werden. Haben Kinder in den ersten drei Jahren nicht in erster Linie das Recht, von ihren leiblichen Eltern betreut zu werden? Obliegt den Eltern nicht laut Art 6 GG das Recht und die Pflicht auf die Erziehung ihrer Kinder. Warum wird bei uns seit einigen Jahren mit dem milliardenschweren Ausbau der Betreuungplätze einseitig die Fremdbetreuung staatlich gefördert? Diese Förderung wird auch mit den Steuergeldern der Eltern bezahlt, die sich in den ersten drei Jahren bewusst dafür entscheiden in “Vollzeit” für ihre Kinder da zu sein. Wer fragt eigentlich, was für die Kinder besser ist? Bindungsforscher, darunter auch Dr. Brisch von der Haunerschen Kinderklinik, stellen fest, dass vor aller Bildung und Erziehung eine sichere Bindung der Kinder zu ihren Eltern oder anderen Personen aufgebaut werden muss. Um dies zu ermöglichen müssten in den Kinderkrippen Betreuungsschlüssel von 1 zu 3, maximal 1 zu 4, umgesetzt werden. Alles andere verursacht bei den Kindern Schäden bei den Kindern! Solange dies nicht der Fall ist, muss die Bindungsarbeit, die Eltern leisten, die ihre Kleinkinder selbst betreuen, ebenfalls honoriert werden. Ich stehe voll hinter der Forderung des Familienbundes der Katholiken und auch der ÖDP ein sozialversicherungspflichtiges Erziehungsgehalt von 1000 € monatlich einzuführen. Wir müssen uns schon fragen, wo eine alleinerziehende Mutter für die Gesellschaft wertvoller ist: hinter der Kasse eines Discounters, oder zu Hause bei ihrem Kleinkind. Die Wirtschaft gibt hier eine eindeutige Antwort.

  2. avatar Simone sagt:

    Ein Krippenplatz kostet dem Steuerzahler etwa 1000€ im Monat. Es ist in Ordung Familien zu unterstützen, die Krippenplätze brauchen. Genauso gut erziehen viele Eltern Ihre Kinder selbst – ohne eine “Subvention” von 1000 €. Was spricht da dagegen deren Arbeit zumindest mit 100 bzw. 150 € zu honorieren? Es wird sich mit Sicherheit keiner wegen 100 € im Monat für ein Kind entscheiden, das ist Blödsinn! Dieses Geld ist eine kleine Form der Anerkennung für die Erziehungsarbeit, die viele Eltern selbst leisten.

    Außerdem gibt es einen schönen Kompromiss in Sachen Kinderbetreuung – die Tageseltern! Eine familienähnliche Situation, flexible Betreuungszeiten, leider für die Tageseltern sehr schlechte Entlohnungen! Braucht man wirklich zu Betreuung von Kinder zwischen 0 und 3 Jahren ein Studium? Hier von frühkindlicher Bildung zu sprechen, ist etwas vermessen. Mutter-Kind-Gruppen haben schon vor vielen Jahren dafür gesorgt, dass Einzelkinder unter andere Kinder kommen.

    Das Schlimme an dem Krippenwahn ist doch auch, dass nur Einzelkinder unterstützt werden. Welche Normalverdienerfamilie kann sich für 2 oder mehr Kinder eine Krippe leisten?

    Gottseidank gibt es Eltern, die sich trotz massiver Einkommensnachteile f ü r Kinder entscheiden und zumindest die ersten drei Jahre auf das Einkommen verzichten, um die ersten Jahre bewusst mit ihren Kindern zu erleben.

    Im Sinne einer echten Wahlfreiheit – Krippen ja – Tagesmütter erst recht – eigene Eltern absolut unterstützenswert!

  3. avatar Joachim Emde sagt:

    Früher war der BR als rechts verschrien. Heute wird in allen Kanälen gegen das Erziehungsgeld gehetzt. Wie sich die Zeiten doch ändern. Der Kritik der zahllosen BR-Journalisten liegen meiner Ansicht nach viele Denkfehler zugrunde:

    1. Es entsteht kein Schaden, wenn Kinder außerhäusig betreut werden
    Die Zeit mit Kindern gehört zu den kostbarsten Erfahrungen im Leben eines Menschen – so habe ich es zumindest erlebt und erlebe es heute immer noch mit meinen drei Kindern (14, 17 und 20). Statt die Kinder von den Eltern zu trennen sollte man das Arbeitsleben eher in die Richtung ändern, dass Eltern insgesamt mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen können. Wenn Kinder/Jugendliche dauernd in der Krippe / dem Kindergarten / der Ganztagesschule sind, gehen den Kindern und Eltern wesentliche gemeinsame Erfahrungen verloren, was später im Verlust der engen Bindung zwischen Eltern und Kindern mündet. Diese Unfähigkeit zur Bindung ist eine schlimme Entwicklung, die heute schon überall in der Gesellschaft zu beobachten ist.

    2. Die Krippenbetreuung ist besser als die Zeit in der Familie
    Von den Befürwortern der Betreuung wird regelmäßig der tolle Krippenplatz mit wunderbar ausgebildeten Fachkräften der Betreuung durch eine alkoholabhängige Mutter gegenübergestellt, die ihre Kinder vor dem Fernseher parkt. Eine solche pauschale Diffamierung der Familien als erziehungsunfähig ist so bodenlos und herabwürdigend, dass mir schlicht die Wort fehlen! Ich sehe im Gegensatz zu diesem Trugbild hier in meiner Straße die gelangweilten jungen Erzieherinnen, die einen ganzen Trupp Kinder jeden Tag den gleichen Weg durch unsere Siedlung in einem großen Bollerwagen kutschieren. Da wird weder gelacht, gesungen oder miteinander geredet. Die Erzieherinnern rauchen und ratschen dabei. Ich habe im Gegensatz dazu mit meinen Kindern gesungen, bin bei der Baustelle stehengeblieben etc. und habe mich intensiv mit ihnen beschäftigt.

    3. Das Betreuungsgeld ist ungerecht, weil es die entsprechenden Eltern begünstigt
    Wenn man die Bevölkerung in die zwei Gruppen teilt: Die, die Ihre Kinder von anderen betreuen lassen und solche, die ihre Kinder selbst betreuen, so verursacht die erste Gruppe erhebliche Kosten für die Allgemeinheit. Die Menschen, die ihre Kinder selbst großziehen, verzichten auf Einkommen und auf Aufstiegschancen und müssen die Fremdbetreuung der Kinder anderer Leute noch mitfinanzieren. Vergleichbar ungerecht ist es, wenn die Mieter die Eigenheimförderung der Häuslebauer mitfinanzieren müssen. Wenn diejenigen, die die Krippe nicht in Anspruch nehmen, einen kleinen Teil dieser Umverteilung zurückerhalten, ist das nur recht und billig.

    4. Die gute Ausbildung von Frauen ist verschenkt, wenn sie “nur” Kinder erziehen
    Egal ob Vater oder Mutter: Eine gute Ausbildung ist ein Menschenrecht. Die Begleitung von Kindern fordert von uns viele Fähigkeiten und eine gute Bildung. Es ist mir unverständlich, dass diese häusliche Erziehungsarbeit so herabgewürdigt wird. Meine Kinder sind ja jetzt, wie man oben lesen konnte, schon etwas größer. Meine Frau und ich arbeiten mit und für unsere Kinder. Es müssen Facharbeiten Korrektur gelesen und diskutiert, ethische und politische Fragen erörtert, Liebeskummer aufgefangen und neben allem die Defizite unseres katastrophalen, menschenverachtenden Schulsystems ausgeglichen werden. Alles in allem ist es eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die ich weder höher noch tiefer als mein Beruf als Software-Entwickler einstufen würde. Es bleibt viel Zeit für die erwerbliche Arbeit, wenn die Kinder größer sind.

    Insgesamt werden insbesondere Familien durch die kalte Progression in diesem Land schwer belastet und es nur dem außerordentlichen Fleiß meiner Frau und mir zuzuschreiben, dass wir finanziell einigermaßen zurechtkommen. Ich erlebe unser Land als wenig kinderfreundlich; weder was das Schulsystem, noch was die finanzielle Ausstattung oder die allgemeine Zuwendung zur nächsten Generation anbelangt. Die vielfältige Belastung der kommenden Generationen in finanzieller und ökologischer Hinsicht ist nur ein Ausdruck für unsere maßlosen Egoismus.

    Die Folgerung aus allem: Die Gesellschaft sollte bestehende familiäre Strukturen unterstützen und fördern und die räumliche Trennung der Familienmitglieder nicht weiter subventionieren und fördern, wie es zur Zeit geschieht.

    • avatar Almut Rosebrock sagt:

      Sehr geehrter Herr Emde!
      Danke für Ihre fundierten Ausführungen, denen ich in allen Punkten zustimme.
      Mir liegt die lebendige Weitergabe kultureller Werte, Musik, auch Klassik, Tanz, Malerei, Naturliebe und -verantwortung, lebendige Geschichte, Literatur usw. am Herzen. Als Mutter zweier Kinder (10 und 12) sehe ich zudem meine Verantwortung, mit den Ressourcen, die wir haben, sinnvoll und sparsam zu haushalten. Das gebe ich somit auch den Kindern mit. Es werden keine unnötigen Anschaffungen getätigt – dem heutigen Konsumdruck muss man AKTIV entgegenstehen! Schul-Mittagessen kostet 3 Euro – dafür koche ich für die ganze Familie gesund, abwechslungsreich und am individuellen Geschmack orientiert. “Kantinenessen” ab ein Jahr – die Kinder tun mir leid!

      Ich erlebe mein eigenes Wachstum in den täglichen Herausforderungen!
      Eigenverantwortlich und selbstbestimmt Familien-Leben gestalten – über einen langen Zeitraum. Staunen über die Entwicklungen der Kinder.
      Unsere Kinder spielen Instrumente – alles muss begleitet sein.
      Was ich als Mutter für meine Kinder nicht tue, wird kein anderer mit ihnen tun!
      In meinem Beruf als Apothekerin ist das anders. Nichtsdestotrotz hoffe ich, später auch noch in den Beruf zurückzukommen. Das wird allerdings schwieriger, je mehr “krippensubventionierte” durchgehende Erwerbsbiographien es gibt.
      Es sei denn man findet einen Arbeitgeber mit anderen Schwerpunkten.

      Persönlichkeitsprägung findet in der Familie statt – bei Eltern wie bei Kindern!

    • avatar Bärbel Fischer sagt:

      Ein Familienvater von drei fast erwachsenen Kindern stellt fest, dass Kinder auch in diesem Alter noch die Begleitung ihrer leiblichen Eltern brauchen und schätzen. Umso mehr brauchen Kleinstkinder die Präsenz ihrer Mütter/Väter, um sich orientieren zu können und Sicherheit in der Welt zu erwerben.

      In den Familien meiner Kinder erlebe ich fasziniert, wie jedes Enkelkind jeden Tag Neues erobert, ausprobiert, vergleicht, benennt, erfragt. Das soll keine Bildung sein? Im emotionalen Bezug zu den Eltern schafft sich das Kind die Basis für den Intellekt. nämlich Kreativität, Interesse, Disziplin, Ausdauer, Forschergeist, Flexibilität etc.

      Im Gegensatz zu Joachim Ende sollen sich m. E. Eltern nicht mit einem kleinen Teil der Umverteilung zufrieden geben. Denn sonst signalisieren sie ja gerade: Elternarbeit ist geringer zu bewerten als Erwerbsarbeit. Nein, Elternarbeit ist mindestens gleich, wenn nicht höher zu bewerten als Erwerbsarbeit. Christiane Lambrecht hat doch recht: Die einzigen Mitglieder unserer Gesellschaft, die etwas für deren Nachhaltigkeit tun, sind doch sie Eltern.

  4. avatar Christiane Lambrecht sagt:

    Schön, dass sich quer auch mit diesem heißen Thema beschäftigt!

    Ganz kurz folgende Gedanken:
    1. ein Kita Platz kostet etwa 1000 Euro mtl. , dem Steuerzahler
    2. Wer sagt, dass Kita besser sei als Mama und Papa (oder Oma, Opa, Tagesmutter)?
    3. Durch das Grundgesetz haben Eltern gesicherte Rechte. Subsidiarität bedeutet auch, dass der Staat sich nicht in das Innere der Familien einzumischen hat. Auch nicht durch snaften finanziellen Druck, schleichende Entrechtung von Eltern oder sonst was.
    4. Wenn Staat Kitas subventioniert muss er auch Eltern deren Erziehungsleitung anerkennen.
    So macht das Norwegen (400 Euro mtl.), Schweden (300 Euro mtl., Finnland bis zu 420 Euro mtl.). Für Eltern, bei denen einer die ersten 3 Jahre zu Hause bleibt.

    5. fragt man kleine Kinder und Babys (ablesbar am Stresshormon Cortisol) sind die 1000mal lieber bei Mama als in der Kita!

    Fragt man die Bindungsforscher erhält man natürlich andere Ergebnisse als die von wirtschaftsinteressen ghesteuerten Politikern und femininstinnen.

    Zum Glück gibts es noch Eltern, die sich den Luxus, die zeit und das Geld nehmen und ihre -meistens dann mehreren- Kinder eigenverantworlich mit viel zeit selbst großziehen – in den so wichtigen ersten Lebensjahren. Die viel Spaß mit ihren kids haben!

    Diese stabilen, später bindungsfähigeren Menschen werden dann die Stütze dieser Gesellschaft sein.

    Die einzigen Mitglieder unserer gesellschaft, die etwas für die NAchhaltigkeit tun, sind: ????? Richtig! Eltern!

  5. avatar bayer sagt:

    Stimme Reinhard in allen Punkten voll zu. Warum sollen wir uns von der Wirtschaft und ihren staatlichen Politmarionetten vorschreiben lassen wie wir unsere Kinder in den ersten drei Jahren erziehen?.

  6. avatar Susanne sagt:

    Ist den Machern dieser Sendung überhaupt klar, worüber wir reden? Es geht nicht um die über 3-jährigen Kindergartenkinder, die auf dem Foto zu sehen sind, sondern um kleine Babys und Kleinkinder, die es gar nicht toll finden, wenn sie in eine Kita gesteckt werden und die dort – so berichten mir verschiedenste Mitarbeiter aus Kindertagesstätten – den halben Tag weinend verbringen. Sie brauchen ihre Mama – deren Nähe, ihre Stimme und ihren Geruch, damit sie sich geborgen fühlen und optimal entwickeln können. Ich versteh nicht, wie man derart abgestumpft sein kann, diese Fakten zu verleugnen.
    Interessant ist, dass die meisten Mitarbeiter von Kitas aussagen: “Da würde ich mein Klienkind nie hingeben.” Dem sollte eine Sendung wie Quer einmal nachgehen.

  7. avatar Karl sagt:

    Solange das Thema ideologisch besetzt ist, kommen wir nicht weiter.

    Ich kann nur über unsere Krippe sprechen und das nur positiv. Wir hatten zwei Kinder dort in Betreuung und sie, die Kinder (!), haben sich äußerst wohlgefühlt!

    Grundlage war eine sehr gute Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen den Eltern und den – kompetenten, sehr herzlichen und liebevollen – Betreuern.

  8. avatar SYL sagt:

    Wenn sich Eltern voll und ganz auf ihre Kinder einlassen, die Verantwortung übernehmen und sie in den schwersten Tagen ihres Lebens (0-18) begleiten, dann Hut ab. Hut ab vor solchen Eltern, die sich ihre Kinder als Lebensaufgabe gemacht haben.
    Ich habe oft Wut und Groll über Eltern, die Kinder in die Welt setzen und sich dann nicht kümmern. Dementsprechend entwickeln sich diese in eine völlig falsche Richtung. Die Kinder können nicht einmal was dafür, sie sind nur sie selbst. Den Anteil daran tragen die Eltern.
    Meine Devise: Wenn Kinder gewünscht und in die diese Welt gesetzt werden, dann mit voller Aufmerksamkeit, Verantwortung und Liebe. Was anderes brauchen die nicht! Und eine verantwortungsvolle Politik, die wieder familien-/kinderfreundlich und sozial denkt!

  9. Wir merken u.a. an den Kommentaren hier, dass die ursprüngliche Überschrift “Die Mär von der bösen Kita” die Diskussion in eine falsche Richtung lenkt. Wir fragen uns vielmehr, warum die CSU sich so vehement für das Betreuungsgeld einsetzt. Überschrift und Ankündigungstext wurden aus diesem Grund aktualisiert.

    Viele Grüße

    ADMIN Querulant, quer-Redaktion

  10. avatar Friedlinde sagt:

    Manchmal glaube ich, dass die Anti-Familienkampagnen von Politik und Wirtschaft ihre schädlichen Botschaften den im Arbeitsalltag immer mehr gestressten Eltern wirkungsvoll vermitteln. Wenn ich sehe, wie Mütter ihre in Fahrtrichtung des Kinderwagens starrenden Kinder wie Einkaufswagen durch die Gegend schieben, wenn sie Zeit haben mit dem Handy sprechend, oder aber mit der Freundin oder dem augenblicklichen Partner, wenn sie keine Zeit haben, einfach zur nächsten Kinderabgabestelle hastend, dann wird mir klar, dass sich die natürlichen Gefühle der Mütter bereits im Vergleich zu vergangenen Generationen geändert haben, leider nicht zum Vorteil der geistigen Entwicklung der ihrer Kinder. Die würde nämlich durch eine intensive Beschäftigung mit dem Kind im Kinderwagen gefördert. Dazu gehört Blickkontakt und Ansprache, Mittel, die jeder normal ausgestatteten Mutter instinktiv gegeben sind, die selbst alle anderen Säugetiere von der Maus bis zum Menschenaffen beherrschen.

    Und ausgerechnet hier setzt die Anti-Familien-Politikpropaganda an, indem sie Frauen einreden wollen, dass dieses instinktgegebene Brutpflegeverhalten der Spezies Mensch weitgehend abhanden gekommen ist und dafür professionelle Krippenbetreuerinnen, oft minderqualifiziert und überfordert mit mehr als 3 zu betreuenden Kindern, diesen “Job” besser erledigen. Professionelle Liebe soll also besser sein als Mutterliebe?

    Manchmal habe ich mich dann gefragt, warum derartige gegen die Natur gehende Bestrebungen Erfolg haben konnten, bis ich auf einen Artikel von Shawn E. Nielsen et al. mit dem Titel:

    Hormonal contraception usage is associated with altered memory for an emotional story
    Neurobiology of Learning and Memory 96(2011)378-84

    stieß, in dem die das emotionale Empfinden verändernden Funktionen durch hormonelle Kontrazeption, zu deutsch, die Pille, beschrieben werden, Frauen also ihre emotionalen Bindungen zum Kind plötzlich nüchterner sehen und der Domäne vieler Männer, der Technik, ganz einfach einem System-Denken zugewandter werden. Die Pille, die bereits jungen Mädchen verschrieben wird, die darin nicht mehr das Medikament, sondern allenfalls so etwas wie eine Vitamintablette sehen. Abgesehen von anderen negativen Effekten hormoneller Kontrazeption ist diese Auswirkung besonders teuflisch, bewirkt sie doch ein Verlernen der normalen Brutpflege, wie sie, wie schon bemerkt, selbst allen noch nicht ausgestorbenen Säugetieren angeboren ist. Nun wundere ich mich zwar weniger, nach dieser Erkenntnis, bin dafür aber um so besorgter für unsere Zukunft.

    Krippen sind keine Lösung des Problems, sondern Teil desselben!

  11. avatar Monika Gärtner sagt:

    Hallo zusammen.
    Pro und Kontra lassen sich für die Großstadt disskutieren. Aber ich bin Erzieherin auf dem Land und da darf es nur eine Entscheidung geben: KEIN Betreuungsgeld! Denn auf dem Land kämpfen die Krippen ums Überleben. Es gibt freie Plätze und man ist um jedes Kind froh, dass sich anmeldet. Das Betreuungsgeld ist nichts weiter als Konkurrenz auch aus dem Grund, weil der Krippenplatz auf dem Land nicht mal 150 € kostet. Da die Arbeitslosigkeit groß ist und viele Mütter eh nicht arbeiten verdienen sich die Mütter noch ein Zubrot und sind überhaupt nicht an einer Betreuung interessiert. Sicherlich nicht pauschal verkehrt für engagierte Mütter, aber für manche Kinder eine verpasste Chance auf altersgemäße Entwicklung.

  12. avatar christel sagt:

    Die Betreuung der kleinen Kinder ist ja nicht nur eine Sache der Kosten. Vor allen andren Dingen sollte es um das Wohl der kleinen Kinder gehen und die sind unter drei Jahren am Besten bei den Eltern aufgehoben. Das bestätigen Bindungsforscher rund um die Welt und auch die aktuelle NICHD-Studie. Die Differenz zwischen Betreuungsgeld in Höhe von 12000-16000 EUR/Jahr und 150 EUR Betreuungsgeld ist für Familien, die ihre Kinder selbst betreuen möchten sowieso nicht nachzuvollziehen. Wenn Geld gezahlt wird, dann aber in bar, damit kann jeder seine Betreuung selbst organisieren und bezahlen, oder gar kein Geld – dann gibt es zumindest keine staatliche bevorzugte Form der Betreuung. Wo bleibt in einer freien, demokratischen Welt, in der jeder Bürger wahlberechtigt ist, das Vertrauen in die Eltern, daß sie das Beste für ihre Kinder tun? Die Antwort mit den mißhandelten Kindern lasse ich nicht gelten, denn sie stellt alle Eltern unter einen Generalverdacht, den eine kleine Minderheit verursacht. Oder als Vergleich? Sollte allen Autofahrern der Führerschein entzogen werden, nur weil einige bei rot über die Ampel fahren? Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich finde jeden einzigen Fall mißhandelter und vernachlässigter Kinder einen Fall zu viel. Daß aber jetzt alle Eltern unter Generalverdacht gestellt werden hilft keinem Kind weiter- im Gegenteil.

  13. avatar Bärbek Fischer sagt:

    Als leuchtendes Beispiel für wirtschaftliche Umsicht, Vorsorge und Sparsamkeit bemüht unsere Kanzlerin gerne die „Schwäbische Hausfrau.“ Ganz anderer Ansicht ist da die Frauenunion. Die traut „Haus-Müttern“ den verantwortlichen Umgang mit 100 oder 150 Euro Betreuungsgeld nicht zu und kämpft für Gutscheine. Vor der Geburt ihres Kindes durften die Frauen in Büros und an Kassen noch riesige Summen verwalten. Als Mutter haben sie offenbar schlagartig ihre ganze Kompetenz eingebüßt und sind unfähig, zu entscheiden, wie sie die 2 oder 3 Scheine verwenden. Dies ist aber nur die eine Seite der Niedertracht.

    Auf der anderen Seite müssen Eltern, die ihre Kinder in die Krippe geben, für diese Kosten nur zum geringsten Teil selbst aufkommen, weil der Steuerzahler die Fremdbetreuung eines Kindes monatlich mit rund 1000 Euro sponsert. Also bleiben mindestens 700-800 Euro als Einsparung bar im Geldbeutel zurück, welche die Eltern nach eigenem Ermessen verbrauchen dürfen, ohne dass der Staat Rechenschaft für deren Verwendung fordert, auch wenn dieses Geld für Flachbildschirme, Pornos oder Schnaps ausgegeben wird. Meines Wissens gilt noch immer der Art. 3 GG, nach dem alle Menschen, also auch Mütter, vor dem Gesetz gleich sind. Trotzdem schämt sich unsere politische Frauenelite nicht, Wahlfreiheit zu heucheln, von Herdprämie zu reden und Mütter mit Gutscheinen zu bevormunden.

  14. avatar Ruth Dötterl sagt:

    Hallo Herr Süß,

    Ihr Sendung gefällt uns eigentlich ganz gut, besonders da es Ihnen gelingt Ihre “queren” Anmerkungen u.a auch gekonnt unterhaltsam in Szene zu setzen.

    Dennoch: Mich hat es sehr geärgert, dass Mütter die willentlich sich dafür entscheiden ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst zu erziehen so dargestelt wurden, als seien sie anscheinend nicht dazu fähig oder willig einer Arbeit nach zugehen und würden das Betreuungsgeld nur in Anspruch nehmen um ihren Kindern einen Flachbildschirm als Babysitter vor die Nase zusetzen.
    Es kann sein, dass es Eltern gibt, die dieses Geld dann falsch einsetzen, aber alle Mütter, die zu Hause bleiben – u. U. dies ganz bewußt,weil sie gerne jeden Entwicklungsabschnitt ihres Kindes mitbekommen möchten – in einen Topf zu werfen – und dies dann noch auf diese Art und Weise, als seien sie lediglich die potentiellen Kunden von Media Markt.
    Also das war ganz schön daneben.

  15. avatar geco sagt:

    Die Antwort auf die Frage, warum die CSU das Betreuungsgeld so forciert, liegt doch offen auf der Hand: Weil dadurch der Druck genommen wird, bis 2013 die eigentlich versprochenen Krippenplätze auch ausgebaut haben zu müssen. Man hofft wohl, die “Herdprämie” mache die Eltern mundtot.
    Nach dem Motto: Besser den Spatz (150Euro) auf der Hand als die Taube (Krippenplatz) auf dem Dach (also den Krippenplatz nicht bekommen).

    Grundsätzlich sollte die Arbeit der zu Hause erziehenden Eltern (hauptsächlich Mütter ) in der Gesellschaft besser anerkannt werden. Ob da 150 Euro im Monat die richtige Sprache sprechen, sei dahingestellt.

    • avatar Lauffeuer sagt:

      Haben Sie auch an das Splitting gedacht? Jedenfalls bei besser Verdienenden ist das auch eine schöne Förderung für die daheimgebliebene Mutter, während die berufstätige Frau Steuern und Sozialbeiträge abführt.

      Es sollte jedes Paar für sich entscheiden, was für die Familie das Beste ist. Gutverdiener, die das Splitting nutzen, sollten kein Geld mehr bekommen.

    • avatar Uli sagt:

      Genau so ist es, es geht doch längst nicht mehr darum was für Kinder oder Eltern das Beste ist, sondern nur noch um die Gesichtswahrung der CSU. Das Geld fehlt dann an anderer Stelle und ob man in der momentanen “Krise” überhaupt soziale Wohltaten verteilen kann, steht noch mal auf einem ganz anderen Blatt.
      Aber um Logik und Sinnhaftigkeit geht es in dieser Regierung schon lange nicht mehr, nur noch darum halbwegs gut dazustehen.

    • avatar Friedlinde sagt:

      Richtig ist doch vielmehr dass es mehr Betreuungsgeld geben sollte, also etwa wie in Norwegen 450 €. Ein Krippenplatz wird mit monatlich etwa 1000 € subventioniert, ist nur von mäßiger Qualität und jede normale Mutter kann das besser, ist es doch erstens das eigene Kind und eben 1 Kind oder es sind maximal 2 bis 3 Kinder. Eine Krippenbetreuerin “betreut” in der Regel aber 6 und mehr Winzlinge, da ist weder Bildung noch Bindung möglich. Und zudem sind die Betreuerinnen oft nicht einmal entsprechend ausgebildet. Ganze 2 % der Krippen in Deutschland sind hochwertig, was aber Voraussetzung für eine risikoarme Betreuung ist. Durch Zahlung eines ordentlichen, von der großen Mehrheit angenommenen Betreuungsgeldes könnten dann die zahlenmäßig reduzierten Betreuungsplätze wirklich hochwertig werden, ohne Betreuungsgeld ist das hingegen Utopie.

  16. avatar Stefan sagt:

    Eines vorweg: alle Eltern sollten ein freies Wahlrecht haben, wie sie die Kinderbetreuung organisieren. Es gibt Argumente für eine Betreuung zu Hause und es gibt auch gute Argumente für eine Betreuung in der Kita.

    Tatsache ist aber auch, dass der Staat die Aufgabe hat, die flächendeckende Betreuung in Kitas zu gewährleisten. Kitas sind gehören somit also zur “Infrastruktur”. Leider ist dieses Wahlrecht nicht überall gewährleistet, für unser erstes Kind mussten wir mehrere Monate warten und dann haben wir auch nur einen Platz 1/2 Fahrstunde entfernt gefunden.

    Grundsätzlich in die falsche Richtung geht die Herdprämie: Sie subventioniert die Nichtnutzung einer Infrastruktur. Oder möchten Herr Seehofer und Frau Merkel demnächst auch Autofahrer belohnen, die die Autobahn nicht nutzen? Gerade aus Kreisen der CSU wird doch hier in eine andere Richtung gedacht.

  17. avatar ARG sagt:

    Mal ein Fallbeispiel. Mir bleibt nichts anderes übrig, als Alleinerziehende nach dem auslaufen des Elterngelds wieder arbeiten zu gehen. Ich kann sonst meinem Lebensunterhalt nicht bestreiten, habe kein Einkommen, kann weder Wohnung noch Lebensmittel bezahlen. Natürlich kann ich mich auch einfach von meinem Arbeitgeber rauswerfen lassen, ALG beantragen + Wohngeld und dann auch noch dieses dümmliche Betreuungsgeld beziehen, weil ich ja eh schon alles vom Staat geschenkt bekommen würde. Nein, ich bin so dumm, dass ich wieder Teilzeit arbeiten gehen will, Steuern zahle und mich selbst über Wasser halten will. Dafür muss ich in meiner Stadt bis zu 600 Euro/Monat für den Krippenplatz bezahlen und habe noch nicht mal Vollzeitbetreuung, sondern nur 6 Stunden am Tag. Ich bin dann die “schlechte” Mutter und das Kind ist wegen der Krippe sicher “gestört”, hat einen “Schaden” oder was auch immer einem vorgeworfen wird, während andere sich dann lieber vom Staat noch Geld in den Allerwertesten schieben lassen und die setzen die Kiddies vor den Fernseher oder lassen sie bei der Nanny, die sie sich locker leisten können oder den Großeeltern, die nichts kosten. Betreuungsgeld bekommen sie ja dafür. Es ist einfach unfassbar. Natürlich würde ich eventuell etwas länger zu Hause bleiben, wenn es finanziell gehen würde, aber meinen festen und relativ sicheren Job und die Unabhängigkeit auch noch aufgeben? Nein danke, liebe CSU. Dann lieber qualifizierte Betreuung für ein paar Stunden, in denen die Kinder mit anderen sozialen Kontakt haben und Dinge lernen, die sie eventuell nicht bei bei den Eltern lernen würden und gefördert werden.

    Ich gehe übrigens dafür nicht in die Oper. Für die Nichtnutzung dieser subventionierten Einrichtung möchte ich bitte das Geld auf mein Konto überwiesen bekommen.

    • avatar Lauffeuer sagt:

      @ ARG

      Ich möchte Ihnen meinen Respekt aussprechen! Der Krippenplatz ist zu teuer, zumal Sie ja noch Steuerzahlerin bleiben. Da kann man nur hoffen, dass das Kind einen betuchten Vater hat, der Sie unterstützt.

  18. avatar Friedlinde sagt:

    Sie verwechseln da einiges, Stefan. Es gibt sicher Gründe für den Kindergartenbesuch, also ab 3 Jahre, aber kaum für den Krippenbesuch, insbesondere unter 2-Jähriger, allenfalls eine Notlage finanzieller oder sozialer Art, so wie das Krankenhaus nur für Kranke da sein sollte, die zu Hause nicht ausreichend gesunden können. Kinder unter 2 Jahren sind hingegen in aller regel bei den Eltern besser ausgehoben. Insofern sollte allenfalls das Engagement der Eltern gefördert werden. Die Verkrippung der Kinder ist nur eine Notlösung.

    Mit der Autobahn stimmt das so auch nicht, weil Autofahrer über Steuern unterschiedlicher Art eher mehr zur Kasse gebeten werden als die Autobahnen letztlich kosten, zumindest gilt das für PKWs. Eltern, die ihre Kinder in die Krippe geben zahlen diesen Anteil aber selten über ihre eigenen Steuern, die ja nicht nur für die Krippensubvention, sondern auch für die Garantierung der Sicherheit (Polizei, Feuerwehr), für die Rente (gilt nur für Kinderlose), für Zuschüsse zur GKV usw. genutzt werden, zumindetens wenn sie nicht ein Mehrfaches des Durchschnitts verdienen.

  19. avatar Friedlinde sagt:

    Liebe Quer-Redaktion,

    in dem Beitrag habe ich ganz überwiegend Kindergartenkinder, allenfalls über 2-jährige Krippenkinder gesehen, es ging doch aber um den Krippenausbau, also 0- bis 3-Jährige. Eine mit 6 bis 10 Kleinkindern überforderte Krippenbetreuerin kam da nicht vor, und das ist gegenwärtig die durchschnittliche Situation, die sich durch die Krippenplatzgarantie 2013 weiter verschärfen wird, besonders dann wenn das Betreuungsgeld nicht kommt.

    Sie sollten doch wohl das zeigen, worüber Sie berichten. Eine gute Sendung hätte also auch auf die ungenügende Krippen-Ausbauphase und die fehlenden, bis 2013 mit Sicherheit nicht auffindbaren Krippenbetreuer, die Prozesslawine durch den Krippenplatz einklagende Eltern und das so zu erwartende Chaos reflektieren müssen.

    • Hallo Friedlinde,

      Sie schreiben:

      in dem Beitrag habe ich ganz überwiegend Kindergartenkinder, allenfalls über 2-jährige Krippenkinder gesehen, es ging doch aber um den Krippenausbau, also 0- bis 3-Jährige.

      Wo steht, dass es in dem Bericht nur um den Krippenausbau gehen sollte?

      Sie schreiben:

      Eine gute Sendung hätte also auch auf die ungenügende Krippen-Ausbauphase und die fehlenden, bis 2013 mit Sicherheit nicht auffindbaren Krippenbetreuer, die Prozesslawine durch den Krippenplatz einklagende Eltern und das so zu erwartende Chaos reflektieren müssen.

      Gewiss. Das hatten wir bereits letzte Woche in der Sendung. Ist oben auch unter “Das könnte Sie auch interessieren” verlinkt:
      http://blog.br-online.de/quer/herdpraemie-oder-krippenplatz-wohin-mit-den-kleinkindern-09112011.html

      Viele Grüße

      ADMIN Querulant, quer-Redaktion

  20. avatar PK sagt:

    Hallo ARG

    ich verstehe nur allzugut Ihr Dilemma, aber es gibt eben auch die andere Seite: Familien, mit mehreren Kindern (wir haben vier, das macht ganz schön “Arbeit”) und ich muß einfach zuhause bleiben, anders ist es kaum zu schaffen und Verwandschaft haben wir auch nicht in der Nähe. So gerne ich selber wieder Arbeiten gehen würde (denn das verschafft “Luft” im Kopf, gibt neue Impulse und tut ja auch nicht nur aus finanzieller Sicht gut).
    Die wenigen, die ihre Kinder tatsächlich vor dem Fernseher “parken” sollten eigentlich in dieser Diskussion keine Erwähnung finden. Sie sind genausowenig stellvertretend, wie die wenigen Kinder, die von einer “Nanny” betreut werden. Es sind ja meist keine hochausgebildeten Karrierefrauen mit hochdotierten Jobs, sondern die “einfachen” Verkäuferinnen, Büroangestellten, Gärtnerinnen, Krankenschwestern usw… die baldmöglichst wieder Arbeiten wollen/müssen. Ich schließe mich den vorangegangenen Kommentaren an: heutzutage wird alles §outgesourced§, selbst unsere Kinder, aber es ist “normalen” Familien kaum mehr möglich, einfach nur Familie zu sein: nämlich sich bewußt für Kinder entscheidend, mit nur einem Verdienst und einer sozusagen häuslichen Arbeitskraft das Familienleben einfach nur zu leben und die Zeit mit den Kindern zu genießen.

    Mfg, PK

    Ach ja, ich bin 42, wir haben, wie erwähnt vier Kinder, mein Rentenanspruch beträgt irgendwann mal gerade gut 200,- € darüber mag ich gar nicht nachdenken…

    • avatar ARG sagt:

      Laut CSU sollen auch gut betuchte Eltern das Betreuungsgeld erhalten. Warum frag ich mich? Sie können es sich eh aussuchen und brauchen das Geld nicht zum Leben. Anderen Meldungen zufolge sollen dagegen Sozialleistungen angerechnet werden um gerade dem Argument entgegenzuwirken, dass Eltern bildungsferner Schichten noch mehr Anreize erhalten, die Kinder zu Hause zu vernachlässigen. Oder das Problem der Integration. Da leben Kinder in Deutschland seit Ihrer Geburt und sprechen diese Sprache kaum, weil sie zu Hause völlig isoliert sind, oder in einer Parallelgesellschaft leben.

      Ich mache niemanden einen Vorwurf, der sich bewusst entscheidet und es sich leisten kann zu Hause zu bleiben. Aber ich mache der Politik einen Vorwurf, den Leuten vorzugaukeln, dass das Betreuungsgeld eine Wahlfreiheit ermöglicht und gerecht ist. Denn natürlich ist es einfach nur nicht zu schaffen, Kita- und Krippenplätze ausreichend zur Verfügung zu stellen und dann hat man schon mal solche konservativen Schnapsideen mit denen man Klientelpolitik betreibt.

      Wie schon gesagt bleibt mir nun mal keine andere Wahl, als eine Krippe in Anspruch zu nehmen (habe ausserdem keine Verwandten in Bayern). Dafür werde ich aber finanziell wieder schlechter gestellt als reiche Eltern, weil die ja noch Betreuungsgeld bekommen. Gerade für Alleinerziehende ist das ja wirklich ein Hohn, da kein Partner da ist, der weiterhin Geld verdienen kann. Dann werfen einige Leute einem auch noch vor, unverantwortlich zu sein, wenn man sein Kind einige Stunden betreuen lässt.

      P.S. @ PK Laut meinem letzten Rentenbescheid werde ich ca. 400 Euro Rente bekommen, mit Rentenanpassung 800 Euro. Immer natürlich vorausgesetzt, mein Gehalt hält sich noch etwa 30 Jahre auf diesem Niveau. Da liege ich eventuell gerade bei der Grundsicherung, wo bei anderen aufgestockt wird durch den Staat (man, bin ich blöd… mal wieder). Private Vorsorge kann ich mir im Moment nicht leisten – nicht mit diesen Krippenpreisen!

    • avatar Friedlinde sagt:

      Das Problematische ist doch, dass sich immer wieder Eltern um den besten Weg streiten, oft nicht sachlich, und das ist auch gar nicht verwunderlich, weil das eigentliche Problem doch ist, dass die Leistung der Eltern, nicht genügend gewürdigt wird, und zwar sowohl die der besser Betuchten als auch die der weniger gut Betuchten. Die Nutznießer aber sind die, die überhaupt keine Kinder haben, kostet doch ein Kind im Durchschnitt die Eltern etwa 100.000 €, Geld das gerechterweise von den Nichteltern auch für die Gemeinschaft in Form höherer Steuern und Sozialbeiträge aufgebracht werden müsste, denn die Leistungen der kommenden Generationen wollen sie im Alter ja auch nicht missen.

  21. avatar Lauffeuer sagt:

    @ Friedlinde,

    ist es nicht so, dass “Nichteltern” schon mehr Steuern zahlen? Und jeder, der berufstätig ist, zahlt auch Sozialbeiträge für sich und andere.

    Wir hatten Kinder, weil wir sie wollten und nicht berechnet, wie teuer sie uns kommen. Bei allem Verständnis für die heutige Zeit…

    • avatar Friedlinde sagt:

      Richtig, man sollte Kinder weder aus finanziellen Gründen bekommen oder nicht bekommen. Trotzdem bleibt dieser Betrag von durchschnittlich 100.000 € pro Kind, den die Eltern zusätzlich im Vergleich zu Nichteltern aufbringen müssen, und Nichteltern nutzen eben dieses Geld fürs eigene Wohlleben, für eigene Interessen, nur selten für allgemeinnützige Zwecke oder eben die eigene Altersvorsorge. Deshalb profitieren, zumindest materiell, von Kindern diejenigen am meisten, die keine haben. Bei all den Ungereimtheiten zum Betreuungsgeld sollte eben auch dieser Aspekt stärker berücksichtigt werden. Und bei den umlagefinanzierten Systemen zahlen Kinderlose eben nur für die eigenen Eltern, wenn sie später Rente beziehen oder krank sind und GKV-Leistungen erhalten oder Leistungen aus der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen müssen, finanzieren das die Kinder der anderen.

    • avatar Lauffeuer sagt:

      Friedlinde,

      ich bin still – aber Gott hört mein Brummen. Ihre Argumente sind falsch und Kinder eine Freude.
      Nichteltern finanzieren mit ihren oft hohen Abgaben auch die GKV’s, Kitas, Schulen und Unis, ohne sie (leider) zu beanspruchen. Durch diese Rechnerei mancher Leute wurde nur Unfrieden gestiftet.
      “Kümmern” Sie sich bitte um Herrn Ude, der viel zuwenig Kitas bereitstellt.

  22. avatar Philipp sagt:

    Ist die Straßenbefragung denn tatsächlich so gelaufen, dass alle gesagt haben, Kinder sollten von den Eltern betreut werden?

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