Archiv für die Kategorie „Spielwiese on3-radio“

2011
Jul
29

“Zelda – Ocarina of Time 3DS” – Verkaufe alt als neu!

avatar Fränzn

Foto: Nintendo

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Alleine bei diesem Artwork kriegen viele Videospieler feuchte Augen. "Ocarina of Time" gilt als eines der besten Games aller Zeiten.

25 Jahre Zelda-Games. Nach Klempner Mario ist der Grünschnabel Link definitiv die beliebteste Nintendo-Figur. Das beste Zelda, „Ocarina of Time“ von 1998, ist zum Jubiläum neu aufgelegt worden. Als 3D Version für den Handheld 3DS.

Jubiläumszuckerl

Die Geschichte von „Ocarina of Time“ kannte man damals schon aus früheren Zelda-Teilen: Helden-Grünschnabel Link muss Prinzessin Zelda und damit auch die ganze Welt vor dem bösen Ganon retten. Dafür erlernt Link einen Haufen Fähigkeiten, sammelt magische Artefakte und befreit mystische Wesen, die in Wald-, Feuer- oder Wassertempeln versteckt oder gefangen sind.

Das Revolutionäre war: „Ocarina of Time“ hat festgelegt, wie ein Action-Adventure in der Post-2D-Ära auszusehen hat. Diese Maßstäbe gelten bis heute. Wie man sich in einer räumlichen Polygonwelt bewegt, wie man in ihr kämpft, wie ihre Level und ihre Welt aufgebaut sind – ein „God of War 3“ ist in seinem Grundgerüst nichts anderes als ein „Ocarina of Time“ in anderem Gewand. Und: „Ocarina of Time“ gilt noch vor „GTA 3“ als erstes dreidimensionales Open-World-Game.

Immer noch einzigartig

Jetzt also die übrigens dritte Neuauflage des Games, diesmal für den 3DS. Und es kann tatsächlich immer noch mithalten. Bis auf das katastrophale Speichersystem, das einen immer wieder zu sinnlosen und ewigen Laufwegen von A nach B zwingt, spielt das Game auf alleroberstem Handheld-Action-Adventure-Niveau mit. Mit den Ideen, die in „Ocarina of Time“ stecken, machen andere zehn Spiele. Es gibt kaum einen Moment, wo sich etwas wiederholt. Fast jeder Gegner braucht eine eigene Strategie. Jedes Dungeon setzt einem neue Herausforderungen vor. Das Game ist ein weiteres Manifest dafür, was für ein genialer Spieledesigner Mario- und Link-Erfinder Shigeru Miyamoto ist.

Fader Beigeschmack

Eins aber stört mich. Nintendo zehrt damit schon arg von seiner Vergangenheit. Sie machen mir ein 13 Jahre altes, grafisch aufpoliertes Game als DAS Kaufargument, als DEN Blockbuster für ihren Handheld schmackhaft. Der 3D Effekt ohne Brille haut mich zwar immer wieder um. Ein paar Mal aber hab ich mich dabei ertappt „Ocarina of Time“ ohne Effekt zu spielen und hab es nicht einmal gemerkt. Jetzt hoffe ich auf das „Super Mario 3DS“, das eine tatsächliche Neuentwicklung ist und den 3D-Effekt nicht nur als optischen Reiz, sondern auch als spielerisch relevantes Element einsetzen soll.

2011
Jul
22

Sword & Sorcery EP – Märchenhaft magisches Game!

avatar Fränzn

Foto: Superbrothers

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Ich glaube dran! Was sollte mich daran hindern, in einem Videospiel über Wasser zu laufen. Genau: Nichts!

Vielleicht bin ich deshalb so fasziniert von „Sword & Sorcery“ EP, weil ich im Bayerischen Wald aufgewachsen bin. Der Wald hatte für mich immer etwas faszinierend Unergründliches, etwas Geheimnisvolles, Märchenhaftes und manchmal Melancholisches. “Sword & Sorcery EP” bringt mir diese Magie auf meinen Tablet-PC oder mein Smartphone. Und ist auch unabhängig von meiner Herkunft ein ganz besonderes Spiel.

Kindliche Neugierde und Fantasie

Wie in einem Point&Click Adventure lenke ich meine Spielfigur per Fingerzeig durch den geheimnisvollen Wald. Ich befreie Waldgeister, indem ich mit meinem Finger Baumstämme zupfe wie Gitarrensaiten, woraufhin sie singend gen Himmel entsteigen. Ich tauche in die Träume der Waldbewohner ein, wo ich über Wasser laufe, und so eine zuvor unerreichbare Waldlichtung besuchen kann. Mit einem einfachen Fingerwisch über den Himmel tausche ich den Mond mit seinem Spiegelbild im Wasser aus, und es öffnet sich ein Tor. Neugierig mit den Fingerspitzen die Spielwelt betasten und die eigene, kindliche Phantasie ankurbeln – so kommt man in “Sword & Sorcery EP” weiter.

Der Soundtrack des Waldes

Dazu kommt der beste Videospielsoundtrack seit langem. Das Spiel ist schon fast um die verträumten Klänge des kanadischen Singer-Songwriters Jim Guthrie herumprogrammiert. Ja, man könnte sogar an manchen Stellen meinen, alle Musik und alle Soundeffekte sind das Game. Das Highlight: Einmal trifft man Jim Guthrie im Wald und spielt mit ihm zusammen einen Song. Da verschmelzen Welten miteinander.

Sich verlieren zwischen den Bäumen

So entfaltet “Sword & Sorcery EP” auch seine tiefere Wirkungskraft: Durch das Zusammenspiel von Musik, Optik, Haptik und Fantasie. Man hat einfach das Gefühl, in eine magische Welt einzutauchen. Schon lange bin ich mir beim Zocken eines Videospiels dessen nicht mehr so bewusst gewesen. Bei “Limbo” vielleicht noch. Aber sollte dieses Gefühl nicht eigentlich jedes Videospiel auslösen?

2011
Jul
1

Homefront – Ein Antikriegs-Shooter?

avatar Fränzn

Foto: THQ

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Die fiktiven Ereignisse vor dem Überfall der Nordkoreaner auf die USA kann man im Game in alten Zeitungen nachlesen. Die wirken oft unfreiwillig komisch. Das sind aber die einzigen Momente zum Schmunzeln. "Homefront" ist beinhart.

Es ist 2027. Ein zur Weltmacht erstarktes Nordkorea überfällt und besetzt die USA. Kim Jong-un erhält den Nobelpreis. Wer lacht da? Auch wenn der Autor von “Homefront” (John Milius) auch der Schreiberling der 80er-Jahre Trash Action “Die rote Flut” mit Patrick Swayze ist – “Homefront” meint es ernst.

“Homefront” schockiert. Exekutionsszenen auf offener Straße, Internierungslager vollgestopft mit weinenden, dahinsiechenden Menschen, Schaufelbagger, die Massengräber auf Footballfeldern mit Leichen füllen, unter denen man sich dann verstecken muss,  schreiende Babies im Kugelhagel. 

Ständig habe ich mich gefragt: “Ätzend! Wieso soll ich das spielen?”

Rambo 4 Effekt

Wer die Gewaltorgie “John Rambo” gesehen hat, der kann ungefähr nachvollziehen, was “Homefront” mit einem machen will. Nach einer halben Stunde “John Rambo” kann man die Grausamkeiten fast nicht mehr ertragen, die das Militär in Myanmar an der unschuldigen Bevölkerung verübt.

Dann möchte man die eigene Wut rausschreien: “Töte sie alle Rambo.  Sie haben es verdient!” Das macht er dann auch. Und am Ende kommt die bittere Erkenntnis, dass auch John Rambo nur ein Schlächter ist.  Als Zuschauer fühlt man sich dann schlecht und ertappt.

Amerikanischer Patriotismus

Dieses Gefühl kann “Homefront” aber nicht auslösen. Die Grausamkeiten schrecken nur ab und werden nicht zu empathischen Momenten. Sie wirken wie aneinandergereihte Schockmomente. Die Widerstandskämpfer bleiben Charakterhülsen. Die Szenerie ist ganz weit weg von einem. Das letzte Überbleibsel an Motiv für den Widerstandskampf in “Homefront”, amerikanischer Patriotismus, löst bei mir noch mehr Ekel aus. Dieses Spiel hat sein Potential total verschenkt. Es hätte der erste Antikriegs-Shooter sein können. Am Ende aber bleiben Selbsterkenntnis und Katharsis aus.

2011
Jun
8

Videospielmesse E3: Wii U – Nichts Neues auf dem Tablet(t)

avatar Fränzn

Foto: Nintendo

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Zwei Bildschirme, die unterschiedliche Bilder anzeigen. Das kennen wir vom DS.

Keine Gaming-Revolution auf der gestrigen Nintendo-Pressekonferenz. Es war fast bedrückend still in der Halle, als auf der Leinwand das erste Bild des Controllers der Wii U erschien. Der Controller ist eine Mischung aus Tablet und klassischem Gamepad. Da heute schon fast jeder mit seinen Fingern über irgendeinen Touchscreen fährt, sei es auf seinem Smartphone oder Tablet-PC, blieb der Wow-Effekt aus. Leider keine neue Gaming-Technologie.

DS Konzept im Wohnzimmer

Aber man muss Nintendo lassen, dass sie die Zeichen der Zeit erkannt haben. Tablets sind die Zukunft, heißt es. Diese Weissagung greifen sie auf und kombinieren sie geschickt mit ihrem äußerst erfolgreichen DS Handheld-Konzept. Man hat jetzt auch zu Hause zwei Bildschirme zur Verfügung. Einmal den Fernseher, einmal den neuen Controllerbildschirm.

Coole neue Spielkonzepte möglich

Die Innovation liegt im Detail: Der Touchscreen auf dem Controller kann sowohl das Bild vom TV einfach abbilden oder ganz etwas anderes zeigen. Man stelle sich ein Star Wars-Game vor: Der eine steuert den Millenium-Falken durch den Todessterngraben auf dem großen Flatscreen. Der andere sitzt im Geschützturm und sieht auf dem Controllerbildschirm natürlich etwas ganz anderes. Beide spielen aber das gleiche Game.  Das wird tatsächlich toll werden.

Wii jetzt auch HD

Sony und Microsoft dürfen sich etwas einfallen lassen. Die Wii U ist jetzt nämlich auch noch HD. Viele Publisher haben bereits Spiele angekündigt, die sonst nur auf PS3 oder XBox360 erschienen sind. Man muss aber auch im Hinterkopf behalten:  Sony’s Handheld Playstation Vita ist zwar kleiner, hat aber nahezu dieselben Features wie das Wii U-Tablet. Wenn die Vita jetzt mit der PS3 verknüpft würde, bestünde kaum mehr ein Unterschied. Nur: Sony hätte es wie bei Move einfach wieder nur nachgemacht. Zwei Fragen blieben bei der Pressekonferenz übrigens offen: Wie teuer wird die Wii U? Und vor allem, wieviel wird ein zusätzlicher Tablet-Controller kosten, mit all diesen Features?

2011
Jun
7

Videospielmesse E3: Erster Tag? Enttäuschend!

avatar Fränzn

Foto: Square Enix

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Das Cyberpunk Epos "Deus Ex - Human Revolution" könnte das Spiel des Jahres 2011 werden.

Der erste Tag der E3, der wichtigsten Videospielmesse der Welt in Los Angeles, ist rum. Und ich bin enttäuscht. Wo sind die Innovationen frage ich mich. Nur Fortsetzungen: “Halo 4″, “Forza Motorsport 4″, “Assassins Creed: Revelations”, “Need for Speed – The Run”, “Call of Duty – Modern Warfare 3″, “Mass Effect 3″, “Bioshock – Infinite”, “Final Fantasy XIII-2″. Die Liste ist lang und darunter keine einzige aufregende Neuankündigung. Nein, die Entwickler brüsten sich auch noch mit Remakes ihrer alten Games, die einfach mit HD-Grafik aufpoliert werden. Das erste Halo Game zum Beispiel „Halo – Combat Evolved“, die „Metal Gear Solid HD Edition“ oder die beiden „God of War“ Teile für PSP, die auf die PS3 umgesetzt werden. Langweilig.

Meine Hoffnungen

Nur neue Trailer meiner persönlichen Gaming-Hoffnungen haben mich ein wenig entschädigt. „Deus Ex – Human Revolution“ kommt diesen September und könnte die Entscheidungsfreiheit in Games revolutionieren. Der Demolevel zum „Tomb Raider“ Reboot zeigt eine unerfahrene 21-jährige Lara Croft auf ihrem ersten Abenteuer. Gestrandet auf einer Insel setzt das Game voll auf Survival und Open-World. Das könnte richtig fett werden. Leider kommt es erst Herbst 2012. Besonders gespannt bin ich persönlich auf das Zombie-Open-World-Game „Dead Island“, das aber aufgrund seines extrem hohen Gewaltgrades nie in Deutschland erscheinen wird.

Microsoft setzt auf Bewegungssteuerung Kinect

Microsoft will seine Bewegungssteuerung Kinect pushen. Zum Beispiel mit einem „Fable“-Railshooter, der sicher ein genauso langweiliges Gefuchtel wird wie schon das Kinect-„Harry Potter“. Tim Schäfer, der immerhin hinter tollen Games wie „Monkey Island“, „Psychonauts“ oder „Brütal Metal“ steht, macht ein Kinect-Sesamstraßengame für Kleinkinder. Wer muss man dazu nicht sagen. Der Trailer zu „Star Wars – Kinect“ weckt Gamerträume – beweg dich wie ein echter Jedi vor der Glotze – aber ganz ehrlich: Ich glaube mittlerweile nicht mehr an Kinect. Es ist eine technisch höchstinteressante Spielerei, die aber leider nicht richtig funktioniert und bisher kein einziges Game abseits der Wohnzimmerparty hervorgebracht hat.

Sony bringt neues Handheld

Sony bringt im Herbst ein neues Handheld heraus. Das wissen wir schon. Nur der Name ist jetzt offiziell: Playstation Vita wird das Ding heißen. Und ist ein echter Angeber. Sony steckt in das Hosentaschengerät einfach alle relevante Technik der letzten Gaming-Jahre hinein. Bewegungssensoren, einen hochauflösenden HD-Touchscreen, zwei Kameras für Augmented Reality Spielereien, zwei Analogsticks, ein Touchpad hinten, 3G Internet, Wi-Fi Unterstützung und fast die Grafikpower einer PS3. 300 Euro soll Playstation Vita höchstens kosten und noch diesen Herbst kommen. Durch den hinzugefügten zweiten Analogstick werden zwar endlich große Action-Games auch auf einem Handheld vernünftig steuerbar sein, und auch das Touchpad hinten klingt interessant, aber richtig umgehauen, wie Nintendos 3DS hat mich Playstation Vita jetzt nicht. Vielleicht passiert das erst, wenn man den Technik-Protz in der Hand hält.

Nintendo muss es richten

Nach dem ersten Tag ist Fakt: Der aktuellen Hardwaregeneration geht die Luft aus. Die Spiele zitieren sich nur noch selbst. Neue Hardware bringt neue coole Spielkonzepte hervor, heißt es immer. Die Playstation Vita ist cool, das wirklich spannende Neue aber nur das Touchpad hinten. Deswegen erwarte ich mir sehr viel von der heutigen Pressekonferenz von Nintendo. Da wird die Wii-2 vorgestellt.

2011
Mai
26

Lego Pirates of the Caribbean – Hammer, was sonst!

avatar Fränzn

Foto: Disney Interactive

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Johnny Depp als Spielzeug: Auch im Lego-Style watschelt und wankt er wie Käpt'n Jack Sparrow im Film.

Ich hab mich ja erst in meinem letzten Video als riesen Fan der Lego-Videospiele geoutet. Jetzt ist wieder Nachschub da für mich: „Lego Pirates of the Caribbean“ Subba is! Es zockt sich wie alle Lego-Games vorher. Checkts mei Video.

Was das neue Lego-Game so besonders macht:

Käpt’n Jack Sparrow wackelt und wankt als Legofigur genauso cool über den Bildschirm wie seine Filmvorlage. Allein davon kann man sich nicht satt sehen.

Dazu kommt das Fernweh-Urlaubsflair. Man möchte bei dem ganzen glasklaren Türkiswasser, den tiefgrünen Palmen, dem weißen Sand und dem blauen Himmel sofort den nächsten Urlaub in die Karibik buchen. So eine sonnige, unbeschwerte Atmosphäre erlebt man sonst nur in einem Mario Game. Oder bei „Monkey Island“.

Und: Ich weiß nicht, ob es am Piratensetting liegt, das in Videospielen so gut wie nie vorkommt, aber der Salzwüsten-Level aus „Am Ende der Welt“ ist das Coolste, was ich seit dem Pferde-Heimtreiben in „Red Dead Redemption“ gezockt hab. Die Szene ist im Film schon cool. Aber im Game mit sechs verschiedenen Sparrows in Lego-Optik gleichzeitig zu zocken, um das gestrandete Schiff wieder klar zu kriegen – das ist irgendwie surreal, anders und deswegen gut.

Es ist das schönste Lego-Game. Aber nicht das Beste. Harry Potter bleibt meine Nummer eins. Aber nur ganz knapp.

Und übrigens: Die Handheldversionen für DS und PSP sind auch gut, bleiben aber leider ein wenig hinter den großen Versionen für Wii, XBox360, PS3 und PC zurück.

2011
Mai
24

Upfronts – US-Networks und ihr neues Programm: FOX

avatar Ralph

FOX hat bei den Upfronts ein regelrechtes Blutbad angerichtet: Zahlreiche Serien wurden bereits nach nur einer Staffel gnadenlos wieder abgesetzt. Viele interessante Neustarts gibt es meiner Meinung nach nicht gerade, aber dafür zumindest eine sehr erfreuliche Verlängerung. Hier die nennenswertesten Veränderungen im FOX-Programmplan:

Abgesetzt:

Zum Glück bin ich mit den meisten FOX-Serien der letzten Season nicht so recht warm geworden. Insofern sind mir die Absetzungen der Comedies “Breaking In”, “Running Wilde” und “Traffic Light” völlig egal. Und auch im Drama und Dramedy-Bereich hatte FOX kaum wirkliche Knaller anzubieten. Die fade Cop-Show “The Good Guys” wurde zu Recht des Sendeplatzes verwiesen, “Lie To Me” und “The Human Target” empfand ich als zu schematisch und dröge. Schade ist es nur um die Polizeiserie “The Chicago Code” – geschrieben vom allseits geschätzten “The Shield”-Autor Shawn Ryan. Die hatte in ihrer ersten Staffel zwar recht selten ihr großes Potential voll ausschöpfen können, allerdings reichte das immer noch für überdurchschnittliche Krimi-Unterhaltung.

Verlängert:

“Glee” ist verlängert! Na und? “House” bekommt eine achte (!) Staffel! Von mir aus. Dass FOX weiterhin auf seine etablierten Zugpferde setzt, ist natürlich nachvollziehbar und völlig legitim. Aber angesichts der guten Quoten eigentlich kaum der Rede wert. Auch die Kult-Cartoon-Comedies “The Simpsons”, “Family Guy” und “American Dad” bleiben dem Publikum natürlich erhalten. Die für mich einzig wirklich euphorisierende Verlängerung war die der Sci-Fi-Serie “Fringe” - die dritte Staffel war einfach großartiges, mitreißendes Fernsehen. Schön, dass die Reise weitergehen wird.

Neu im Programm:

Das sieht für mich leider recht mager aus, was FOX da im Herbst feilbieten will. Zumindest in Ordnung könnte die neue Serie aus der J.J. Abrams-Schmiede werden: In “Alcatraz” geht es um eine Gruppe von Sträflingen und Gefängnismitarbeitern, die vor 30 Jahren ohne jede Spur verschwunden sind und plötzlich wieder auftauchen. Wer auf eine Mystery-Serie mit Fortsetzungscharakter hofft, sieht sich aber wohl getäuscht: FOX hat die Macher darum gebeten, die Handlung nicht zu komplex zu gestalten. Das könnte auf einen unausgegorenen Kompromiss hinauslaufen. Neben ein paar neuen, langweilig klingenden Familien-Sitcoms und dem sicherlich höchst überflüssigen “Bones”-Spinoff “The Finder” scheint man mit “Terra Nova” zumindest noch eine ambitioniertere Angelegenheit zu verfolgen: Im Jahr 2149 will die Menschheit wegen extremer Überbevölkerung die Vergangenheit kolonisieren. Und zwar im Zeitalter der Dinosaurier. Das könnte in üblem Trash enden oder aber ein feines Guilty-Pleasure sein. Hoffen wir auf zweiteres.

2011
Mai
24

Upfronts – US-Networks und ihr neues Programm: NBC

avatar Ralph

Der von vielen Flops und Fehlentscheidungen gebeutelte Network-Sender NBC versucht seinem Programm (mal wieder) einen ordentlichen Reboot zu verpassen. Das ist nur teilweise gelungen.

Abgesetzt:

Die nette, aber oftmals auch ziemlich käsige Superheldenmär “The Cape” war von Anfang an ein ordentlicher Quotenflop. Klar, dass dieses Cape von NBC schnell wieder eingemottet wird. Und auch die verquaste Mysteryserie “The Event” muss wenig überraschend abtreten. Als “Lost”-Nachfolger konzipiert, entpuppte sich die Serie ziemlich schnell als ziemlich substanzloser Unsinn.

Die J.J-Abrams-Serie “Undercovers” habe ich nie gesehen. Offenbar viele andere Serienfans auch nicht. Deswegen verschwindet auch diese Show. Unter den weiteren Absetzungen befindet sich dann noch übliche Crime- und Comedy-Stangenware wie “Chase” und “Perfect Couples”, die mir so richtig schön egal sind.

Verlängert:

Eigentlich unfassbar! Die Spy-Comedy “Chuck” bekommt noch eine abschließende fünfte Staffel von NBC spendiert. Dabei waren die Quoten in den letzten Wochen wieder ganz böse gesunken. Mit einer Verlängerung hatte nun wirklich kaum einer mehr gerechnet. Umso schöner, dass die gute Arbeit der “Chuck”-Autoren und die treuen Fans mit einem runden Abschluss belohnt werden. Ebenfalls erfreulich ist die Verlängerung des sehenswerten Familiendramas “Parenthood” aus der Feder von Jason Katims (“Friday Night Lights”). Die dramatischen wie komischen Erlebnisse der Großfamilie Braverman waren emotional, witzig und einfach sympathisch. Reine Formsache sind die Verlängerungen der Hit-Comedies “30 Rock” und “The Office”.

Neu im Programm:

Bei den Neustarts hat NBC durchaus Projekte in der Pipeline, die spannend klingen. Die Frage ist nur, ob sich der Sender traut, diese auch innovativ umzusetzen. In “Awake” geht es zum Beispiel um einen Polizisten (Jason Isaacs), der nach einem schweren Autounfall in zwei verschiedenen Realitäten lebt und arbeitet. Daraus kann man nun entweder ein schlichtes Crime-Szenario mit Mystery-Elementen stricken oder eine komplexe, philosophische Mystery-Serie mit Krimielementen. Ähnlich verhält es sich mit der Serie “Grimm”. Auch hier klingt der Plot eigentlich vielversprechend: Die mystischen Figuren aus Grimms Märchen wandeln unter uns. Nur der Polizist Nick kann die zum Teil gefährlichen Kreaturen erkennen. Auch hier sind zwei Szenarios möglich: Wenn es schlecht läuft, gibt es jede Woche einen neuen Fall, in dem entweder der böse Wolf oder die noch bösere Stiefmutter gejagt werden. Wenn es aber gut läuft, könnte das ein ziemlich großer Spaß werden.

In Sachen Rip-Offs von Erfolgsprodukten ist NBC diesmal ganz vorne mit dabei: Die Musical-Serie “Smash” ist eine Art “Glee” für Erwachsene am Broadway. Mit “The Playboy Club” scheint man dann in Richtung der Erfolgsserie “Mad Men” zu schielen: In den 60ern betreibt der Playboy-Anwalt Nick Dalton (Eddie Cibrian) nebenbei einen angesagten Nachtclub und pflegt gute Kontakte zur Chicagoer Mafia.

2011
Mai
24

Upfronts – Das neue Programm von ABC, The CW und CBS

avatar Ralph


Mit ABC, CBS und The CW präsentieren abschließend drei sehr unterschiedliche Sender ihr Herbstprogramm. Während die erfolgsverwöhnte CBS einfach weiterhin auf ihre Erfolgsserien setzt, klotzt ABC mit zahlreichen Neustarts und der Teenie-Sender The CW überrascht zumindest mit einer ungewöhnlichen Bestellung.

Abgesetzt:

CBS produziert einfach keine Serien für mich. Und so sind mir die Absetzungen von zigsten Crime-Produktionen wie  “Criminal-Minds: Suspect Behaviour” oder vergeigten Sitcoms wie “My Dad says” so dermaßen egal, dass es schon wieder gut tut.

ABC hat ziemlich hart durchgegriffen und nachvollziehbare Entscheidungen bei den Absetzungen getroffen: Die Superheldensause “No ordinary Family” war dröge, das Sci-Fi-Remake “V” überflüssiger Stuss und die Arzt-Serie “Off the Map”…nun ja, eine Arzt-Serie.

Das kleine Teenager-Network The CW strich nur zwei Shows aus dem Programm: Die Cheerleader-Serie “Hellcats” und das moderat sympathische Familiendrama “Life Unexpected”.

Verlängert:

CBS verlängert eigentlich fast alles. Bedeutet: Juhu! Auch nächsten Herbst gibt es ganze acht (!) Crime-Serien, die ich mir nicht anschauen werde. Zum Beispiel CSI-Whateverwhere und der schmierige “The Mentalist”. Sitcom-Fans dürfen sich über eine weitere Staffel “How I met your mother” freuen.

Auch bei ABC wurden natürlich alle etablierten Zugpferde verlängert: “Desperate Housewifes”, “Grey’s Anatomy”, “Castle” und “Privat Practice”.

The CW verlängert unter anderem die schon absurd lang laufende Soap “One Tree Hill” um eine sicherlich unnötige achte Staffel, die Mystery-Brothers von “Supernatural” um eine siebte und die Yuppie-Teen-Soap “Gossip Girl” um eine fünfte. Dem serialisierten Actionfilm-Remake “Nikita” wurde trotz durchwachsener Quoten auch noch eine Verlängerung gegönnt.

Neu im Programm:

Neben für mich kaum erwähnenswerten neuen Produktionen wie “Unforgettable” und standardisierten Sitcoms wie “Two Break Girls” hat CBS zumindest eine neue Serie bestellt, die interessant klingt: In “Person of Interest” geht es um den Milliardär Finch (Michael Emerson aus “Lost”), der ein Programm entwickelt hat, das zukünftige Straftäter ermitteln kann. Zusammen mit einem unehrenhaft entlassenen CIA-Mann (Jim Caviezel) wollen sie auf eigene Faust das Verbrechen in New York eindämmen.

ABC verfolgt eine weniger klare Linie als CBS bei den Serienbestellungen. Und so geht es einmal quer durch das Genre-Beet: “Once upon a time” spielt zum Beispiel mit Versatzstücken europäischer Märchenkultur. Eine junge Frau wird von ihrem mutmaßlichen Sohn in eine seltsame Kleinstadt gebracht, wo all die Märchenfiguren höchst lebendig sind. Nur erinnern sie sich nicht mehr daran, wer sie einst waren. Oder die Mockumentary-Mystery “The River” von Oren Peli (“Paranormal Activity”): Mutter und Sohn suchen im Amazonasgebiet nach ihrem auf mysteriöse Weise verschollenen Ehemann und Vater, der dort eine Dokumentation drehen wollte. Aus der Kategorie “Überflüssig ohne es gesehen zu haben” bietet ABC dann noch das offenbar sehr actionorientierte Remake von “Drei Engel für Charlie” feil.

Und was gibt es auf The CW? Neue Teenie-Soaps? Neue Twenty-Something-Soaps? Aber sicher doch! Irrsinnig unoriginell zum Beispiel der Plot von “Hart of Dixie”: Eine Top-Chirurgin aus New York  (Rachel Bilson aus “The OC”) erbt eine Allgemeinarztpraxis in der Südstaaten-Provinz. Großstadt vs. Land! Ländlicher Charme vs. großstädtische Arroganz! Doc Hollywood! Nein danke! Auch irgendwie verzichtbar klingt “The Secret Circle” – da geht es um eine Gruppe von Teenie-Hexen. Aber vielleicht sollte man das Programm von The CW dieses Jahr nicht ganz abschreiben, denn immerhin ist Sarah Michelle Gellar wieder da. In “Ringer” nimmt sie bei ihrer Flucht vor FBI und Mafia die Identität ihrer eineiigen Schwester an, die kurz zuvor bei einem Unfall ums Leben kommt. Man darf gespannt sein, ob sich diese Serie als geeignetes Comeback für Mrs. Gellar eignet.

2011
Mai
17

Portal 2 – Du mechst mi testn oder wos?

avatar Fränzn

Foto: Valve

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Sie ist wieder da, um mich zu testen.

Ich weiß nicht, wieso ich hier bin, was das alles soll. Ich laufe sinnlos durch weißsterile Räume, die mich an Science-Fiction OP’s erinnern. Dann ist wieder alles von Rost überzogen, fällt auseinander. Wer kümmert sich eigentlich um den Laden hier? Hier ist keine Menschenseele! Nirgends. Von den Wänden strecken sich verbogene Stahlträger wie Wurzeln nach Wasser, das nicht da ist. Dazwischen: echte Pflanzen. Ich muss unter der Erde sein. Bestimmt. Aber wer kann das schon sagen. Ich habe das Tageslicht nie gesehen. Ich bin vielleicht der letzte Mensch.

Da ist diese weibliche Computerstimme, offenbar eine künstliche Intelligenz. Sie ist die einzige, die mit mir spricht. Eine freundliche Stimme hat sie. Aber sie ist nicht nett. Sie tut nur so. Sie hat offenbar eine Rechnung mit mir offen. Ich hätte sie getötet , das wolle sie mir heimzahlen. Sie will mich nicht gehen lassen. Sie will mich quälen. Indem ich wieder für sie teste, immer weiter teste. Dafür hat sie unzählige Kammern gebaut. Versuchsanordnungen nennt sie die. Ich bin wieder allein.

Ein Gerät habe ich in der Hand. Damit schieße ich blaue und orange Portale in die Wände. Blau öffnet einen Eingang. Durch das orange Portal komme ich wieder heraus. Egal, ob an der Decke, am Boden oder an den Seitenwänden. Meine Aufgabe: Erreiche den Ausgang. Durch geschicktes Setzen der Portale muss ich Laserstrahlen umleiten, Würfel auf Schalter legen oder Lichtbrücken brechen. Wer hat sich das alles nur ausgedacht? Ich will eine Antwort. Und spiele erst einmal die Laborratte. Bis sich vielleicht eine Möglichkeit zur Flucht ergibt.

Aber die Computerstimme ist schlau. Ständig erfindet sie neue komplizierte Denkaufgaben für mich, vor denen ich nicht davonlaufen kann. Und auch wenn sie gerade nicht mit mir redet: Sie ist immer da. Sie beobachtet mich. Jeden meiner Schritte. Jeden meiner Versuche, ihre Rätsel zu lösen. Ich muss es ihr beweisen. Ich laufe von Kammer zu Kammer und es nimmt kein Ende. Und ich erkenne: Diese künstliche Intelligenz ist nicht mein einziger Gegner. Ich bin es auch selbst. Mein räumliches, mein physikalisches Verständnis, meine logische Denkfähigkeit, meine Geduld. Ich teste mich die ganze Zeit selbst. Und es macht mir unglaublich viel Spaß.