Jeder hat so etwas schon mal erlebt: Kurz nach Ablauf der Garantie geht der Handy-Akku, der mp3-Player oder der Mixer kaputt. Eine Reparatur lohnt sich nicht – also ab damit in den Müll und dann ein neues Teil kaufen.
Das Problem: “Geplante Obsoleszenz” ist schwer nachzuweisen und Beispiele werden nirgends gesammelt. Die Folge: Niemand weiß, wie viele Hersteller uns mittels “geplanter Obsoleszenz” verarschen. Schreibt uns von euren Erfahrungen mit ausrangierten mp3-Playern, Handys oder Kaffeemaschinen. Wann sind die Teile kaputt gegangen? Und was hat euch daran stutzig gemacht?
Schlagworte: DIY, Do It Yourself, Handy, Obsoleszenz, Reparatur




Im Laufe der Jahre sind mir viele Boards und Gerätschaften unter die Finger gekommen, meist defekt oder nicht mehr ordnungsgemäß funktionierend. Allerdings kann ich allen Geräten bescheinigen, dass die Konstruktion und das grundsätzliche Layout von Schaltplatinen ordentlich ist.
Es gibt eigentlich keinen Hersteller, welchen man ein bewusstes oder grundsätzlich ungenügendes Produktionsverhalten unterstellen könnte. Selbstverständlich gibt es Modelle, welche sehr zuverlässig in ihrer Gesamtheit sind und andere, welche mit Schwächen kämpfen. Eine geplante Obsoleszenz lässt sich jedoch nicht eindeutig nachweisen, bestenfalls ein in Kauf genommener höherer Verschleiß.
Beispiel: Einsatz von Kunstofflinsen in der Optikeinheit
In vielen neueren DLP-Modellen hat man sich von kostenintensiven Glaslinsen verabschiedet und ersetzt eine oder mehrere hiervon durch Kunstofflinsen. Diese bringen im Neuzustand ähnliche hohe Güten und optische Eigenschaften, wie Glaslinsen.
Nach einer Laufzeit zwischen 800 bis 2000 Stunden beginnen diese jedoch durch die intensive UV- und IR-Strahlung des durchflutenden Lichtes trüb zu werden bzw. bilden sich Belastungssprünge. Die Folge ist ein
stets dunkler werdendes Bild und eine ungleichmäßige Ausleuchtung.
Da die Linsen einzeln nicht erworben werden können, muss im Servicefall offiziell die komplette Optikeinheit getauscht werden, was zu unrentablen Reparaturkosten führt.
Mein 1. Dell-Laptop lief 3 Jahre; dann brach die Hintergrundbeleuchtung zusammen. Beim 2. brach nach genau einem Jahr der Monitor aus – nach 3 Jahren hatte er Totalschaden und GAR NIX ging mehr. 3. Versuch: der lief nun noch keine einzige Woche ohne Totalabsturz und ich rechne jetzt nach etwa 20 Monaten täglich mit seinem gänzlichen Ableben. Nur so nebenbei: es handelte sich jeweils um Geräte der Preiskategorie 1500 bis 2000 €!
Handys (Siemens bzw. Sony Ericsson) schaffen bei mir eine Laufleistung von ca. 9 bis max. 18 Monaten. Dabei werden sie jeweils sehr pfleglich behandelt und haben auch immer alle eine Tasche. Telefonieren tu ich quasi gar nicht, allerdings pro Tag zwischen 10 und 20 SMS schreiben. Meist beginnt es mit Buchstabenaussetzern oder Abstürzen; einmal flog mir auch ein Akku um die Ohren.
Ganz fabelhaft funktionieren auch die Senseo-Kaffeemaschinen mit den Pads: Nach 8 bis 12 Wochen steht die Entkalkung an; anschließend wird das Gerät eingeschickt und der Filter ausgetauscht oder ich bekomme gleich ein neues Gerät in die Hand gedrückt. Das Problem ist meistens ein bautechnisch begründeter Unterdruck, der die Maschine kaputt macht.
Übrigens: Mein Dual-Plattenspieler lief 40 Jahre, ehe ihn der plötzliche Tod ereilte. Meine Privileg-Waschmaschine 17,5 Jahre – in Laufstunden wahrscheinlich sogar das doppelte. Sie hatte gleich zu Beginn einen Schaden, der ein Fünftel des Anschaffungswertes teuer war; aber machte dann bis zu ihrem plötzlichen Ende nie wieder ein Problem. Auch meine Grundig-TVs laufen problemlos mehr als 10 Jahre (der 2. ist noch nicht viel älter).
Unser Canon Tintenstrahldrucker (Kompaktgerät Drucker / Scanner / Kopierer Modell ungefähr wie Canon PIXMA iP3600) ging, soweit ich mich erinnern kann auch 2-3 Wochen nach dem die Garantie abgelaufen ist kaputt. Mein Onkel ist zwar Elektriker, aber er meinte da sei nichts mehr zu machen. Deswegen haben wir jetzt einen Neuen. Mal schauen wie lange der hält…….
Mein Laptop Acer Aspier 5100 ist nach gut 3 Jahren kaputt gegangen. Diagnose Motherboard kaputt.
ca. 2 Monate später war dann auch der nächste Laptop kaputt. Fujitsu-Siemens Amilo Xa der ca. 2 Jahre alt war, Garantie ebenfalls weg. und selber Fehler–>Motherboard kaputt.
NUR GANZ KURZ:
Auf arte kam mal eine Doku, da haben sie Beweise gezeigt, dass Dinge wirklich mit einer kurzen Haltbarkeit konzipiert werden. !!! ACHTUNG: bei manchen Druckern, ist ein ROM drauf (so eine art kleine Software), die sagt dem Drucker irgendwann, dass er den Betrieb einstellen soll. Im Internet gibt es Anleitungen. Man kann entweder den Chip mit dem ROM entfernen oder eines runterladen und dieses drüber installieren. Das ROM, das das alte ausschaltet ist open source von irgendwem im Netz, also nicht mit Updates vom Hersteller selber verwechseln.
Ein anderes Beispiel: in der DDR hatte man eine Glühlampe mit sehr langer Halrtbarkeit entwickelt, diese wurde auf iner Fachmesse im Westen präsentiert, dort wollte kein Einkäufer der großen Unternehmen die Brine haben, weil man Absatzschwierigkeiten sah. “Ihr seid, doch blöd, ihr macht euch selbst arbeitslos”, war angeblich die Meinung der westlichen Auststeller. (in den USA brennt eine Brine seit 100 Jahren konstant durch und kann sogar im Web live angesehen werden, in einer Feuerwehrstation).
Wie war nochmal die homepage -adresse mit den Reparaturanleitungen???
Lieber Olaf,
ifixit.net heißt die Community.
Beste Grüße die on3-Redaktion
“was lange hält bringt kein Geld!” das ist leider oft die Herangehensweise, ähnlich verhält es sich bei einigen Italienischen Kaffee Automaten deren Garantie auf 2 Jahre oder 2000 Tassen Kaffee beschränkt ist. Wobei anzumerken ist das man hierbei als Zählgröße Espresso Tassen nimmt! Damit hat man bei der normalen Deutschen Frühstücks Kaffee schon 3 Tassen weg. Nach 1,5 Jahren hatten wir so 2004 Tassen bis zum Reparatur Fall und damit waren wir natürlich aus der Garantie raus!
Hallo Herr Weiher,
auch bei unserem Fernseher (Marke TEVION, gekauft bei ALDI) ist nach rund 5 Jahren etwas Ähnliches eingetreten. Er hat zwar einen Ein-/Ausschalter, aber die Programme können nur per Fernbedienung gestartet werden. Weil sich aber nach dem Einschalten vermutlich ein Kondensator nicht mehr richtig auflädt, erlischt bei der Bereitschaftsleuchte das Blinken nicht und so lassen sich auch die Programme nicht mehr starten.
Haben Sie dazu auch eine Ihrer Anleitungen? Wir müssten das Gerät sonst wohl zum Schrott geben.
Rudolf Gulich, RC-F-Redaktion
hallo herr gulich,
ich würde jetzt auch rein instinktiv auf ein kondensatoren-problem schließen.
aber um konkreteres zu dem fernseher sagen zu können, wäre die modellbezeichnung sinnvoll (dadurch lässt sich ja dann das original chassis feststellen – die dinger werden ja meist von mehreren firmen vertrieben)
bei ifixit.com ist sicherlich nichts für dieses modell, aber ich kenne und nutze auch andere seiten um lösungen zu finden.
mit freundlichen grüßen
markus weiher
Hey
Macht euch nichts draus…das ist heutige Mode,…
wenn es nicht der Defekt ist, wirds das ” aktuell” sein “lösen”.
gut ..nun mal eine Geschichte zu meiner Wenigkeit.
Ich habe NIE gelernt wie es ist etwas zu haben…
Also folgte ich der Neugier als kleiner Stift und Fing an mir mit Komponenten der Elektrotechnik Experimente an zu machen zum Lernzweck.
das war der Anfang wo ich Klein war.
Mittlerweile sind die Dimensionen in denen ich mich bewege, deutlich angestiegen.
Ich habe gelernt mir Geraete zu Reparieren angefangen mit PCs ueber Monitore und andere geraete wie MP3 player etc.
Mittlerweile bau ich mir mit Freunden aus dem Zeug was andere wegwerfen nen komplettes Gebaeude auf (Kernsanierung).
Und das mit Erfolg. auch wenn es Zeit benoetigt und bisher noch am Anfang steht.
Kurzum möchte ich damit sagen…
Lasst euch nicht den Wind aus den Segeln nehmen und versuchts einfach.
Bei Druckern (Paradebeispiel) wird teils ein “Ablaufdatum” vorgegaukelt… danach Schaltet der Drucker ab udn Meldet ” Patrone leer”
Genauso Schwachstellen sind meist unterdimensionierte Halbleiter ( werden heiß!)
Daneben direkt an den Kühlkörpern die Elkos sitzen die natuerlich nicht so sonderlich gern die Heizung mögen …
damit wird zB sehr haeufig die 2-3 jahre Garantie zwar Erreicht. aber man kann damit rechnen das die Geraete an den Stellen aufgeben werden. Bauartbedingt. logisch…
gruß M. Leue
ich kann da letztendlich nur zustimmen
bei mir ging es auch mit einer gewissen neugier an und letztendlich gibt es heute nciht mehr viele geräte von denen ich die finger lassen würde.
sicherlich gibt es viele die “angst” davor haben – aber das ist letztendlich nur eine einstellungssache.
der beste ausgangspunkt ist immer ein kaputtes und dadurch nicht mehr brauchbares gerät – denn dann hat man ja letztendlich nichts mehr zu verlieren (ausser der zeit wenn es nicht klappen sollte)
gruß
markus
Hey.
Abschrecken tun mich nurwenn ich Platinen sehe wo sogar die Halbleiter ” aufgeklebt” sind… wie zB Modernere Handys. da kann man in vielen Faellen nichts mehr machen.
da werden dann die verwendbaren Bauteile anderweitig in Benutzung gebracht-> Bastelkiste.
Mittlerweile lebe ich sehr gut von allem…habe beispielsweise Etliche PCs fuer den kuenftigen Laborbereich (im Aufbau) sowie mein gesamter Meßgeraetepark (oszis Digitalmultimeter und dergleichen) alles ebenfalls aus dem Schrott gefischt und instandgesetzt…neu Abgeglichen mit nem Leihgeraet als Referenz und dann war die sache damit gut.
Die meisten Meßgeraete sind bei mir Alterer bauart.
die Masse aus DDR zeiten weil sich da heraus bewiesen hat das diese am laengsten Haltbar sind.
im Ganzen und Groben bin ich sehr stolz auf meine bisher erbrachte Leistung.
das hat mich immerhin davor Bewahrt selbst jemals ein Neugeraet zu kaufen- wenns doch alles schon da ist und ausreicht:)
Ich bin jetzt nicht DER Schrauber schlechthin, will hier auch nur ein kleines Beispiel aufzeigen.
Produkt: Apple Powerbook G4 15″ 1,67Ghz A1106 Januar 2005
Jeder der sich etwas in der Materie der Chemie im Allgemeinen oder der Elektrokorrosion von unterschiedlichen Metallen im direkten Kontakt im Speziellen auskennt, weiß sofort worum es geht. Wer schon einmal erlebt hat, daß eine Stahlschraube oder Blindniet in einer Aluminiumplatte irgendwann anfängt, weiße salzähnliche Ablagerungen zu bilden, bis das Aluminium anfängt brüchig zu werden, oder die Stahlschraube weggerostet ist, wird sich vielleicht gefragt haben warum.
Apple hat mit solcherlei Materialkontakten offenbar beste Erfahrungen und Kenntnisse. Das gesamte Powerbook, und sicher auch seine ganzen Macbook-Pro-Nachfolger sind an allen möglichen Stellen mit Gummiteilen oder gelben Klebestreifen ausgestattet, um direkten Kontakt unterschiedlicher Metallteile mit dem Aluminiumgehäuse bei höchstmöglicher Platzausnutzung zu verhindern.
Nicht so an einer der am schwierigsten zugänglichen Stellen: Beim o.g. Powerbook gibt es am Steckverbinder, in den die Airport/Bluetooth gesteckt wird, nicht etwa eine fehlende galvanische Trennung, im Gegenteil ! Dort wurde extra eine Metallklammer aus Stahl/Federstahl/Edelstahl angebracht, und somit eine Verbindung oder ein Kontakt mit dem Aluminium provoziert.
Die Folge ist eine schleichende Korrosion, die irgendwann zum Ausfall der Airportkarte führt, da deren Kontakte bzw. eben der Steckverbinder angegriffen wurden. Ein “Aufhängen” des OS beim Rechnerstart mit entsprechenden Meldungen und Aufforderungen zum Neustart snd die Folge.
Dies habe ich nicht erfunden, sondern an zwei Powerbooks selbst erlebt, eines davon mein eigenes seit 2005, ein anderes aus dem Freundeskreis bei mir zur Reparatur.
Ich halte dies tatsächlich für beabsichtigt, da dieser Effekt der Korrosion genau vorhergeplant werden kann, es ist dafür weder Feuchtigkeit noch andere begünstigende Umstände notwendig, lediglich der Metallkontakt.