So. Jetzt ist es raus. Nichts mehr zu rütteln. Ich werde meinen Eltern tatsächlich immer ähnlicher. Klare Antwort also auf die Frage „Werde ich wie meine Eltern?“: Ja.
Aber: Ich finde es nicht mehr so schlimm. Zum ersten Mal habe ich das so richtig bei dem Diaabend gemerkt, als ich zwischen den Freunden meiner Eltern herumspaziert bin. Es war nicht halb so schlimm wie gedacht, in meiner Vergangenheit zu gründeln und zu entdecken, wie auch die anderen Leute mich und meine Eltern sehen. (Und das klingt jetzt nicht deswegen so pathetisch-versöhnlich, weil bald Weihnachten ist!)
So richtig beeindruckt hat mich dann das Treffen mit Cécile Koch. Da ist mir klar geworden, was für ein Luxus es ist, so schnell so viele Beispiele zu finden, wo ich meinen Eltern ähnlich werde – selbst wenn es die nervigen Sachen sind, die, die ich lieber nicht übernommen hätte. Wenigstens gibt es sie und sie wurden nicht in Alkohol ertränkt und einer Kindheit, in der man eher selbst die Rolle der Eltern übernehmen musste.
Das ganze Interview mit Cécile gibt es hier. (Und wer mehr zu Céciles Selbsthilfegruppe für Kinder suchtkranker Eltern sucht, wird hier fündig.)
Fazit also: Man darf sich reiben an den Eltern, man darf rebellieren und zerrissene Hosen tragen, auch wenn sich die Eltern darüber aufregen. (Gerade deswegen!) . Man muss sich austesten und so lange rumprobieren, bis man das gefunden hat, was man selber sein will.
Und wenn man dann am Ende doch die zerrissenen Hosen austauscht gegen etwas Ordentliches… so what! Das heißt noch lange nicht, dass man seine so mühsam erkämpfte Individualität gleich wieder völlig über Bord wirft.
Die ganze Frage nachhören könnt ihr noch einmal hier. Da gibt es auch alle einzelnen Interviews noch einmal in Langform. Zum richtig Reinwühlen…
Schlagworte: Die Frage, Werde ich wie meine Eltern





Ich habe den ersten Teil dieses Themas ebenfalls mit Freude verfolgt und muss nun gestehen, dass auch mir gar nicht so schlimm vorkommt, das der Apfel nicht weit vom Stamm fällt. Mein Opa war im Schützenverein, mein Vater ist dort und ich natürlich auch um nur mal ein Beispiel zu nennen
Frohe Weihnachten wünsch ich

Und wenn mir jemand sagen kann wie der Titel vor Frank Sinatra und nach Band Aid hieß….dann hab ich auch schöne Weihnachten
Danke und lg