Archiv für Mai 2011

2011
Mai
27

Die Frage // Read the Revolution

avatar Christine

Beim Endspurt in meinen Recherchen zur Frage: Wie geht Revolution? bin ich zwei Bücher gestoßen, die ich euch nicht vorenthalten will. Vor allem ihre Autoren nicht: Gene Sharp ist über 80, Stéphane Hessel schon 93… und trotzdem – oder gerade deswegen – sind die zwei echte Gurus in Sachen gewaltloser Widerstand.

Schon mal ein sick-in versucht?

Gene Sharps Buch “From Dictatorship to Democracy” enthält 198 praktische Anweisungen, wie man gewaltlosen Widerstand organisiert. Schon mal an ein “sick-in” gedacht? An ein kollektives Krankschreiben? Oder daran, an einem bestimmten Tag alle dasselbe zu tragen, um den kollektiven Unmut auch nach Außen sichtbar zu machen…? Klingt einfach, soll es auch sein. Das Buch ist in alle möglichen Sprachen übersetzt, und wurde auch während der arabischen Revolutionen ordentlich geklickt. Reinschauen in den Leitfaden könnt ihr hier

Empört Euch! Engagiert Euch!

Zweiter Lese-Tipp –  Nur knapp 30 Seiten dick und von: Stéphane Hessel. Widerstandskämpfer in der französischen Résistance und 1948 Mitautor der Charta der Menschenrechte bei der Uno. Dem kann man also schon glaube, wenn er sagt “Empört Euch!”. Er findet, dass der Zustand der Welt, die Schere zwischen Arm und Reich und die Umweltkatastrophen uns allen Grund geben müssten, endlich auf die Barrikaden zu gehen. Der Nachfolger von “Empört euch!” ist auch schon im Druck. “Engagiert Euch!” kommt im Juli heraus. Wieder nur um die 30 Seiten dick. Passt also genau noch in den Unirucksack, wenn man sich mal wieder über die Studiengebühren ärgert….

In diesem Sinne, am Wochenende regnets eh…. Read the revolution!

2011
Mai
26

New Hits From The Blog // Said The Gramophone

avatar Jakob

Für das englische TIME-Magazine war „Said The Grammophone“ schon 2009 einer der 25 besten Blogs überhaupt: Also höchste Zeit für uns, den kanadischen Musikblog mal vorzustellen.

Hinter dem kanadischen Musikblog  „Said The Gramophone“ stecken nin Schauspieler, ein Journalist und ein Schriftsteller. Gegründet wurde er 2003 – damit ist er nur unwesentlich jünger als der allererste Musikblog „Fluxblog“. Im Gegensatz zu einem Großteil ihrer Blogger-Kumpanen widmen sich die Jungs von „Said The Gramophone“ aber nicht nur dem neuesten heißen Scheiß, sie graben meistens tief in ihren Plattenkisten und ziehen unbekanntes oder vergessenes Material raus. Editorische Notizen zu den Posts und kleine, persönliche Empfehlungen von Kurzfilmen, Büchern etc. machen „Said The Gramophone“ zu einem eigenem Kosmos, dem man schon etwas mehr Aufmerksamkeit widmen muss um so richtig eintauchen zu können.

Hier ein paar ihrer musikalischen Empfehlungen der letzten Wochen:

Low – Nothing But Heart

Ein neuer Track der Band, die einst ein Genre namens Slowcore mitbegründet hat: Low. Heute wollen die US-amerikanischen Indierocker nicht mehr so klingen. Die 8 Minuten „Nothing But Heart“ sind aber genau so ein Sounduniversum, das sich rund um die Textzeile „I`m Nothing But Heart“ immer weiter aufbaut. Episch, sperrig und, auch wenn es die Band nicht mehr hören kann, Slowcore im besten Sinne.

Sun in Sound- Such a Let Down

Die Band aus Norwegen machen verzerrte Rockmusik: Sperriger als der Sound von The Black Keys und mit durchgeknallten Rhythmus-Ideen die an die Flaming Lips erinnern: Trondheimer Tropical-Bluesrock eben

Chain & The Gang- Not Good Enough

Ian Svenonius aus Chicago hat sich als Songwriter, Trompeter und Sänger schon in diversen Bandprojekten (z.B. The Make-Up und Weird War) hervorgetan, nebenher schreibt er Bücher und arbeitet für die Online-TV-Show „Soft Focus“. Sein neuestes musikalisches Projekt ist Chain &The Gang, rund um  ein schepperndes Klavier gibt’s Handclaps, einen Frauen-Chor und Svenonius, der eine banale Weisheit charmant interpretiert: Wenn du nix taugst, dann taugst du nix.

http://www.saidthegramophone.com/

 

2011
Mai
26

Lego Pirates of the Caribbean – Hammer, was sonst!

avatar Fränzn

Foto: Disney Interactive

Bild 1 von 11

Johnny Depp als Spielzeug: Auch im Lego-Style watschelt und wankt er wie Käpt'n Jack Sparrow im Film.

Ich hab mich ja erst in meinem letzten Video als riesen Fan der Lego-Videospiele geoutet. Jetzt ist wieder Nachschub da für mich: „Lego Pirates of the Caribbean“ Subba is! Es zockt sich wie alle Lego-Games vorher. Checkts mei Video.

Was das neue Lego-Game so besonders macht:

Käpt’n Jack Sparrow wackelt und wankt als Legofigur genauso cool über den Bildschirm wie seine Filmvorlage. Allein davon kann man sich nicht satt sehen.

Dazu kommt das Fernweh-Urlaubsflair. Man möchte bei dem ganzen glasklaren Türkiswasser, den tiefgrünen Palmen, dem weißen Sand und dem blauen Himmel sofort den nächsten Urlaub in die Karibik buchen. So eine sonnige, unbeschwerte Atmosphäre erlebt man sonst nur in einem Mario Game. Oder bei „Monkey Island“.

Und: Ich weiß nicht, ob es am Piratensetting liegt, das in Videospielen so gut wie nie vorkommt, aber der Salzwüsten-Level aus „Am Ende der Welt“ ist das Coolste, was ich seit dem Pferde-Heimtreiben in „Red Dead Redemption“ gezockt hab. Die Szene ist im Film schon cool. Aber im Game mit sechs verschiedenen Sparrows in Lego-Optik gleichzeitig zu zocken, um das gestrandete Schiff wieder klar zu kriegen – das ist irgendwie surreal, anders und deswegen gut.

Es ist das schönste Lego-Game. Aber nicht das Beste. Harry Potter bleibt meine Nummer eins. Aber nur ganz knapp.

Und übrigens: Die Handheldversionen für DS und PSP sind auch gut, bleiben aber leider ein wenig hinter den großen Versionen für Wii, XBox360, PS3 und PC zurück.

2011
Mai
24

Upfronts – US-Networks und ihr neues Programm: FOX

avatar Ralph

FOX hat bei den Upfronts ein regelrechtes Blutbad angerichtet: Zahlreiche Serien wurden bereits nach nur einer Staffel gnadenlos wieder abgesetzt. Viele interessante Neustarts gibt es meiner Meinung nach nicht gerade, aber dafür zumindest eine sehr erfreuliche Verlängerung. Hier die nennenswertesten Veränderungen im FOX-Programmplan:

Abgesetzt:

Zum Glück bin ich mit den meisten FOX-Serien der letzten Season nicht so recht warm geworden. Insofern sind mir die Absetzungen der Comedies “Breaking In”, “Running Wilde” und “Traffic Light” völlig egal. Und auch im Drama und Dramedy-Bereich hatte FOX kaum wirkliche Knaller anzubieten. Die fade Cop-Show “The Good Guys” wurde zu Recht des Sendeplatzes verwiesen, “Lie To Me” und “The Human Target” empfand ich als zu schematisch und dröge. Schade ist es nur um die Polizeiserie “The Chicago Code” – geschrieben vom allseits geschätzten “The Shield”-Autor Shawn Ryan. Die hatte in ihrer ersten Staffel zwar recht selten ihr großes Potential voll ausschöpfen können, allerdings reichte das immer noch für überdurchschnittliche Krimi-Unterhaltung.

Verlängert:

“Glee” ist verlängert! Na und? “House” bekommt eine achte (!) Staffel! Von mir aus. Dass FOX weiterhin auf seine etablierten Zugpferde setzt, ist natürlich nachvollziehbar und völlig legitim. Aber angesichts der guten Quoten eigentlich kaum der Rede wert. Auch die Kult-Cartoon-Comedies “The Simpsons”, “Family Guy” und “American Dad” bleiben dem Publikum natürlich erhalten. Die für mich einzig wirklich euphorisierende Verlängerung war die der Sci-Fi-Serie “Fringe” - die dritte Staffel war einfach großartiges, mitreißendes Fernsehen. Schön, dass die Reise weitergehen wird.

Neu im Programm:

Das sieht für mich leider recht mager aus, was FOX da im Herbst feilbieten will. Zumindest in Ordnung könnte die neue Serie aus der J.J. Abrams-Schmiede werden: In “Alcatraz” geht es um eine Gruppe von Sträflingen und Gefängnismitarbeitern, die vor 30 Jahren ohne jede Spur verschwunden sind und plötzlich wieder auftauchen. Wer auf eine Mystery-Serie mit Fortsetzungscharakter hofft, sieht sich aber wohl getäuscht: FOX hat die Macher darum gebeten, die Handlung nicht zu komplex zu gestalten. Das könnte auf einen unausgegorenen Kompromiss hinauslaufen. Neben ein paar neuen, langweilig klingenden Familien-Sitcoms und dem sicherlich höchst überflüssigen “Bones”-Spinoff “The Finder” scheint man mit “Terra Nova” zumindest noch eine ambitioniertere Angelegenheit zu verfolgen: Im Jahr 2149 will die Menschheit wegen extremer Überbevölkerung die Vergangenheit kolonisieren. Und zwar im Zeitalter der Dinosaurier. Das könnte in üblem Trash enden oder aber ein feines Guilty-Pleasure sein. Hoffen wir auf zweiteres.

2011
Mai
24

Upfronts – US-Networks und ihr neues Programm: NBC

avatar Ralph

Der von vielen Flops und Fehlentscheidungen gebeutelte Network-Sender NBC versucht seinem Programm (mal wieder) einen ordentlichen Reboot zu verpassen. Das ist nur teilweise gelungen.

Abgesetzt:

Die nette, aber oftmals auch ziemlich käsige Superheldenmär “The Cape” war von Anfang an ein ordentlicher Quotenflop. Klar, dass dieses Cape von NBC schnell wieder eingemottet wird. Und auch die verquaste Mysteryserie “The Event” muss wenig überraschend abtreten. Als “Lost”-Nachfolger konzipiert, entpuppte sich die Serie ziemlich schnell als ziemlich substanzloser Unsinn.

Die J.J-Abrams-Serie “Undercovers” habe ich nie gesehen. Offenbar viele andere Serienfans auch nicht. Deswegen verschwindet auch diese Show. Unter den weiteren Absetzungen befindet sich dann noch übliche Crime- und Comedy-Stangenware wie “Chase” und “Perfect Couples”, die mir so richtig schön egal sind.

Verlängert:

Eigentlich unfassbar! Die Spy-Comedy “Chuck” bekommt noch eine abschließende fünfte Staffel von NBC spendiert. Dabei waren die Quoten in den letzten Wochen wieder ganz böse gesunken. Mit einer Verlängerung hatte nun wirklich kaum einer mehr gerechnet. Umso schöner, dass die gute Arbeit der “Chuck”-Autoren und die treuen Fans mit einem runden Abschluss belohnt werden. Ebenfalls erfreulich ist die Verlängerung des sehenswerten Familiendramas “Parenthood” aus der Feder von Jason Katims (“Friday Night Lights”). Die dramatischen wie komischen Erlebnisse der Großfamilie Braverman waren emotional, witzig und einfach sympathisch. Reine Formsache sind die Verlängerungen der Hit-Comedies “30 Rock” und “The Office”.

Neu im Programm:

Bei den Neustarts hat NBC durchaus Projekte in der Pipeline, die spannend klingen. Die Frage ist nur, ob sich der Sender traut, diese auch innovativ umzusetzen. In “Awake” geht es zum Beispiel um einen Polizisten (Jason Isaacs), der nach einem schweren Autounfall in zwei verschiedenen Realitäten lebt und arbeitet. Daraus kann man nun entweder ein schlichtes Crime-Szenario mit Mystery-Elementen stricken oder eine komplexe, philosophische Mystery-Serie mit Krimielementen. Ähnlich verhält es sich mit der Serie “Grimm”. Auch hier klingt der Plot eigentlich vielversprechend: Die mystischen Figuren aus Grimms Märchen wandeln unter uns. Nur der Polizist Nick kann die zum Teil gefährlichen Kreaturen erkennen. Auch hier sind zwei Szenarios möglich: Wenn es schlecht läuft, gibt es jede Woche einen neuen Fall, in dem entweder der böse Wolf oder die noch bösere Stiefmutter gejagt werden. Wenn es aber gut läuft, könnte das ein ziemlich großer Spaß werden.

In Sachen Rip-Offs von Erfolgsprodukten ist NBC diesmal ganz vorne mit dabei: Die Musical-Serie “Smash” ist eine Art “Glee” für Erwachsene am Broadway. Mit “The Playboy Club” scheint man dann in Richtung der Erfolgsserie “Mad Men” zu schielen: In den 60ern betreibt der Playboy-Anwalt Nick Dalton (Eddie Cibrian) nebenbei einen angesagten Nachtclub und pflegt gute Kontakte zur Chicagoer Mafia.

2011
Mai
24

Upfronts – Das neue Programm von ABC, The CW und CBS

avatar Ralph


Mit ABC, CBS und The CW präsentieren abschließend drei sehr unterschiedliche Sender ihr Herbstprogramm. Während die erfolgsverwöhnte CBS einfach weiterhin auf ihre Erfolgsserien setzt, klotzt ABC mit zahlreichen Neustarts und der Teenie-Sender The CW überrascht zumindest mit einer ungewöhnlichen Bestellung.

Abgesetzt:

CBS produziert einfach keine Serien für mich. Und so sind mir die Absetzungen von zigsten Crime-Produktionen wie  “Criminal-Minds: Suspect Behaviour” oder vergeigten Sitcoms wie “My Dad says” so dermaßen egal, dass es schon wieder gut tut.

ABC hat ziemlich hart durchgegriffen und nachvollziehbare Entscheidungen bei den Absetzungen getroffen: Die Superheldensause “No ordinary Family” war dröge, das Sci-Fi-Remake “V” überflüssiger Stuss und die Arzt-Serie “Off the Map”…nun ja, eine Arzt-Serie.

Das kleine Teenager-Network The CW strich nur zwei Shows aus dem Programm: Die Cheerleader-Serie “Hellcats” und das moderat sympathische Familiendrama “Life Unexpected”.

Verlängert:

CBS verlängert eigentlich fast alles. Bedeutet: Juhu! Auch nächsten Herbst gibt es ganze acht (!) Crime-Serien, die ich mir nicht anschauen werde. Zum Beispiel CSI-Whateverwhere und der schmierige “The Mentalist”. Sitcom-Fans dürfen sich über eine weitere Staffel “How I met your mother” freuen.

Auch bei ABC wurden natürlich alle etablierten Zugpferde verlängert: “Desperate Housewifes”, “Grey’s Anatomy”, “Castle” und “Privat Practice”.

The CW verlängert unter anderem die schon absurd lang laufende Soap “One Tree Hill” um eine sicherlich unnötige achte Staffel, die Mystery-Brothers von “Supernatural” um eine siebte und die Yuppie-Teen-Soap “Gossip Girl” um eine fünfte. Dem serialisierten Actionfilm-Remake “Nikita” wurde trotz durchwachsener Quoten auch noch eine Verlängerung gegönnt.

Neu im Programm:

Neben für mich kaum erwähnenswerten neuen Produktionen wie “Unforgettable” und standardisierten Sitcoms wie “Two Break Girls” hat CBS zumindest eine neue Serie bestellt, die interessant klingt: In “Person of Interest” geht es um den Milliardär Finch (Michael Emerson aus “Lost”), der ein Programm entwickelt hat, das zukünftige Straftäter ermitteln kann. Zusammen mit einem unehrenhaft entlassenen CIA-Mann (Jim Caviezel) wollen sie auf eigene Faust das Verbrechen in New York eindämmen.

ABC verfolgt eine weniger klare Linie als CBS bei den Serienbestellungen. Und so geht es einmal quer durch das Genre-Beet: “Once upon a time” spielt zum Beispiel mit Versatzstücken europäischer Märchenkultur. Eine junge Frau wird von ihrem mutmaßlichen Sohn in eine seltsame Kleinstadt gebracht, wo all die Märchenfiguren höchst lebendig sind. Nur erinnern sie sich nicht mehr daran, wer sie einst waren. Oder die Mockumentary-Mystery “The River” von Oren Peli (“Paranormal Activity”): Mutter und Sohn suchen im Amazonasgebiet nach ihrem auf mysteriöse Weise verschollenen Ehemann und Vater, der dort eine Dokumentation drehen wollte. Aus der Kategorie “Überflüssig ohne es gesehen zu haben” bietet ABC dann noch das offenbar sehr actionorientierte Remake von “Drei Engel für Charlie” feil.

Und was gibt es auf The CW? Neue Teenie-Soaps? Neue Twenty-Something-Soaps? Aber sicher doch! Irrsinnig unoriginell zum Beispiel der Plot von “Hart of Dixie”: Eine Top-Chirurgin aus New York  (Rachel Bilson aus “The OC”) erbt eine Allgemeinarztpraxis in der Südstaaten-Provinz. Großstadt vs. Land! Ländlicher Charme vs. großstädtische Arroganz! Doc Hollywood! Nein danke! Auch irgendwie verzichtbar klingt “The Secret Circle” – da geht es um eine Gruppe von Teenie-Hexen. Aber vielleicht sollte man das Programm von The CW dieses Jahr nicht ganz abschreiben, denn immerhin ist Sarah Michelle Gellar wieder da. In “Ringer” nimmt sie bei ihrer Flucht vor FBI und Mafia die Identität ihrer eineiigen Schwester an, die kurz zuvor bei einem Unfall ums Leben kommt. Man darf gespannt sein, ob sich diese Serie als geeignetes Comeback für Mrs. Gellar eignet.

2011
Mai
21

Die Frage // Kann man Revolution lernen?

avatar Christine

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gibt es einen Studiengang Widerstand?!?! So was Ähnliches jedenfalls habe ich an der Uni Belgrad gefunden. Hinter dem Studiengang steckt CANVAS, das „centre for applied nonviolent action and strategies“ in Belgrad. Und das wiederum hat sich aus der serbischen Jugendbewegung Otpor entwickelt….

Otpor war 2000 daran beteiligt, dass der serbische Präsident Slobodan Milosevic gestürzt wurde – ihre Methoden waren hauptsächlich Graswurzel-Aktionen auf den Straßen, die der Gruppe aber breite Sympathie und Medienecho einbrachten. Bei der Aktion „Dinar for a change“ zum Beispiel konnten Passanten gegen ein bisschen Kleingeld auf einen auf ein Ölfass gezeichneten Milosevic einschlagen. Lustige Ideen und friedlicher Widerstand also par excellence. 

Wie man einen Diktator los wird….

Orientierung gab der Gruppe dabei das Werk von Gene Sharp: From dictatorship to democracy. 198 Ideen für friedlichen Widerstand, vom Sitzstreik, über kollektives Blau-Machen bis zum Aufbau einer Parallelstruktur in der Verwaltung. Runterladen kann man sich den Klassiker des gewaltfreien Widerstands hier.

Gene Sharps Werk war genauso wie das Canvas-Buch „50 entscheidende Punkte für den gewaltlosen Kampf“ ein Klickzahl-Renner während der Revolution in den arabischen Ländern. Auch die schwarze Faust, das Otpor-Symbol, war bei den Revolutionen manchmal zu sehen. Bei den Farb-Revolutionen in der Ukraine und Georgien soll Canvas ebenfalls Jugendliche in Sachen friedlicher Widerstand geschult haben. Die Süddeutsche Zeitung hat Otpor / Canvas deshalb schon als „Umsturz GmbH“ betitelt….

Kann man Revolution also doch lernen….? Mit dem Otpor-Gründungsmitglied Srdja Popovic werde ich nächste Woche telefonieren. Wenn ihr Fragen an ihn habt – her damit!

2011
Mai
20

#servergate – Die Piratenpartei ist offline

avatar Tim

Bei Twitter geht gerade mal wieder die Post ab. Der Grund: Die Seiten der Piratenpartei sind offline, weil die Polizei ihre Server beschlagnahmt hat. Im Sekundentakt wird da spekuliert, der Hashtag #servergate ist schon in den “Trending Topics” – weltweit.

Während Twitterer aus anderen Ländern sich fragen, was es denn mit dem Hashtag #servergate wohl auf sich hat, fragt sich die Netzgemeinde in Deutschland, was den Piraten vorgeworfen wird.

Ich habe mit Sebastian Nerz, dem frisch gewählten Bundesvorstand der Piratenpartei, telefoniert. Die Beschlagnahmung der Server ist wohl auf Wunsch von französischen Ermittlern erfolgt. Was genau die Ermittler suchen, weiß Nerz allerdings nicht. Sicher scheint nur: die Piratenpartei selbst ist nicht das Ziel, sondern nur ihre Server. Im Piratenradio wurde mittlerweile verkündet, dass der Grund wohl ein Online-Dokument sei, in dem die Netzaktivisten-Vereinigung Anonymous “DDos Atacken auf ein Französiches Energieunternehmen vorbereitet hat.” (Zum Thema: Unser Anonymous-ABC – wer steckt dahinter?). Auch Bundesvorstand Nerz sagte im Gespräch mit on3, dass es wahrscheinlich sei, dass die französischen Ermittler nach Dokumenten von Anonymous suchen.

Für die Piraten ist das alles ziemlich unangenehm, schließlich sind in zwei Tagen Bürgerschaftswahlen in Bremen. Unentschlossene Wähler können sich jetzt erstmal nur offline über die Piraten und ihre Ziele informieren – und das bei der Partei, die sich das Netz und alles was dazu gehört auf die Fahnen geschrieben hat. Auf Twitter wird derweil gewitzelt: Wäre die Seiten der CDU betroffen, hätte man das erst in ein paar Monaten gemwerkt.

2011
Mai
19

New Hits From The Blog – Popnutten

avatar Kathrin

In unseren New Hits From The Blog herrscht diesmal eine perfekte Balance aus Diskogeschwurbel und Lagerfeuerromantikanleihen.

Mischungen wie diese finden sich zuhauf auf dem Blog der Popnutten. Ein großartiger Name und eine ebenso großartige Auswahl an Musik und allerlei Kuriositäten wie Fotos, Videos und Gadgets aus den Weiten des Netzes.

Kakkmaddafakka – Your Girl

Kakkmaddafakka aus Norwegen gewinnen mit Sicherheit jeden Wettbewerb im Bereich sonderbare Bandnamen. Ein wenig konventioneller kommt der Song „Your Girl“. Die Gitarre erinnert ein wenig an Disco, das Schlagzeug reiht sich brav zwischen ihr und dem Bass ein und es wird über Liebe gesungen. Im Video zu „Your Girl“ werden die Norweger ihrem Namen dann allerdings wieder gerecht, wenn 70er Jahre Softpornoromantik ausgepackt wird.

No Age – Common Heat

No Age kommen aus Los Angeles und hatten sich früher dem Hardcore verschrieben. Davon ist allerdings nicht mehr viel übrig. Mittlerweile treiben sie sich eher im Lo-Fi-Rock-Bereich herum. So auch beim Song „Common Heat“. Kein Schlagzeug, nur zwei Gitarren, zwei Stimmen und die Ahnung, dass alle anderen scheinbar immer viel eher Bescheid wissen, dass man in Schwierigkeiten steckt.

Wenn diese Schwierigkeiten allerdings so schön besungen werden, wie von No Age, könnte man sich darauf durchaus einlassen.

Devo – This Is What We Do

Devo bestehen seit 1972 und haben seither nichts an Großartigkeit eingebüßt. Sonderbare Kostüme, Videos zum Durchdrehen und Texte, die mit dem Wort Miau beginnen.

Sie treten auch gerne mal unter anderem Namen als ihre eigene Vorband auf und vertreten die These, dass es keine Evolution gibt, sondern der Mensch sich mit der Zeit zurückentwickelt. Alles richtig gemacht.

„This Is What We Do“ zeigt dann auch allen Bands, die sich momentan am Disko-Elektropop versuchen, wo der Hammer hängt. Devo, die nicht gerade für straighte Elektronik stehen, schütteln derart locker einen Tanzflächenfüller aus dem Ärmel, dass es einem ganz anders wird. 

Is Tropical – Tan Man

 Is Tropical sind drei Jungs aus London, die früher gemeinsam ein Haus besetzten und ihre Auftritte gerne verhüllt bestreiten. Laut eigener Aussage helfen ihnen ihre Masken in die geeignete Bühnenstimmung zu kommen.

Auch im Video zu „Tan Man“ bekommt man nichts von den Dreien zu sehen. Stattdessen geben die Olsen-Zwillinge, die man aus der Fernsehserie „Full House“ kennt, einen Tanzkurs. Die Olsen-Zwillinge zeigen zum Gitarren-Synthie-Brett von „Tan Man“ den Jitterbug. Eine ziemliche absurde Veranstaltung.

Der Song Tan Man befindet sich auf der B-Seite der Single South Pacific.

2011
Mai
18

#spanishrevolution – Und alle so Revolution!

avatar Tim

Eigentlich dachte ich ja immer, dass ich ganz gut informiert bin. Ich lese Zeitung und schaue regelmäßig Nachrichten im Fernsehen. Aber was da gerade in Spanien los ist, habe ich irgendwie nicht mitbekommen. Da gehen seit Sonntag im ganzen Land vor allem junge Menschen auf die Straße.

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(Quelle: flickr-User roberto79)

130.000 sollen es gewesen sein, die auf öffentlichen Plätzen Protest-Camps eingerichtet haben und „Echte Demokratie! Jetzt!“ fordern. In den spanischen Zeitungen findet man darüber fast nichts, und auch im restlichen Europa redet man gerade über andere Dinge. Dabei sind das keine braven Demos, sondern Leute, die echt Wut im Bauch haben – und gegen die teilweise mit Polizeieinsatz vorgegangen wird. Selbst wenn die Demonstranten „no a la violencia!“ schreien, räumt die Polizei das Camp. Es kommt zu Ausschreitungen.

(Das oben gezeigte Video zeigt vermutlich die Proteste in Spanien, gefilmt von Augenzeugen – die Echtheit der Quelle konnten wir nicht verifizieren)

Warum die Spanier so sauer sind? Das Land hat Schulden, die Politiker sind korrupt, über 40 Prozent der jungen Spanier sind arbeitslos – so schlüsseln es zumindest Aktivisten auf einer interaktiven Karte auf.


Ver Mapa de Corrupción por Partidos Políticos en un mapa más grande

Jetzt haben sie sich übers Internet organisiert. Unter den Hashtags #spanishrevolution und #acampadasol werden die neuesten Entwicklungen aus den Protest-Camps getwittert. Der deutsch-spanische Blogger und Netzaktivist Rafael Eduardo Wefers Verástegui übersetzt diese Tweets ins Deutsche (@rafaelwv). Sein Ziel: Öffentlichkeit herstellen. Für on3-radio habe ich mit ihm telefoniert:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

UPDATE: Auch tagesschau.de berichtet über die Proteste.