Ich kenne sie alle. Und alle kennen mich. Gestern hat mein Vater eine Diashow gezeigt von seinem Berg-Urlaub in Argentinien. Es war ein größerer Rahmen, gekommen sind so ziemlich alle Bergsteigerfreunde von meinen Eltern. Und ich war mittendrin – denn wenn jemand beurteilen kann, ob ich so werde wie meine Eltern, dann die. Die Freunde meiner Eltern haben mich teilweise schon im Kinderwagen rumgeschoben, ich hab auf ihren Teppichen Bauklötze gespielt und sie haben mich bei Bergtouren mit ihren Geschichten bei Laune gehalten… Sie kennen also ziemlich viele Facetten von mir – die guten wie die schlechten…
Es war ein bisschen wie Höhle des Löwen, schließlich wagt man sich mit Mikro da sehr weit rein in seine Vergangenheit. Während mein Vater also den Diaprojektor justiert hat, habe ich mich mit meiner Frage – “Wem bin ich denn jetzt ähnlich…?” auf die Socken durch den Saal gemacht. Ergebnis: Klar. Wie er. Äußerlich. Innerlich eher die Mama.
Das vom Apfel und vom Stamm habe ich immer gehasst!
Na super. Ist jetzt keine Neuigkeit für mich, das höre ich seit 29 Jahren. Was aber doch neu war – früher haben mich diese Vergleiche unglaublich genervt. Mei, ganz der Papa. Und die Großmutter kommt auch noch durch… Ich wollte nie, nie, nie hören, dass ich so bin wie… oder ausschaue wie… Gestern, da war das anders. Da fand ich es auf einmal nicht mehr so schlimm, sondern habe mich ganz wohl gefühlt, mit meinen Eltern verglichen zu werden.
Ist das jetzt die Auswirkung der Sendung? Oder die Weisheit des Alters? Ich tendiere zu letzterem, aber ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Deshalb gehe ich am Montag auch zu einer Entwicklungspsychologin, die mir hoffentlich sagen kann, ob es normal ist, erst gegen die Eltern zu rebellieren, ihnen unbemerkt immer ähnlicher zu werden und das irgendwann sogar gut zu finden!
Wenn ihr Fragen an die Psychologin habt – ich nehme sie gerne mit. Einfach bis Montag hier als Kommentar einwerfen.











