2011
Nov
25

Die Frage // Treffen mit der Vergangenheit

avatar Christine

Ich kenne sie alle. Und alle kennen mich. Gestern hat mein Vater eine Diashow gezeigt von seinem Berg-Urlaub in Argentinien. Es war ein größerer Rahmen, gekommen sind so ziemlich alle Bergsteigerfreunde von meinen Eltern. Und ich war mittendrin – denn wenn jemand beurteilen kann, ob ich so werde wie meine Eltern, dann die. Die Freunde meiner Eltern haben mich teilweise schon im Kinderwagen rumgeschoben, ich hab auf ihren Teppichen Bauklötze gespielt und sie haben mich bei Bergtouren mit ihren Geschichten bei Laune gehalten… Sie kennen also ziemlich viele Facetten von mir – die guten wie die schlechten…

Es war ein bisschen wie Höhle des Löwen, schließlich wagt man sich mit Mikro da sehr weit rein in seine Vergangenheit. Während mein Vater also den Diaprojektor justiert hat, habe ich mich mit meiner Frage – “Wem bin ich denn jetzt ähnlich…?” auf die Socken durch den Saal gemacht. Ergebnis: Klar. Wie er. Äußerlich. Innerlich eher die Mama. 

Das vom Apfel und vom Stamm habe ich immer gehasst!

Na super. Ist jetzt keine Neuigkeit für mich, das höre ich seit 29 Jahren. Was aber doch neu war – früher haben mich diese Vergleiche unglaublich genervt. Mei, ganz der Papa. Und die Großmutter kommt auch noch durch… Ich wollte nie, nie, nie hören, dass ich so bin wie… oder ausschaue wie… Gestern, da war das anders. Da fand ich es auf einmal nicht mehr so schlimm, sondern habe mich ganz wohl gefühlt, mit meinen Eltern verglichen zu werden. 

Ist das jetzt die Auswirkung der Sendung? Oder die Weisheit des Alters? Ich tendiere zu letzterem, aber ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Deshalb gehe ich am Montag auch zu einer Entwicklungspsychologin, die mir hoffentlich sagen kann, ob es normal ist, erst gegen die Eltern zu rebellieren, ihnen unbemerkt immer ähnlicher zu werden und das irgendwann sogar gut zu finden! 

Wenn ihr Fragen an die Psychologin habt – ich nehme sie gerne mit. Einfach bis Montag hier als Kommentar einwerfen.

2011
Nov
24

Braune Gedanken

avatar Matthias Dachtler

Gestern habe ich meinen ersten Neonazi interviewt – oder besser Ex-Neonazi. Stefan (29) ist ein Aussteiger, er hat das Programm der „Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus“ des bayerischen Verfassungsschutzes durchlaufen. Seine Geschichte klingt erschreckend logisch. Die Eltern geschieden, der Vater weg, auf dem Schulhof von Ausländern verprügelt. Logisch, dass er sich eine Ersatzfamilie sucht, die ihn schützt. Pech nur, dass ihn ausgerechnet eine Neonazi-Kameradschaft aufnimmt. Obwohl Pech das falsche Wort ist. Die Kameradschaften suchen sich Leute, die die gleichen Kriterien erfüllen wie Stefan. Zerrüttete Familie, autoritätshörig, ausländerfeindlich.

Wie oft begegnet Dir Ausländerhass im Alltag?
Und hattest Du schon mal Kontakt mit einem Neonazi?

2011
Nov
18

Die Frage // Werde ich wie meine Eltern?

avatar Christine
Loriot

Paare werden sich im Alter immer ähnlicher. Sagt man. Aber nicht nur die...

Bei mir wars ein Foto. Ein Schnappschuss – gemacht von meinem Vater, als er für einen Auftritt bei einem Geburtstag eine kleine Showeinlage geplant hat. Mein Vater ist zwar nicht Loriot, aber es ist ein ziemlich cooles Bild – er schaut in die Kamera mit Hut und Frack und… meinem Gesicht. Klar, wir sahen uns immer ähnlich – aber dieses Lachen, diese Gestik, diese Haltung aufs Foto gebannt: 1:1 – ich. Schluck.

Meine Eltern haben mir also so einiges hinterlassen, Spleeniges wie Praktisches, ziemlich Gutes und ganz schön Nerdiges. Oder besser gesagt: Meine Eltern hinterlassen mir immer mehr. Denn je älter ich werde, desto klarer wird mir: Ich werde immer mehr wie sie.

Familienbanden

Und meine Freunde werden immer mehr wie deren Eltern. Die gleichen Gesten, das gleiche Lachen und oft auch der gleiche Lebensentwurf: Man kauft Messersets. Fruchtpressen, so groß wie die halbe Küche. Und genau die gleichen Teile stehen auch bei den Eltern rum… Viele übernehmen den Beruf der Eltern und neulich konnte ich mir das Lachen gerade noch verkneifen, als ein Freund von mir abendfüllend über die Griechenland-Eurokrise-BND-Weltverschwörung doziert hat – derselbe, der sich immer über die pastoralen Monologe seines Vaters geärgert hat… 

Das Vererbungs-Perpetuum-Mobile 

Man wollte doch nie so sein wie die Eltern… Wo ist die Rebellion hin? Die Abgrenzung? Ist das gut, ist das schlecht? Hat das alles ein Ziel? Einen Zweck? Hat die Evolution da ihre Finger noch mit im Spiel – Stichwort: Nachahmung zwecks größerer Überlebenschancen? Sind wir alle wieder nur ein Abklatsch unserer Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großeltern? Und der Traum der Individualität sagt leise servus? 

Gründe genug mich in den nächsten zwei Wochen zu fragen: Werde ich wie meine Eltern? Und was mich gerade am meisten interessiert: Geht’s euch genauso? Wo werdet ihr wie eure Eltern und wie geht’s euch damit? Wenn ihr Geschichten für mich habt – her damit, schreibt sie einfach als Kommentar in den Blog. Hier und im Magazin auf on3-radio halte ich euch die nächsten Wochen auf dem Laufenden.

2011
Nov
4

Drugchecking rettet Leben – nur in Deutschland nicht

avatar Matthias Dachtler

XTC-Tablette wird im CheckIt-Zelt auf einem Wiener Elektro-Festival vermessen

Als ich im Sommer auf einem Wiener Elektro-Festival meinen “Research Chemical”-Film gedreht habe, war ich ziemlich überrascht, dass die Besucher so wenig Ahnung hatten. XTC, Speed und Koks kannten alle, viele hatten was dabei. Aber von “Research Chemicals” oder “Badesalz” hatte fast niemand etwas gehört.

Dabei war jede fünfte Partydroge auf dem Festival mit Research Chemicals verseucht. Egal ob XTC, Koks oder Speed, überall steckten ein oder mehrere der Chemikalien als Wirkstoff drin. In Wien stand direkt neben der Tanzwiese ein blaues Zelt, in dem Drogenberater Proben von illegalen Substanzen entgegengenommen haben. Im mobilen Labor dahinter wurden sie kostenlos und anonym ansäuert. Die Wiener Beraten haben die Ergebnisse später vor dem Zelt aufgehängt – auf jedem fünften Zettel klebte ein “Research Chemical”-Sticker. 

Research Chemicals sind psychoaktive Wirkstoffe, die sich in Europa ausbreiten, seit vor ein paar Jahren der XTC-Markt eingebrochen ist. Die neuen Designerdrogen sind besonders gefährlich, weil sie nie getestet wurden. Nicht am Menschen, nicht mal an Ratten. Wirkung, Langzeitfolgen, tödliche Dosen kennt niemand. Die klassischen Wirkstoffen wie Amphetamin (Speed) oder MDMA (XTC) sind mittlerweile gut erforscht. Sie sind deswegen nicht harmlos, Wirkung und Dosierung sind bei Konsumenten und Medizinern aber bekannt.

Daheim in München habe ich einen jungen Mann getroffen, der Research Chemicals bewusst in einem Online-Shop gekauft hat – gestreckt als Badesalz und als puren Wirkstoff. Beides konnte er legal im Netz kaufen, weil es mehrere Monate dauert, bis die deutschen Behörden die Wirkstoffe ins Betäubungsmittelgesetz aufnehmen.  In der Schweiz und Österreich bieten mobile Labore auf Partys und Festivals eine kostenlose und anonyme Analyse illegaler Drogen an. Die Idee: Nur wer weiss, was in seiner Droge drin ist, kann risikobewusst dosieren – oder das Zeug wegwerfen. Die Projekte laufen seit Jahren sehr erfolgreich. In Deutschland ist das sogenannte Drugchecking verboten, weil man fürchtet dadurch illegale Drogen zu verharmlosen und rechtsfreie Räume zu schaffen.

Welche Erfahrung habt ihr mit Badesalz, Research Chemicals und gepanschten Partydrogen gemacht? Und was haltet ihr davon, ein Drugchecking-Modellprojekt in Bayern einzuführen, um auf die Research Chemical-Welle zu reagieren?

2011
Okt
28

Die Frage // Was weiß ich bis jetzt?

avatar Otto

Wer weiß was von mir? Nach zwei Wochen Recherche befinde ich mich so langsam im Endspurt. Hier findet ihr schon mal die Interviews, die ich bis jetzt geführt habe.  Aber ich bin noch nicht am Ende mit meiner Suche nach Antworten.
Ständig stolpere ich noch über Links, die auch irgendwie mit meiner Frage zu tun haben.  Beim fakenamegenerator kann man sich schnell eine neue Netzidentität basteln. Mit allem drum und dran. Der Foebud informiert ziemlich umfassend über Datenschutz und Anonymität im Netz. Und wer mal testen will, was passiert, wenn die eigenen Facebook-Daten in falsche Hände geraten, sollte mal takethislollipop besuchen. Für das Facebook-Passwort bekommt man hier seinen eigenen Social Media-Horrorfilm. Alles auf eigene Gefahr, versteht sich.

Wenn ihr noch Links und Tipps für mich habt, dann bitte her damit!

P.S.: Die Sendung gibt’s am Montag ab 21 Uhr auf on3-radio und danach als Podcast!

 

2011
Okt
25

Die Frage // Wie viel Wissen über mich ist gut?

avatar Otto

Ich habe heute mit Google Deutschland gesprochen, um herauszufinden, was Google über mich weiß. Natürlich war die Pressesprecherin daran interessiert, dass ihr Unternehmen nicht als böse Datenkrake rüberkommt. Sie hat beim Interview immer wieder betont, wie der einzelne User seine Daten kontrollieren kann. Aber auch nach dem Gespräch hab ich das Gefühl, dass die Firma mit dem bunten Logo mehr von mir weiß, als mir lieb ist. Und mir daher auch immer die passende Werbung unter die Nase hält.

Die Kommunikationswissenschaftlerin und Autorin Miriam Meckel meint, dass wir in Zukunft noch berechenbarer für die Algorithmen der großen Internetfirmen sind. Ihr aktuelles Buch “Next – Erinnerungen an eine Zukunft ohne uns” wirft einen dunklen Blick in unsere Zukunft. Schon der  Klappentext verrät, wo laut Miriam Meckel die Reise hingeht.

“Die nächste Zeit gehört nicht den Menschen, sondern den Computern. Zwanzig Datenpunkte sind ausreichend, um einen Menschen berechnen zu können. Wo wir leben, was wir kaufen, wohin wir reisen, mit wem wir sprechen, was wir mögen, wen wir lieben – all das ist in den Computernetzwerken längst über uns gespeichert und wird so ausgewertet, dass wir vorhersagbar werden. Der Computer weiß, wie wir entscheiden werden, bevor wir das selbst wissen. (…) Und das ist erst der Anfang einer Zukunft, die irgendwann ohne uns auskommt.”

Klingt nach Science Fiction à la Terminator oder Matrix…
Was meint ihr: Hat Miriam Meckel Recht mit ihrer Vision? Oder helfen uns all die Algorithmen und Empfehlungen eher? Ich freue mich über eure Kommentare.  Und wenn ihr eine Frage an Miriam Meckel habt, die ich ihr am Donnerstag stellen soll, dann her damit.

2011
Okt
20

Die Frage // Was weiß die Schufa von mir?

avatar Otto

Wenn du ein Bankkonto hast, bist du drin. Wenn du schon mal was auf Rechnung bestellt hast, bist du drin. Wenn du eine Kreditkarte hast, dann erst Recht. Die Schufa hat von quasi jedem Deutschen über 18 Datensätze gespeichert. Ich wollte wissen, was die  “Schutzgemeinschaft für die allgemeine Kreditsicherung” eigentlich von mir weiß. Ich habe mir meine Schufa-Daten zuschicken lassen. Die kann seit 2010 jeder einmal im Jahr kostenlos anfordern. Gestern bin ich dann nach Wiesbaden gefahren, um mir erklären zu lassen, was da genau gespeichert wird.

Auf den ersten Blick sind es erst mal  nicht viele Daten, die die Schufa von mir kennt:  Name, Geburtstag, Geburtsort, die letzten Adressen und wie viele Konten und Kreditkarten man hat. Auch wenn es auf meinem Bogen nicht vorkommt: Auch wenn ich irgendwo noch offene Rechnungen hätte, die Schufa würde es wissen. Was die Schufa nicht weiß: Wie viel ich genau verdiene.

Trotzdem errechnet ein Computer am Ende aus diesen paar Daten einen Score-Wert: Eine Prozentzahl zwischen 0 und 100, die voraussagen soll, wie wahrscheinlich es ist, dass ich meinen Kredit auch zurückzahle. Und dieser Zahl vertrauen die meisten Banken oder Telefonanbieter blind.

In meinem Fall kein Problem: Schufa-Score von 98,96 Prozent von 100! Der nächste Handy-Vertrag dürfte kein Problem sein. Und das obwohl ich weder eine Festanstellung, noch eine reiche Erbtante habe. Deshalb gibt es auch immer wieder Kritik an die Schufa.

Wie ihr sehen könnt, hab ich einige Daten in meinem Bogen geschwärzt, ich bin da doch noch vorsichtig. Christian Heller aus Berlin würde diese Angaben wahrscheinlich ohne Bedenken ins Netz stellen. Der Blogger ist Mitglied bei den Datenschutz-Kritikern von der „Spackeria“ und meint: Privatsphäre  ist in unserem vernetzten Leben nicht mehr zeitgemäß. Im Web sollen ruhig alle alles von den anderen wissen. Krasse Ansicht. Ich werde Christian fragen, ob er das wirklich ernst meint. Was sagt ihr dazu?

2011
Okt
20

New Hits From The Blog // Unholy Rhythms

avatar Philipp

 

Pop und Geheimnis gehen ja zusammen wie Pech und Schwefel. Im Dunkeln ist auch musikalisch gut munkeln und Töne deren Urheber nicht bekannt sind, wirken mysteriös und faszinierend. Den ganzen Monat über beschäftigt sich on3 unter dem Codenamen Pop Secret mit dem Geheimnis im Pop.

Der Blog Unholy Rhythms aus San Francisco  erklärt genau das zu seinem ästhetischen Konzept und widmet sich mit seinen Posts der düsteren, abseitigen Musik von weitgehend unbekannten Bands. Zu jedem Song gibt es ein merkwürdiges Bild und eine verquere Kurzgeschichte, in denen es von Verdammnis über Fieberwahn über allerlei Psychedelisches geht. Da passt das Motto des Blogs nur zu gut ins Bild:

“It isn’t about if you’re the first to hear the music, but the fact that you’re hearing it at all.”

 

Taps – Fluttersad

Von dem Produzenten Taps düften tatsächlich die wenigsten gehört haben. Dabei bastelt der Mann Beats, die tonnenschwere Bässe durch melancholische Melodien wuchten. Man könnte fast von Dupstep-Walzer sprechen.

 

Lana Del Rey – Video Games (Madden Refix)

Madden bremst in seinem Remix das zarte Pop-Stimmchen von Lana Del Rey derart runter, dass es am Ende fast so klingt als würde ein Mann singen. So wird aus dem ohnehin schon traurigen Pop-Song ein grusliger Horror-Film-Soundtrack.

 

Skeleton Zoo – Devil’s Lettuce

Das Produzenten-Duo Skeleton Zoo pendelt zwischen Ohio und Philadelphia und verhackstückt auf seinen Laptops allerlei Pop-Songs zu merkwürdigen Grooves und Melodien. Kling wie ein Drumcomputer auf Acid.

 

Basketball Camp – Midnight Gerlactic

Die Tage von Mash-Ups sind eigentlich längst gezählt. Wenn aber wie hier der Beastie Boys Kracher “Intergalactic” mit der fiepsenden und dröhnenden Synthie-Hymne “Midnight City” von M83 vermischt wird, wirkt das geheimnisvoll und spannend zugleich.

2011
Okt
18

Die Frage // Wer weiß was von mir?

avatar Otto

1200 A4-Seiten – so lang war das pdf-Dokument, das sich der Wiener Jura-Student Max Schrems von Facebook schicken ließ. Dabei waren das noch nicht einmal alle Daten, die das Netzwerk über ihn gesammelt hat. Der Fall sorgte für Schlagzeilen, weil er eine beunruhigende Tatsache deutlich macht: Da draußen schwirren mehr Informationen über uns herum, als wir uns vorstellen können.

Facebook will mit der “Timeline” unser komplettes Leben darstellen, Google weiß mehr über uns als unsere besten Freunde und unser Handy-Anbieter kennt immer unseren Aufenthaltsort. Es heißt, dass unser aller Daten der neue heißbegehrte Rohstoff für die Wirtschaft sind – so ungefähr wie früher das Erdöl. Viele Daten geben wir freiwillig her, einiges  wird aber auch hinter unserem Rücken gesammelt.

Wer weiß was von mir? Muss ich Angst haben, dass ich permanent durchleuchtet werde? Oder sind nicht eh so viele Daten im Umlauf, dass Details aus meinem Leben in der Informationsflut untergehen?

Ich versuche in den nächsten zwei  Wochen, Antworten zu finden. Los geht’s mit einer Datenkrake, die es schon viel länger gibt als Google und Facebook – die Schufa. Die “Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung” sitzt in Wiesbaden und hat angeblich Datensätze von drei Viertel aller Deutschen angelegt. Meinen persönlichen Schufa-Score habe ich schon mal angefragt  – ich lasse ihn mir am Mittwoch von einem Schufa-Mitarbeiter erklären.

Wenn ihr Fragen habt, die ich für Euch bei der Schufa in Wiesbaden loswerden soll, dann her damit. Ich freue mich auch über andere Tipps und Anregungen zur Frage “Wer weiß was von mir?”. Einfach in den Kommentaren einwerfen.
Ich berichte hier und auf on3-radio über den Stand meiner Recherchen.

2011
Okt
13

New Hits From The Blog // Auf den zweiten Blick

avatar Steffi

Das Internet macht uns zu Messies. Man lädt runter, was gerade geht. Die Festplatte platzt aus allen Nähten und eigentlich hat man doch schon längst keine Ahnung mehr, was so alles für Musikfiles in den dunklen und tiefen Archiven des eigenen Computers gebunkert werden.
 
Zeit, mal ordentlich den Kehrbesen zu schwingen und sich durch die Vergangenheit zu ackern. Der Blog “Auf den zweiten Blick” hat sich das zur Aufgabe gemacht. Nicht den heißesten Scheiß, der einem sowieso ständig ins Gesicht geschleudert wird, noch ein wenig weiter zu schleudern, sondern die Sachen auszugraben, die aus irgendeinem Grund nicht in der persönlichen Dauerschleife gelandet sind.

Keine schlechte Idee – nochmal ein Auge auf das zu werfen, was so irgendwo vor sich hingammelt.

Entweder um neue Schätze zu entdecken oder endlich die Bestätigung zu bekommen, dass eine der vielgehypten Indiesensationen aus dem Jahre 2001 letztlich doch nur eine kurze Verpuffung am großen Pophimmel war.

Und so wird einer zweiter Blick auf Cat Power, …And You Will Know Us by the Trail of Dead oder die Decemberists geworfen, um die üblichen Verdächtigen zu nennen. Daneben dann noch ein ganzer Haufen an Unbekanntem, Schrägem und zu Unrecht Verschollenem. Es gibt sogar Mystery-MP3s, bei dem der Blogger nicht mal mehr selbst weiß, wer dahinter steckt.

Eine gute Sache, dieses Ausmisten. Denn wie man bei jedem New Age Guru nachlesen kann, wirkt das Wegwerfen von altem Ballast wahre Wunder und schafft Raum für Neues. In diesem Fall ein paar Gigabyte Platz, um die nächste willkürliche Downloadorgie zu starten.

http://revisiting.tumblr.com/