
Arabischer Frühling… europäischer Sommer?
Am Wochenende haben es die Franzosen den Spanieren gleich gemacht und haben den Revolutionsplatz par excellence besetzt: Den Place de la Bastille, sozusagen den Tahrir-Platz der letzten Jahrhunderte. Sie demonstrieren wie die Spanier gegen Sparhaushalte, korrupte Politiker und die politische Elite, gegen Arbeitslosigkeit und zu teure Wohnungen. Am Sonntagabend hat die Polizei den Platz zwar geräumt, aber die Franzosen versprechen – sie kommen wieder. Damit lösen sie das ein, was Protest-Altmeister Stéphane Hessel von ihnen fordert: Empört Euch! Gründe dafür gibt es genug!
Grundlagen jeder Revolution
Empörung ist also der Motor jeder Revolution, jedes Protests. Zweite Grundlage: die Organisation. Organisiert euch – egal wie, ob per Netz oder Telefonlawine. Je mehr über Protestaktionen berichtet wird, desto mehr Leute machen mit. Und dann geschieht das, was Srdja Popovic von der serbischen Jugendbewegung Otpor das “Enthusiasmus statt Angst Phänomen” nennt – je mehr Leute auf die Straße gehen, je mehr Leute sich trauen gegen ein Regime zu demonstrieren, desto schneller hat das Regime verloren.
Friedliche Haie
Die dritte Grundlage hat mir auch Srdja geliefert. “Movements are like sharks. If shark stops, shark dies.” Revolutionen müssen immer weiter wachsen, mehr Menschen, mehr Aktionen – da geht der Satz “Masse macht’s” wirklich mal auf. Bei all dem ist klar, nur wenns friedlich bleibt, geht die Rechnung auf. Sobald Gewalt im Spiel ist, ist der Schritt zum Bürgerkrieg nicht weit.
Die beste Erkenntnis nach diesen zwei Wochen Recherche ist für mich aber: Revolution ist machbar. Das haben mir Srdja und die ägyptische Radiomacherin Amani gezeigt.
Hier gibt’s die ganze Sendung “Wie geht Revolution?”
In diesem Sinne, empört euch – und das muss ja nicht immer nur über sowas Banales sein, wie den Typen, der auf der Rolltreppe links steht….