2012
Jan
18

Die Frage // Wird Musikmachen zum Hobby?

Michael

Vorhin über einen Facebook-Eintrag der Band Wrongkong gestolpert. Am Freitag kam ihr neues Album raus, ihre Fans wollen sie mit folgenden Worten zum Kauf animieren.

“do you remember , back in the days when we went to a record shop to buy an album ( or later on via amazon.com/de/co.uk/fr/be……. ) ?
we know this might sound strange but hell yeah, we´ve paid for music !!!

SO, LET´S DO IT OLDSCHOOL BABY !!!

Let’s do it oldschool baby. Nette Umschreibung für: Lass uns doch mal wieder für Musik bezahlen. Im on3-Interview sagt Tommy Yamaha von der Band, klar holt er sich auch Musik von Blogs, aber wenn die Entwicklung so weitergeht wird es unheilvolle Folgen haben. “Dann gibt es nur noch Amateure die Musik machen, und das wird sich auch auf die Qualität auswirken.”

Wird dann Musikmachen nur noch zum Hobby?

Der Tenniestar Never Shout Never versucht gar nicht mehr mit Musik allein Geld zu verdienen.   “I don’t mind about people not buying records, money isn’t in the sales anymore. It is more in the merchandise.” Gut, der 20 Jährige Christofer Drew hat auch leicht reden…er hat einen Vertrag bei Warner Records, er darf um die Welt reisen, und seine Videos werden millionenfach geklickt.

Wrongkong und Never Shout Never – sicherlich zwei krasse Gegensätze.

„Warum soll ich noch für Musik bezahlen“ – dieser Frage widmen wir uns bei on3 noch den ganzen Januar, Hinweise immer gerne in den Kommentaren einwerfen.

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2011
Dez
8

Die Frage // Warum soll ich noch für Musik bezahlen?

Michael

Warum für Musik bezahlen, wenn man sie sich kostenlos holen kann? Eine Antwort: Sonst muss man vielleicht vor Gericht.

Gestern Mittag im Amtsgericht München, 8. Stock, Raum B800. Vier Holztische. Ein Richter sitzt leicht erhöht. Rechts die Kläger: SonyMusic vertreten durch zwei Anwältinnen der Kanzlei Waldorf Frommer. Die Kanzlei ist bekannt dafür, dass sie gezielt Filesharer abmahnt. Links sitzt der Beklagte– ein junger Typ in Chucks, Jeans und lässigem Pullover – neben ihm sein Anwalt von der Kanzlei Wachs. Es geht um eine Abmahnung wegen Filesharing.

Vor Gericht wegen Filesharing

Der Beklagte soll ein Hörbuch von Mario Barth illegal heruntergeladen haben, und zwar am 28. September 2007 über die Tauschbörse edonkey. Das ist zwar schon mehr als vier Jahre her, aber jetzt landet der Fall doch noch vor Gericht. Sonst würde er verjähren. Im Raum stehen 700 Euro Schadensersatz und rund 670 Euro Anwaltsgebühren.
In den nächsten 30 Minuten spielt sich ein Schauspiel ab – nach festem Drehbuch. Die ganz normale Absurdität deutscher Filesharing-Verfahren: Weil Richter und Anwälte schon wissen, wie der Fall ausgeht. Weil sich Richter und Anwälte seit langem kennen. Heute ist das schon die siebte Anhörung wegen Filesharing – allein vorm Amtsgericht München. 1400 Klagen liegen dort vor, das Amtsgericht musste sogar eine halbe Stelle schaffen, um das zu bewältigen. (Pressemitteilung)

Verhandlung nach Drehbuch

Der Beklagte bestreitet, das Hörbuch heruntergeladen zu haben. Er sei im Urlaub gewesen. Zum Beweis liefert er eine Kopie seines Dienstplans. Seinen Laptop habe er mitgenommen. Wieso wurde trotzdem die IP-Adresse seines Anschlusses erfasst? Darauf weiß er keine Antwort. Der Richter will es genau wissen: Wie sicher war sein W-LAN? Wie sicher war das Passwort?
Diese Fragen sind wichtig, denn auch wenn er selbst nichts heruntergeladen hat, kann man ihn dafür zur Verantwortung ziehen, wenn sein Webzugang nicht ausreichend geschützt war. Der Beklagte bleibt dabei: Er kann sich nicht vorstellen, dass sich jemand über seinen Zugang eingeloggt hat. Also steht Aussage gegen Aussage. Da ist die technische Auswertung, die besagt, von seiner IP-Adresse wurde heruntergeladen. Und da ist seine Aussage: Nein, das war weder ich, noch jemand anders.

Alle verdienen, außer der Beklagte

Jetzt müsste das Gericht eigentlich um die Wahrheit ringen. Aber soweit kommt es nicht. Um herauszufinden, ob vielleicht das Tracking-Tool zur Ermittlung der IP-Adresse fehlerhaft ist, dazu müsste man in die Beweisaufnahme gehen. Der Richter warnt den Beklagten vorsichtig, eine Beweisaufnahme kostet mehrere tausend Euro. Der Beklagte schreckt zurück.

Am Ende steht eine gütliche Einigung – eine Art Deal: Die Kläger verzichten auf einen Teil ihrer Forderung, dafür zahlt der Beklagte. 856 Euro Strafe plus Anwaltskosten. Hätte der Beklagte gleich gezahlt, wäre ihn das nicht so viel teurer gekommen. Zumal er extra 700 km für den Gerichtstermin anreisen musste. Eigentlich wohnt er auf der Nordsee-Insel Juist.

Am Ende verdienen alle: Die Abmahn-Kanzlei, Sony Music, der Anwalt des Beklagten. Nur der Beklagte hat viel Geld verloren. Nach der Verhandlung will er nicht mehr mit mir reden, zu groß ist seine Enttäuschung über die Justiz. Und für mich bleiben erstmal wahnsinnig viele Fragen. Die vielleicht Wichtigste: „Wie viel von dem Strafgeld erhält jetzt eigentlich der Künstler?“

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2011
Dez
6

Die Frage // Werde ich wie meine Eltern?

Christine

So. Jetzt ist es raus. Nichts mehr zu rütteln. Ich werde meinen Eltern tatsächlich immer ähnlicher. Klare Antwort also auf die Frage „Werde ich wie meine Eltern?“: Ja.

Aber: Ich finde es nicht mehr so schlimm. Zum ersten Mal habe ich das so richtig bei dem Diaabend gemerkt, als ich zwischen den Freunden meiner Eltern herumspaziert bin. Es war nicht halb so schlimm wie gedacht, in meiner Vergangenheit zu gründeln und zu entdecken, wie auch die anderen Leute mich und meine Eltern sehen. (Und das klingt jetzt nicht deswegen so pathetisch-versöhnlich, weil bald Weihnachten ist!)

So richtig beeindruckt hat mich dann das Treffen mit Cécile Koch. Da ist mir klar geworden, was für ein Luxus es ist, so schnell so viele Beispiele zu finden, wo ich meinen Eltern ähnlich werde – selbst wenn es die nervigen Sachen sind, die, die ich lieber nicht übernommen hätte. Wenigstens gibt es sie und sie wurden nicht in Alkohol ertränkt und einer Kindheit, in der man eher selbst die Rolle der Eltern übernehmen musste.

Das ganze Interview mit Cécile gibt es hier. (Und wer mehr zu Céciles Selbsthilfegruppe für Kinder suchtkranker Eltern sucht, wird hier fündig.)

Fazit also: Man darf sich reiben an den Eltern, man darf rebellieren und zerrissene Hosen tragen, auch wenn sich die Eltern darüber aufregen. (Gerade deswegen!) . Man muss sich austesten und so lange rumprobieren, bis man das gefunden hat, was man selber sein will. 

Und wenn man dann am Ende doch die zerrissenen Hosen austauscht gegen etwas Ordentliches… so what! Das heißt noch lange nicht, dass man seine so mühsam erkämpfte Individualität gleich wieder völlig über Bord wirft. 

Die ganze Frage nachhören könnt ihr noch einmal hier.  Da gibt es auch alle einzelnen Interviews noch einmal in Langform. Zum richtig Reinwühlen…

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2011
Dez
2

Die Frage // Wenn das Vorbild fehlt

Christine

Meine letzte Interviewpartnerin für die Frage „Werde ich wie meine Eltern?“ war Cecile Koch. Sie hat in ihrer Kindheit genau das gehabt, was man sich als Kind immer wünscht: Keine Regeln, grenzenlose Freiheit. Es hat sich keiner darum gekümmert ob sie Hausaufgaben macht, ihr Pausenbrot aufgegessen oder ihr Zimmer aufgeräumt hat.

Man ahnt es – es war die Hölle.  

Cecile ist mit einer alkoholkranken Mutter und einem alkoholkranken Stiefvater aufgewachsen. Zwischen dreckigen Wäschebergen, Schlägen, überquellenden Aschenbechern und Flaschen. Ein ausgelaufener Joghurt im Schulranzen hat gereicht, damit die betrunkene Elternwelt in einem Wutausbruch explodiert ist.

Über ihre Geschichte hat Cecile ein Buch geschrieben, das ich in einem Rutsch gelesen habe: “Wessen Moral?” heißt es. Inzwischen leitet sie auch eine Selbsthilfegruppe für Kinder suchtkranker Eltern in München.

Das Interview mit ihr hat mich echt beeindruckt, vor alle weil mir klar geworden ist, was für ein Luxus es eigentlich ist, bei der Frage “Werde ich wie meine Eltern?” sofort 1000 Details zu finden, in denen ich ihnen ähnlich bin. Und seien es auch die kleinen nervigen Sachen, die man lieber nicht übernommen hätte: Wenigstens gibt es sie. Sie sind nicht überschattet von Alkohol und Gewalt und einer Kindheit in der man sich nichts sehnlicher gewünscht hat als Regeln und Vorbilder, an die man sich halten kann, und gegen die man in der Pubertät dann ordnungsgemäß rebellieren kann. 

Das Interview mit Cecile findet ihr demnächst auf der Frage-Seite und natürlich am Montag ab 21 Uhr in der Sendung!

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2011
Nov
30

Die Frage // Identität gesucht

Christine

Familienidylle ist schön, umso schlimmer, wenn es sie nicht gibt. Denn die Familie und alles drum herum prägt uns mehr, als uns manchmal lieb ist.

Zweite Woche meiner Frage-Recherche. Werde ich wie meine Eltern? Oh ja, das sagen jedenfalls die meisten bisher. Ich habe von geerbten Ordnungsfimmeln erfahren, Muttermalen an den gleichen Orten (rechtes Ohr) und von der Mama übernommenen Sprüchen. Bisher habe ich noch keinen getroffen, der meint: Ich habe gar nichts von meinen Eltern mitgenommen.

Die Entwicklungspsychologin Petra Barchfeld, bei der ich am Montag war, hat mir erklärt warum das so ist. Beim Aufbau einer eigenen Identität gibt es nämlich drei Phasen:

    1. Kindheit – Man übernimmt munter das, was die Eltern machen, ohne groß nachzufragen. Papa ist der Held. Mama sowieso.
    2. Pubertät – Man findet die Eltern blöd und die einen auch. Alles ist besser als das, was Mama und Papa machen. Abgrenzung ist alles. Nachmachen was für Schlaffis.
    3. Alles was danach kommt – Man beginnt das Leben als Erwachsener. Arbeiten, vielleicht selbst Familie gründen, überlegen, wo man wohnen will. Alles Dinge, die die Eltern auch so gemacht haben. Zum ersten Mal ist man also in einer Situation, in der man das, was die Eltern machen und das, was man selbst macht, direkt vergleichen kann. Papa als 16-jährigen Schüler hat man ja in der Regel ja nicht mitbekommen, Papa als Papa schon. Deshalb ist das auch die Zeit der Vergleiche.

So läuft das jedenfalls, wenn alles gut läuft. Nicht so einfach ist es, wenn die Eltern kein Rolemodell sind. Wie bei Cecile Koch, die ich heute Abend treffen werde. Die junge Autorin hat einen Roman geschrieben über ihr Leben mit ihrer alkoholkranken Mutter. Also eine Kindheit, in der Nachahmung keine gute Sache war… und da sind Fragen wie: “Habe ich den Ordnungsfimmel meines Vaters geerbt?” eher Luxusprobleme.

Wenn ihr mir Fragen mitgeben wollt – einfach fix hier einwerfen.

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2011
Nov
25

Die Frage // Treffen mit der Vergangenheit

Christine

Ich kenne sie alle. Und alle kennen mich. Gestern hat mein Vater eine Diashow gezeigt von seinem Berg-Urlaub in Argentinien. Es war ein größerer Rahmen, gekommen sind so ziemlich alle Bergsteigerfreunde von meinen Eltern. Und ich war mittendrin – denn wenn jemand beurteilen kann, ob ich so werde wie meine Eltern, dann die. Die Freunde meiner Eltern haben mich teilweise schon im Kinderwagen rumgeschoben, ich hab auf ihren Teppichen Bauklötze gespielt und sie haben mich bei Bergtouren mit ihren Geschichten bei Laune gehalten… Sie kennen also ziemlich viele Facetten von mir – die guten wie die schlechten…

Es war ein bisschen wie Höhle des Löwen, schließlich wagt man sich mit Mikro da sehr weit rein in seine Vergangenheit. Während mein Vater also den Diaprojektor justiert hat, habe ich mich mit meiner Frage – “Wem bin ich denn jetzt ähnlich…?” auf die Socken durch den Saal gemacht. Ergebnis: Klar. Wie er. Äußerlich. Innerlich eher die Mama. 

Das vom Apfel und vom Stamm habe ich immer gehasst!

Na super. Ist jetzt keine Neuigkeit für mich, das höre ich seit 29 Jahren. Was aber doch neu war – früher haben mich diese Vergleiche unglaublich genervt. Mei, ganz der Papa. Und die Großmutter kommt auch noch durch… Ich wollte nie, nie, nie hören, dass ich so bin wie… oder ausschaue wie… Gestern, da war das anders. Da fand ich es auf einmal nicht mehr so schlimm, sondern habe mich ganz wohl gefühlt, mit meinen Eltern verglichen zu werden. 

Ist das jetzt die Auswirkung der Sendung? Oder die Weisheit des Alters? Ich tendiere zu letzterem, aber ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Deshalb gehe ich am Montag auch zu einer Entwicklungspsychologin, die mir hoffentlich sagen kann, ob es normal ist, erst gegen die Eltern zu rebellieren, ihnen unbemerkt immer ähnlicher zu werden und das irgendwann sogar gut zu finden! 

Wenn ihr Fragen an die Psychologin habt – ich nehme sie gerne mit. Einfach bis Montag hier als Kommentar einwerfen.

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2011
Nov
24

Braune Gedanken

Matthias Dachtler

Gestern habe ich meinen ersten Neonazi interviewt – oder besser Ex-Neonazi. Stefan (29) ist ein Aussteiger, er hat das Programm der „Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus“ des bayerischen Verfassungsschutzes durchlaufen. Seine Geschichte klingt erschreckend logisch. Die Eltern geschieden, der Vater weg, auf dem Schulhof von Ausländern verprügelt. Logisch, dass er sich eine Ersatzfamilie sucht, die ihn schützt. Pech nur, dass ihn ausgerechnet eine Neonazi-Kameradschaft aufnimmt. Obwohl Pech das falsche Wort ist. Die Kameradschaften suchen sich Leute, die die gleichen Kriterien erfüllen wie Stefan. Zerrüttete Familie, autoritätshörig, ausländerfeindlich.

Wie oft begegnet Dir Ausländerhass im Alltag?
Und hattest Du schon mal Kontakt mit einem Neonazi?

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2011
Nov
18

Die Frage // Werde ich wie meine Eltern?

Christine
Loriot

Paare werden sich im Alter immer ähnlicher. Sagt man. Aber nicht nur die...

Bei mir wars ein Foto. Ein Schnappschuss – gemacht von meinem Vater, als er für einen Auftritt bei einem Geburtstag eine kleine Showeinlage geplant hat. Mein Vater ist zwar nicht Loriot, aber es ist ein ziemlich cooles Bild – er schaut in die Kamera mit Hut und Frack und… meinem Gesicht. Klar, wir sahen uns immer ähnlich – aber dieses Lachen, diese Gestik, diese Haltung aufs Foto gebannt: 1:1 – ich. Schluck.

Meine Eltern haben mir also so einiges hinterlassen, Spleeniges wie Praktisches, ziemlich Gutes und ganz schön Nerdiges. Oder besser gesagt: Meine Eltern hinterlassen mir immer mehr. Denn je älter ich werde, desto klarer wird mir: Ich werde immer mehr wie sie.

Familienbanden

Und meine Freunde werden immer mehr wie deren Eltern. Die gleichen Gesten, das gleiche Lachen und oft auch der gleiche Lebensentwurf: Man kauft Messersets. Fruchtpressen, so groß wie die halbe Küche. Und genau die gleichen Teile stehen auch bei den Eltern rum… Viele übernehmen den Beruf der Eltern und neulich konnte ich mir das Lachen gerade noch verkneifen, als ein Freund von mir abendfüllend über die Griechenland-Eurokrise-BND-Weltverschwörung doziert hat – derselbe, der sich immer über die pastoralen Monologe seines Vaters geärgert hat… 

Das Vererbungs-Perpetuum-Mobile 

Man wollte doch nie so sein wie die Eltern… Wo ist die Rebellion hin? Die Abgrenzung? Ist das gut, ist das schlecht? Hat das alles ein Ziel? Einen Zweck? Hat die Evolution da ihre Finger noch mit im Spiel – Stichwort: Nachahmung zwecks größerer Überlebenschancen? Sind wir alle wieder nur ein Abklatsch unserer Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großeltern? Und der Traum der Individualität sagt leise servus? 

Gründe genug mich in den nächsten zwei Wochen zu fragen: Werde ich wie meine Eltern? Und was mich gerade am meisten interessiert: Geht’s euch genauso? Wo werdet ihr wie eure Eltern und wie geht’s euch damit? Wenn ihr Geschichten für mich habt – her damit, schreibt sie einfach als Kommentar in den Blog. Hier und im Magazin auf on3-radio halte ich euch die nächsten Wochen auf dem Laufenden.

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2011
Nov
4

Drugchecking rettet Leben – nur in Deutschland nicht

Matthias Dachtler

XTC-Tablette wird im CheckIt-Zelt auf einem Wiener Elektro-Festival vermessen

Als ich im Sommer auf einem Wiener Elektro-Festival meinen “Research Chemical”-Film gedreht habe, war ich ziemlich überrascht, dass die Besucher so wenig Ahnung hatten. XTC, Speed und Koks kannten alle, viele hatten was dabei. Aber von “Research Chemicals” oder “Badesalz” hatte fast niemand etwas gehört.

Dabei war jede fünfte Partydroge auf dem Festival mit Research Chemicals verseucht. Egal ob XTC, Koks oder Speed, überall steckten ein oder mehrere der Chemikalien als Wirkstoff drin. In Wien stand direkt neben der Tanzwiese ein blaues Zelt, in dem Drogenberater Proben von illegalen Substanzen entgegengenommen haben. Im mobilen Labor dahinter wurden sie kostenlos und anonym ansäuert. Die Wiener Beraten haben die Ergebnisse später vor dem Zelt aufgehängt – auf jedem fünften Zettel klebte ein “Research Chemical”-Sticker. 

Research Chemicals sind psychoaktive Wirkstoffe, die sich in Europa ausbreiten, seit vor ein paar Jahren der XTC-Markt eingebrochen ist. Die neuen Designerdrogen sind besonders gefährlich, weil sie nie getestet wurden. Nicht am Menschen, nicht mal an Ratten. Wirkung, Langzeitfolgen, tödliche Dosen kennt niemand. Die klassischen Wirkstoffen wie Amphetamin (Speed) oder MDMA (XTC) sind mittlerweile gut erforscht. Sie sind deswegen nicht harmlos, Wirkung und Dosierung sind bei Konsumenten und Medizinern aber bekannt.

Daheim in München habe ich einen jungen Mann getroffen, der Research Chemicals bewusst in einem Online-Shop gekauft hat – gestreckt als Badesalz und als puren Wirkstoff. Beides konnte er legal im Netz kaufen, weil es mehrere Monate dauert, bis die deutschen Behörden die Wirkstoffe ins Betäubungsmittelgesetz aufnehmen.  In der Schweiz und Österreich bieten mobile Labore auf Partys und Festivals eine kostenlose und anonyme Analyse illegaler Drogen an. Die Idee: Nur wer weiss, was in seiner Droge drin ist, kann risikobewusst dosieren – oder das Zeug wegwerfen. Die Projekte laufen seit Jahren sehr erfolgreich. In Deutschland ist das sogenannte Drugchecking verboten, weil man fürchtet dadurch illegale Drogen zu verharmlosen und rechtsfreie Räume zu schaffen.

Welche Erfahrung habt ihr mit Badesalz, Research Chemicals und gepanschten Partydrogen gemacht? Und was haltet ihr davon, ein Drugchecking-Modellprojekt in Bayern einzuführen, um auf die Research Chemical-Welle zu reagieren?

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2011
Okt
28

Die Frage // Was weiß ich bis jetzt?

Otto

Wer weiß was von mir? Nach zwei Wochen Recherche befinde ich mich so langsam im Endspurt. Hier findet ihr schon mal die Interviews, die ich bis jetzt geführt habe.  Aber ich bin noch nicht am Ende mit meiner Suche nach Antworten.
Ständig stolpere ich noch über Links, die auch irgendwie mit meiner Frage zu tun haben.  Beim fakenamegenerator kann man sich schnell eine neue Netzidentität basteln. Mit allem drum und dran. Der Foebud informiert ziemlich umfassend über Datenschutz und Anonymität im Netz. Und wer mal testen will, was passiert, wenn die eigenen Facebook-Daten in falsche Hände geraten, sollte mal takethislollipop besuchen. Für das Facebook-Passwort bekommt man hier seinen eigenen Social Media-Horrorfilm. Alles auf eigene Gefahr, versteht sich.

Wenn ihr noch Links und Tipps für mich habt, dann bitte her damit!

P.S.: Die Sendung gibt’s am Montag ab 21 Uhr auf on3-radio und danach als Podcast!

 

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