Bei Krimiserien bin ich echt ein schwieriger Serienjunkie. Wenn der immer leicht schmierige “Mentalist” in die Kamera grinst, bin ich draußen. Wenn die “CSI”-Ermittler aus New York, Las Vegas oder von mir aus auch Wanne-Eickel an Tatorten herumwurschteln, greif ich zur Fernbedienung. Wenn aber in “The Wire” die klassischen Muster einer Copserie zu einem komplexen Gesellschaftspanorama ausgeweitet werden oder bei “The Shield” ambivalente Cops durch die Straßen marodieren, bin ich voll dabei. Und da die neue Crime-Serie “The Chicago Code” aus der Feder von “The Shield”-Autor Shawn Ryan stammt, sind meine Erwartungen natürlich hoch.
Raubeinige Bullen und korrupte Politiker
Jarek Wysocki (Jason Clarke) greift auf den Straßen von Chicago bei der Bekämpfung des Verbrechens hart durch und hat sich dabei eine Art Legendenstatus unter den Kollegen erarbeitet. Einflussreiche Unterstützung erfährt er dabei von seiner Ex-Partnerin Teresa Colvin (Jennifer Beals), die mittlerweile die erste weibliche Leiterin des Chicagoer Police Departments ist. Der korrupte Stadtrat Ronin Gibbons (Delroy Lindo) erschwert jedoch zunehmend die Arbeit der Polizisten.
Packende Eröffnung mit Luft nach oben
Die neue Bullenserie “The Chicago Code” macht in ihrem Piloten mit schnellen Schnitten und einer rasenden Kamera gleich ordentlich Druck, der raubeinige Haudegen-Bulle Jarek und die loyale Polizeichefin Teresa können schnell mit Sympathiewerten punkten. Charaktermime Delroy Lindo als diabolischer, korrupter Politiker Gibbons sollte ohnehin eine sichere Bank sein. Der zupackende Pilot legt jedenfalls die Fährten für einige interessante Konflikte. Allerdings ist das Genre nach Großtaten wie “The Wire” und “The Shield” etwas übersättigt und “The Chicago Code” muss sich in den nächsten Folgen durchaus bemühen, neue und vor allem eigene Akzente zu setzen. Aber Genre-Profi Shawn Ryan wird das schon machen. Ich hocke mich auf jeden Fall erst mal mit in die Polizeiautos der Chicagoer Polizei.



